Nutzen von Antidepressiva bei Autismus nicht belegt

14. August 2010, 11:00
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Medikament könnte Kindern sogar schaden

London - Für einen Nutzen von Antidepressiva zur Behandlung autistischer Störungen gibt es keinen klaren Beleg. Die gängigen Medikamente könnten Kindern sogar schaden, warnen Mediziner nach der Auswertung mehrerer Studien. Alle Untersuchungen prüften den Nutzen der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Diese Wirkstoffe sind zwar nicht zur Therapie von Autismus zugelassen, werden aber weithin verwendet. Mediziner des Children's Hospital in Sydney analysierten nun sieben Studien mit insgesamt rund 270 Teilnehmern.

Die fünf Studien an Kindern lieferten keinen Beleg für einen Nutzen, dagegen aber Hinweise auf Gefahren. So erlitt ein Kind nach Einnahme eines SSRI einen epileptischen Anfall. Auch die beiden kleinen Studien an Erwachsenen lieferten keinen klaren Beleg für einen Nutzen, wie die Forscher in der "Cochrane Database of Systematic Reviews" bilanzieren. "Gegenwärtig können wir SSRI als Behandlung für Kinder oder Erwachsene mit Autismus nicht empfehlen", betont Studienleiterin Katrina Williams. "Aber viele Eltern sind erpicht darauf, Therapien trotz mangelnder Belege zu probieren. Ärzte sollten die mangelnden Wirkungsbelege kennen und vor dem Verordnen der Therapien etwaige Risiken erläutern." (APA)

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