Origineller Diebstahl, oder urban legend

15. August 2010, 16:44
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Beim Zusammensitzen wird diskutiert. Jeder hat eine Diebstahl-Geschichte parat. Und eine fällt als besonders originell auf

Klaus erzählt, dass sie seinem Freund schon wieder ein Auto gestohlen hätten. Das dritte inzwischen. Immer in der Innenstadt. "Nein", meint dieser "das ist der erste Wagen, den sie mir gestohlen haben. Die beiden anderen haben sie mir nur aufgebrochen." Klaus‘ Freund hatte Glück im Unglück: "Erst wollte mir die Versicherung einen Zeitwert ersetzen, bei dem sie von der doppelten Kilometerleistung ausgegangen ist. Zum Glück hab ich am Vortag das Pickerl machen lassen und konnte belegen, wieviel ich wirklich gefahren bin. Da hat sie dann ein paar Tausender drauflegen müssen."

Eine Freundin gibt zu, dass das schon schlimm sei, aber noch schlimmer sei es ihr ergangen, als man ihr damals das Fahrrad gestohlen hat. Sie hatte keine Diebstahls-Versicherung dafür, aber ihr Rad schon recht ins Herz geschlossen. Es war abgesperrt, klar, aber anscheinend war das Schloss nicht das sicherste.

"Sieht man aber eh, was man davon hat, wenn man sein Rad mit einem guten Schloss sichert. Wieviele Vorderräder hängen ohne weiteren Rest mit einem Bügelschloss an einem Radständer? Sieht man ja dauernd!"

Gute Schlösser kosten richtig viel Geld - auch Experten geben an, dass es ganz gut ist, wenn das Schloss in etwa ein Zehntel des Rades kostet. Und gute Schlösser sind dann oft auch noch schwer. Zwischen Preis, Gewicht und Sicherheit muss also jeder einen Kompromiss finden.

So sichern die Poster

Poster Slatin Pascha hat eine recht originelle Methode sein Fahrrad zu sichern. Er hat lange Beine und einen dementsprechend großen Rahmen, bei dem er davon ausgeht, dass mancher potentielle Dieb deswegen die Finger davon lässt. Nikolai Shostakovich setzt darauf, dass sein Fahrrad so hässlich ist, dass es eh keiner stehlen möchte. Sicherheitshalber pimpt er es auch noch mit einem Sattel vom Kaffeeröster. Ganymede lüstet es eher nach Rache, und er würde den Lenkervorbau lockern, in der Hoffnung dabei zu sein, wenn der Dieb damit abpascht.

"Die geilste Geschichte aber ist", holt Klaus aus, "die von einem Bekannten, der sich zu seinem Rad ein extrem teures Schloss gekauft hat. Ein High-End-Ding. Und er war komplett stolz drauf. Bis zu dem Tag, als er wieder zum Radständer kam und zwar sein Rad dort stand, aber das Schloss weg war."

Urban legend? Ganz neu scheint die Geschichte einigen nicht zu sein. Aber genau kennt den Typen, dem das passiert ist, dann halt auch wieder keiner, als dass man ihn anrufen könnte und fragen, welches Schloss das war und welches Rad er damit sicherte.

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    Verlockend, so ein einsames Rad in dunkler Nacht. Manchmal lockt aber auch das Schloss.

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