Angelika Kirchschlager übernimmt Lehramt

13. August 2010, 13:51
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Zweijährige Stiftungsprofessur an der Kunstuniversität Graz - Sängerin unterrichtet "Musikdramatische Darstellung"

Graz - Die österreichische Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager hat ab dem kommenden Frühjahr eine zweijährige Stiftungsprofessur an der Kunstuniversität Graz (KUG) inne. Eine weitere Stiftungsbesetzung erhielt der US-amerikanische Musikästhetik-Forscher Philip Alperson. Finanziert werden beide Professuren durch das Land Steiermark, heiß es am Freitag im Pressegespräch in Graz.

Angelika Kirchschlager (geb. 1965 in Salzburg) wird am Institut für Musiktheater der KUG tätig sein und den Gesangsstudierenden als Professorin für "Musikdramatische Darstellung - Gesang" ihre Erfahrungen aus der künstlerischen Praxis weitergeben. Ihre Tätigkeit an der KUG beginnt sie im Sommersemester 2011 begleitend zur KUG-Opernproduktion "Le nozze di Figaro" in einer Block-Lehrveranstaltung.

Kirchschlager kommt schon mit Lehrerfahrung nach Graz: Seit Sommer 2007 unterrichtet die in Wien lebende Künstlerin als Gastprofessorin am Salzburger Mozarteum. Mit besonderer Aufmerksamkeit widmet sich Angelika Kirchschlager dem Lied- und Konzertgesang. Auftritte führten sie in die großen Konzertsäle in Europa und den USA. Ihr Repertoire reicht von Bach, Brahms, Debussy und Korngold über Mahler, Mendelssohn und Rossini bis Schubert, Schumann, Weill und Wolf. 2007 wurde Kirchschlager zur seinerzeit jüngsten Kammersängerin der Wiener Staatsoper ernannt, 2009 zum Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London.

Professur auch für Philip Alperson

Im wissenschaftlichen Bereich hat die KUG durch finanzielle Unterstützung des Landes ein "Research Fellowship" am Institut für Musikästhetik mit Philip Alperson aus Philadelphia besetzt. Er zählt laut Kunstuni zu den weltweit führenden Forschern auf dem Gebiet der Musikästhetik/Philosophie der Musik und ist seit Monatsbeginn für ein Jahr in Graz tätig. Im Zentrum von Alpersons Forschungsinteressen steht die Philosophie der Musik. Im Unterschied zu anderen Autoren, die Musik als "Text" oder "Werk" betrachten, begreift er Musik in erster Linie als Praxis, als Form menschlichen Handelns. Alpersons Blick beschränkt sich dabei nicht nur auf die westlichen Traditionen: Der Musikphilosoph, der auch Jazzsaxofonist ist, hat über philosophische Aspekte indischer und vietnamesischer Musikpraxis publiziert.

"Kein Forschungsstandort vermag alle Fachgebiete, Wissensbereiche und Forschungsdisziplinen zu signifikanten Leuchttürmen auszubauen. Schwerpunktbildungen sind daher unausweichlich und internationale Zusammenarbeit mehr denn je gefordert", begründete Forschungs- und Wissenschaftslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (V) das Engagement des Landes Steiermark, die beiden Gastprofessoren nach Graz zu holen. Über "herausragende und für unsere Studierenden äußerst wertvolle Stellenbesetzungen", freute sich KUG-Rektor Georg Schulz: "Wir sind dankbar, unseren jungen Musiker und Forscher einen direkten Austausch mit diesen hochkarätigen Persönlichkeiten ermöglichen zu können". (APA)

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