Mickelson trifft Zuschauer

15. August 2010, 11:33
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Keine Chance auf Übernahme von Platz eins in der Weltrangliste mehr, auch Woods fällt immer weiter zurück - Watney nach dritter Runde voran, Platzrekord für Chinesen Liang

Kohler - US-Golfprofi Nick Watney hat am Samstag mit einer 66er-Runde und einem Gesamtscore von 203 Schlägen die Führung nach der dritten Runde der mit 7,5 Millionen Dollar dotierten US PGA Championship in Kohler (US-Bundesstaat Wisconsin) übernommen. Der 29-jährige Außenseiter ging mit drei Schlägen Vorsprung auf seine beiden ersten Verfolger, den Nordiren Rory McIlroy sowie seinen Landsmann Dustin Johnson (je 206), in die Schlussrunde am Sonntag, in der es um den mit 1,4 Mio. Dollar (1,094 Mio. Euro) dotierten Siegerscheck geht.

Der Weltranglistenerste Tiger Woods (213) verzeichnete dagegen nach einer 72er-Par-Runde einen Rückfall auf Platz 31 und musste bei zehn Schlägen Rückstand auf Watney seine Siegchance vorzeitig begraben. Der 34-Jährige wird aber weiter die Nummer eins im Ranking bleiben, da auch sein Erzrivale Phil Mickelson weiter nicht auf Touren kam. Der 40-jährige Kalifornier hielt vor der letzten Runde als 48. bei 215 Schlägen. Auf der zweiten Runde hatte Mickelson gar einen Zuschauer getroffen, der dafür als "Schmerzensgeld" einen handsignierten Handschuh von Mickelson geschenkt bekam. "Der Golfplatz bestraft dich, wenn du den Ball nicht auf den Spielbahnen halten kannst", schlussfolgerte Mickelson messerscharf. "Ich habe wohl alle Ecken bei der unfreiwilligen Erkundungstour kennengelernt."

Für Aufsehen in anderer Hinsicht sorgte dagegen Whenchong Liang. Der eher unbekannte Chinese, der nur dank einer Einladung in Wisconsin mitspielen durfte, stellte mit 64 Schlägen einen neuen Platzrekord im Whistling Straits Club auf. Damit hatte der 32-Jährige als geteilter Vierter (207) ebenfalls noch eine Chance auf den Gesamt-Triumph.

Aufstand der Bubis

Spieler unter 30 Jahren wie Watney gelten im Golfsport Jungspunde. Diese Profis der neuen Generation haben bisher dem letzten Major-Turnier des Jahres den Stempel aufgedrückt, lagen doch gleich fünf - neben Watney, McIlroy und Johnson auch noch der Deutsche Martin Kaymer sowie der Australier Jason Day (beide 4./je 207) nach drei Runden in der Spitzengruppe, jedoch hat keiner von ihnen bisher eines der vier großen Grand-Slam-Events gewonnen.

Watney hat bisher nur zwei Turniere auf der US PGA Tour für sich entschieden (2007 und 2009). Er wäre der fünfte Überraschungssieger der US PGA Championship in den jüngsten zehn Jahren nach den US-Amerikanern David Toms (2001), Rich Beem (2002) und Shaun Micheel (2003) sowie Vorjahressieger Y.E. Yang aus Südkorea.

Yang, der vor einem Jahr Tiger Woods bezwungen und damit Asien den ersten Major-Titel der Golfgeschichte beschert hatte, schied diesmal nach zwei Runden aus. Das gleiche Schicksal ereilte auch Sergio Garcia (ESP), Padraig Harrington (IRL), Angel Cabrera (ARG), US-Open-Sieger Graeme McDowell (NIR), British-Open-Champion Louis Oosthuizen (RSA) und Japans Supertalent Ryo Ishikawa, die ebenfalls allesamt am Cut scheiterten.

 

Matt Kuchar liegt in der weiterhin von Nebelschwaden stark beeinträchtigten US-PGA-Championship in Kohler im US-Bundesstaat Wisconsin an der Spitze. Nach seiner 67er-Runde zum Auftakt spielte Kuchar am Freitag eine 69er-Runde und führte damit nach der zweiten erst am Samstag beendeten Runde einen Schlag vor seinem Landsmann Nick Watney. Tiger Woods steigerte sich im zweiten Umlauf auf 70 Schläge und rangierte mit einem Gesamtscore von 141 fünf Schläge hinter Kuchar auf dem 21. Zwischenrang.

Woods lag damit unmittelbar vor seinem Erzrivalen Phil Mickelson (142/27.), der ihn bei einem Topresultat als Nummer eins der Weltrangliste ablösen könnte. "Das war starker Tobak da draußen. Es hat unheimlich geblasen. Geduld ist gefragt", betonte Woods, der am Samstag noch zwölf Löcher der zweiten Runde zu absolvieren hatte. Und gleich danach ging es am Samstagnachmittag (Ortszeit) auf dem Par-72-Kurs am Lake Michigan mit Runde drei weiter.

Frühstarter Mickelson war trotz besserer Bedingungen am Vormittag nur schwer in Tritt gekommen. Seine Abschläge flogen kreuz und quer über den mit Sandbunkern übersäten Kurs. Ein Zuschauer wurde von seinem Ball getroffen und erhielt dafür als "Schmerzensgeld" einen handsignierten Handschuh von Mickelson. "Der Golfplatz bestraft dich, wenn du den Ball nicht auf den Spielbahnen halten kannst", schlussfolgerte Mickelson messerscharf. "Ich habe wohl alle Ecken bei der unfreiwilligen Erkundungstour kennengelernt."

Trotzdem verbesserte er sich mit einer 69 und insgesamt 142 Schlägen auf den 40. Platz. Prominente Namen werden auf den beiden Schlussrunden fehlen. So scheiterte der dreimalige Major-Gewinner Padraig Harrington aus Irland mit 146 Schlägen ebenso am Cut (145) wie US-Open-Sieger Graeme McDowell aus Nordirland (147) und Titelverteidiger Yang Yong-Eun aus Südkorea (148). Europas Ryder-Cup-Kapitän Colin Montgomerie dürfte den Auftritt in Kohler schnell vergessen wollen. Der Schotte landete mit 162 Schlägen nur auf dem 155. (APA/red)

Zwischenstand der mit 7,5 Millionen Dollar dotierten US PGA Championship der Profigolfer in Kohler (US-Bundesstaat Wisconsin) nach der dritten Runde auf dem Par-72-Kurs am Samstag (Ortszeit): 1. Nick Watney (USA) 203 (69+68+66) Schläge - 2. Rory McIlroy (NIR) 206 (71+68+67) und Dustin Johnson (USA) 206 (71+68+67) - 4. Martin Kaymer (GER) 207 (72+68+67), Liang Wen-Chong (CHN) 207 (72+71+64) und Jason Day (AUS) 207 (69+72+66) - 7. Zach Johnson (USA) 208 (69+70+69), Jim Furyk (USA) 208 (70+68+ 70), Jason Dufner (USA) 208 (73+66+69) und Steve Elkington (AUS) 208 (71+70+67). Weiter: 31. Tiger Woods (USA) 213 (71+70+72)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Herr Mickelson fuhrwerkt im Bunker.

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