Medien-Pfarrer nach Kritik am Papst zurückgetreten

13. August 2010, 16:08
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"Wort am Sonntag"-Sprecher Broch: "Wenn es so weitergeht, fährt Benedikt Kirche an die Wand"

München/Bonn - Nach einem papstkritischen Interview tritt der Geistliche Direktor des deutschen "Instituts zur Förderung des publizistischen Nachwuchses" (ifp) in München, Pfarrer Michael Broch, von seinem Amt zurück. Er habe das nötige Vertrauen zahlreicher Bischöfe verloren, teilte die katholische Bischofskonferenz am Freitag in Bonn mit. Broch gibt das Amt zum 15. August auf. Er hatte die Geistliche Leitung des ifp erst im April übernommen.

Der medienerfahrene Pfarrer, der vielen deutschen Fernsehzuschauern auch als Sprecher des "Wortes zum Sonntag" bekannt ist, war am 22. Mai in der "Leonberger Kreiszeitung" mit Bewertungen der kirchlichen Lage und zuspitzenden Aussagen zitiert worden, "die in der Bischofskonferenz für unvereinbar gelten mit der Verantwortung, die dem Geistlichen Direktor des ifp zufällt", wie es hieß. Broch hatte in dem Interview und in weiteren Stellungnahmen unter anderem den Zölibat kritisiert und die Reaktion von Papst Benedikt XVI. auf Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche kritisch bewertet. So wurde er mit der Aussage zitiert: "Wenn es so weitergeht, fährt Papst Benedikt die Kirche an die Wand".

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, würdigte in einem Schreiben an Pfarrer Broch dessen langjährige Verdienste in der kirchlichen Medienarbeit. Dass sein Wirken im Bereich der kirchlichen Förderung des journalistischen Nachwuchses wenige Monate nach Beginn endet, bedauere er. In einem Brief an die journalistische Direktorin des ifp, Elvira Steppacher, habe Zollitsch zugesagt, die Suche nach einem Nachfolger für Broch zu unterstützen, teilte die Bischofskonferenz mit. "Ich schätze Herrn Broch menschlich und fachlich sehr und bedauere, dass diese Unbedachtheit nun diese Folgen hat", sagte Steppacher. Sie respektiere aber Brochs Schritt. (APA)

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