Elvis' Haare zu ersteigern

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    foto: ap/julien's auctions

Presley ganz nah ... - Von Ljubiša Tošić

Elvis ist einigermaßen tot (seit 16. 8. 1977). Teile von ihm jedoch scheinen nach wie vor höchst lebendig und begehrt zu sein: Jahrelang sammelte jedenfalls dessen Lieblingsfigaro geschnittenes Rock-King-Haar; ein solches Stück Presley im Einsiedeglas kann nun ab 20.000 Dollar (15.600 Euro) in Memphis bei einer Auktion ersteigert werden.

Dieser stolze Anfangspreis! Sollte sich tatsächlich ein Käufer finden, ist von nun an ständig mit Nachahmungstätern zu rechen, die ihre Elvis-Sammlung auf den Markt werfen. Schließlich sind auch die Rahmenbedingungen entsprechend; es geht der US-Wirtschaft wieder etwas schlechter.

Also: Kosmetikerinnen könnten aufbewahrte Reste ihrer liebevollen Elvis-Maniküre und -Pediküre versilbern. Wirte werden auftauchen, die aufbewahrte Pizzareste und Überbleibsel jener Erdnussbutter-Bananen-Sandwiches anbieten, welche der King nicht mehr runterzuschlingen vermochte. Auch leere Medikamentenschachteln, benutze Taschentücher, verschwitzte Konzerthandtücher und Hotelwasser, in dem Elvis planschte, werden womöglich den Markt überschwemmen.

Natürlich ist auch nicht garantiert, dass der noch unbekannte Käufer der Elvis-Locken ein würdiger Fan ist. Vielleicht wirft er demnächst jedes einzelne im Einmachglas bewahrte Lockenhaar in die Auktionsschlacht. Ein Glück jedenfalls, dass zu Elvis seligen Zeiten das Erschaffen von Frisurkunstwerken im Intimbereich noch nicht en vogue war. (Ljubiša Tošić, DER STANDARD - Printausgabe, 14./14. August 2010)

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    1 Posting
    Ein Glück jedenfalls, dass zu Elvis seligen Zeiten das Erschaffen von Frisurkunstwerken im Intimbereich noch nicht en vogue war.

    Ach, ist das denn heute en vogue? Mir ist da die Glatze immer noch am liebsten.

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