Laktose-Intoleranz

Wenn Milchzucker den Darm reizt

13. August 2010, 15:12
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    foto: apa/robert jaeger

    Meist ist ein natürlicher Laktasemangel für die Unverträglichkeit verantwortlich.

Häufig in Asien, selten in Europa: Bei Verdauungsstörungen kann eine Milchzucker-Unverträglichkeit dahinterstecken

Regensburg - Die wenigsten ahnen, dass gar keine Infektion dahinter steckt. Sie schreiben ihre regelmäßigen Durchfälle auf das Konto von Salmonellen, Choleraerregern oder der Amöbenruhr, dabei steckt häufig Milchzucker dahinter, den die Bevölkerung der meisten nördlichen Länder problemlos verträgt, teilt der Reportagedienst obx-medizindirekt mit. Die Milchzucker-Unverträglichkeit (Laktose-Intoleranz) verursacht Blähungen, Kopfschmerzen, Darmkoliken, Durchfall oder Übelkeit. Rund drei Viertel der erwachsenen Weltbevölkerung ist Laktose intolerant, nur die Bevölkerung einiger Regionen, wie das nördliche Europa, verfügt über eine Laktaseaktivität.

Warum viele von ihrer Intoleranz nichts wissen, kommt daher, dass Milchzucker eben nicht nur in Milch und Käse, Sahne und Topfen steckt, sondern auch häufig in Backwaren, Süßigkeiten, Pommes, Süßstofftabletten und vielen Medikamenten. Es ist also nicht ganz einfach, den Übeltäter zu meiden.

Rasche Diagnose

Relativ einfach ist hingegen die Diagnose: Ein Laktose-Test beim Arzt bringt Aufklärung. Zu diesem Zweck muss man morgens nüchtern erscheinen und erhält eine Lösung mit 50 Gramm Milchzucker zu trinken. Dann wird in zeitlichen Abständen etwas Blut entnommen beziehungsweise der Wasserstoffanteil in der Atemluft gemessen. Beide Verfahren geben Aufschluss darüber, ob der Milchzucker in abnormaler Weise vom Körper verwertet wird.

Enzym-Defekt & natürlicher Laktasemangel

Bei der Laktose-Intoleranz liegt häufig ein Enzym-Defekt vor - bei Männern wie Frauen etwa gleich häufig. Der Organismus bildet zu wenig (oder gar kein) Enzym Laktase. Das braucht er aber, um den Zweifachzucker Laktose in seine Bestandteile Traubenzucker und Galaktose aufzuspalten.

Fehlt das Enzym, wird der Milchzucker in tiefere Abschnitte des Darms abgeschoben, wo Bakterien ihn zu Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan zersetzen. Diese Kleinmoleküle ziehen Wasser aus dem Organismus in den Darm; entstehende organische Säuren aktivieren die Darmbewegung, was Diarrhoe auslösen kann. Weitere Symptome sind heftige Blähungen, Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit, depressive Verstimmungen oder unreine Haut. 

Meist ist aber ein natürlicher Laktasemangel für die Unverträglichkeit verantwortlich. Bei Säuglingen wird dieses Verdauungsenzym in ausreichender Menge produziert und reduziert sich aber nach der Entwöhnung - nach Weltregion unterschiedlich. Während ein Großteil der Erwachsenen in mittel- und südasiatischen Ländern, Südamerika und Afrika keine Milchprodukte mehr verträgt, bereitet die Milchzuckeraufnahme in nördlichen Bereichen, etwa bei den meisten Bewohnern Europas bis ins hohe Alter keine Probleme.

Milchzucker meiden

Wer an Laktose-Inzoleranz leidet, dem hilft nur Milchzucker weitgehend zu meiden. Das ist aber oft leichter gesagt als getan, da die Industrie Laktose gerne verwendet.  Milchzucker sorgt bei abgepackter Wurst und Würstchen für angenehmen Biss, er verleiht Pommes und Kroketten beim Braten verlockend braune Kruste, er verändert die Kristallstrukturen von Zucker in Süßigkeiten und bindet als Träger Süßstoff ebenso wie viele Arzneimittel.

Unbedenklich sind: Obst, Gemüse, Fruchtsäfte, Kaffee, Tee, Öl, Reis, Nudeln, Kartoffeln, Sojamilch, Frischfleisch, frischer Fisch und Geflügel, Eier, Zucker, flüssiger Süßstoff, Hülsenfrüchte, Getreide, Gemüsesaft, Salz und Nüsse. Zwei Milchprodukte werden übrigens von Laktose-Patienten meist gut vertragen: Joghurt und Kefir. Die darin enthaltenen Laktobazillen ersetzen sozusagen die Laktase - und helfen den Milchzucker im Darm abzubauen.  (red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 48
1 2
suboptimal
 
12
16.8.2010, 13:34
Laktose- UND Fruktose-Intoleranz sind GESCHWISTER,

die sehr häufig gemeinsam auftreten.

Heute noch einen Text über Laktoseintoleranz zu verfassen OHNE diesen Hinweis halte ich für inakzeptabel. Auch SORBIT-Unverträglichkeit schleicht sich gerne dazu. Die Folgen sind gravierend, der Hinweis auf DEPRESSION als (biochemische) Folge ist wichtig.
Die Unbedenklichkeitsliste ist bei Laktose + Fruktose-Intoleranz dann sehr anders.

Das beste und aktuellste FORUM dazu im ganzen deutschsprachigen Raum
http://www.libase.de/wbb/

Erste Hilfe - Diagnose, Fakten & Tips zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten
http://www.libase.de/wbb/index... m&pageID=7

gomaxgo
 
22
15.8.2010, 19:30
mein darm wird primaer von politiker gereizt

tatsache !

jumpingjack flash
01
19.8.2010, 09:24

essen sie das zeug ruhig weiter!

sixela
02
15.8.2010, 17:15

Leider ist es so, dass 60% der Laktose-Intoleranten auch noch fructose-intolerant sind.

Interessant ist, wenn diese Intoleranz relativ plötzlich im Erwachsenenalter auftritt. Es gibt auch eine erworbene Lactose-Intoleranz, und die sollte eigentlich medikamentös behandelbar sein.

Ansonsten: eine Krankheit ist es ja nicht wirklich, man kann mit den Blähungen leben:-)

Emilix
00
16.8.2010, 11:18
Solange es bei den Blähungen bleibt,

kann man selbst damit leben, die Umwelt riecht's vielleicht etwas anders.
Allerdings gibt es die im Artikel erwähnten anderen Symptome - und die wünsche ich niemandem.

sixela
01
16.8.2010, 15:29

Charakteristischerweise sind Lactose-Blähungen meist geruchlos:-)

Gerhard Müller
101
15.8.2010, 11:47
Die Milch, welche von dem Mädchen getrunken wird

ist Rohmilch, dh. weder pasteurisiert noch homogenisiert.

Sie macht in etwa 0,5% des gesamten Milchverkaufs aus.

Sehr gut, sehr gesund und sehr empfehlenswert. Ansonsten, weiterentwickelte Milch (Joghurt, saure Milch) ist immer besser als Rohmilch selbst zu trinken.

Aber wer von den werten Postingkollegen trinkt hier Rohmilch?

Wie immer Laktoseintoleranz zustandekommt, ein Teil des Problems sind Ernährungsfehler.

Im Darm gibt es ca 400 Arten unterschiedlicher Bakterien, sie sind nicht nur verantwortlich dafür, dass wir alles gut verdauen, sie stehen vor allem auch in einer Wechselbeziehung zueinander.

Wenn auch nur ein Teil der Bakterien verschwindet, dann gibt es schon die ersten Probleme. Danone und Nestlé ist ein Teil davon.

h 90
00

Das ist toll wie sie aus einem .jpg Bild erkennen koennen ob eine milch pasteurisiert und homogenisiert ist.

Prof. Dr. Abdul Nachtigaller
02
16.8.2010, 16:41

woran erkennen Sie, dass es sich um rohmilch handelt?
an der unbeschrifteten flasche? ziemlich schwaches indiz.

Votaris
 
12
15.8.2010, 13:55
Laktoseintoleranz ist...

hat seine Ursache in der Genetik. Das Allel kann sowohl ganz, als auch halb "ausgeschalten" sein, man kann also sowohl etwas also auch total laktoseintolerant sein.
Mit den Bakterienkulturen haben Sie auch recht. Nachdem bei mir eine schwere Laktoseintoleranz festgestellt worden ist (witzigerweise aber auch ohne dem typischen Durchfall), habe ich einmal 3 Monate gänzlich auf Milchprodukte verzichtet und dazu den Darm mit guten Bakterienkulturen geflutet (da ja auch ein totales Ungleichgewicht davon diagnostiziert worden ist). Und siehe da, seitdem vertrage ich auch in kleinen Maßen wieder Milch :)

suboptimal
 
11
16.8.2010, 17:09
welcher Koffer

gibt Votaris rote Stricherln dafür?

greenPoint
00
15.8.2010, 15:53
..

Bei mir is das ganze ziemlich eigenartig. In meiner ganzen Familie kein einziger Fall von Laktoseintolleranz, nur ich. Eine Fehlbesiedelung von Bakterien ist möglich, habe aber Yomogi verschrieben bekommen vom Arzt, hat aber nicht geholfen.
Reagiere auch auf die Laktosfreiemilch teilweise schon heftig, wenn ichs auf nüchternen Magen trinke.
Komisch dass nur ich es hab.

knex
00
20.1.2011, 12:03
es gibt auch milcheiweiss-intolleranz!!!

ähnliche geschichte bei mir: laktose intolleranz, detto fructose. laktose-freie milch gekauft (endlich wieder cornflakes!) aber das ergebnis war nicht viel besser. dann hat mir mal eine schlaue therapeuting den hinweis mit dem milcheiweiss gegeben, das passt wie die faust aufs aug.

alternative: schafmilch! schmeckt ähnlich aber chemisch ganz anders aufgebaut mit (bei mir)= weniger konsequenzen!

ziegenmilch is einfach zu heftig...

analytico1060
00
16.8.2010, 22:54
Yomogi?

was ist das für ein Arzt? Yomogi ist Hefe, zum Abbau von Milchzucker bracht man vorallem Lactobacilli u.v.a.; auf alle Fälle Bakterien und nie Pilze !! Grüße aus dem Nachtdienst an alle Kollegen

Votaris
 
01
15.8.2010, 21:35
eigenartig...

... ist das nicht, wenn man sich in der Genetik auskennt. Genetisch verursachte Laktoseintoleranz (Li)wird autosomal rezessiv vererbt ;) - also die Eltern können Träger sein, haben folglich selbst keine Li.

h 90
00
15.8.2010, 02:36

Wie ist das bei Hunden?
Meinem Hund wird immer wieder mal ein halber Liter Milch gegeben, was ihm scheinbar nichts macht.
Trinkt ihm der Nachbarhund die Milch weg, platzt dieser fast.

rudlxy
03
15.8.2010, 11:07

und was passiert wenn sie dem Nachbarhund Aktivia geben?

Herzerzog Johann
04
15.8.2010, 19:38

Dann faselt er im Fernsehen von toller Verdauung.

Lady Gaga
24
14.8.2010, 21:31

Zuletzt im Schweizerhaus gewesen, eine ganze hintere Stelze verdrückt, dazu 5 Krügel und ein paar Schnapserl. Beim Heimkommen dann ein 1/8 Glas Milch, mir war furchtbar schlecht.

Könnte das ein Hinweis auf Laktoseintoleranz sein ?

jumpingjack flash
00
19.8.2010, 09:28

sicher, das bier kanns nicht gewesen sein.

her mit den Strichen!
12
15.8.2010, 12:53
Könnt auch Fructose- oder Histamin-Intoleranz sein...

...wars ein Pflaumenschnaps? (viel Fructose)
...oder Birnenschnaps? (viel Histamin)

;-)

h 90
01
15.8.2010, 02:34

Ja die Milch haettens weg lassen sollen.

Lukas Chen
10
14.8.2010, 16:14
In Asien trinkt man Milch selten allein

Man isst dabei oft mit Brot, denn man denkt, dass es die Sitte im Westen ist, milch und Butterbrot zusammen zu essen. Viele Asiaten wissen deshalb auch nichts von ihrer Laktose-Intoreranz, bis sie erst nach Westen gekommen sind, und manchmal die Milch allein als Getraenke trinkt, dann bekommen sie oft Durchfall.

h 90
00
15.8.2010, 02:32

Angeblich ist die Milch in Asien oft lactosefrei. Kann das aber nicht ueberpruefen. Haben Sie eine Ahnung?

Nr 41876
11
13.8.2010, 23:02
Selten?

Gibt Wissenschaftler die davon ausgegen dass bis zu 50 Prozent der Mitteleuropäer davon betroffen sind.

Nachdem die wenigsten darauf getestet werden werden wir wohl nie erfahren wieviele es wirklich sind.

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