Bank Austria sieht Wirtschaft schneller wachsen

13. August 2010, 12:29
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Wien - Die Ökonomen der Bank Austria haben ihre Wachstumsprognose für die österreichische Volkswirtschaft für 2010 von 1,3 auf 1,6 Prozent erhöht. Die Erholung der heimischen Wirtschaft rund um die Jahresmitte sei kräftige ausgefallen als ursprünglich erwartet und halte zudem sogar etwas länger an, begründet Chefökonom Stefan Bruckbauer die Revision. Für 2011 bleibt der Ökonom aber weiterhin bei der moderaten Wachstumsprognose von 1,4 Prozent.

"Die Gesundung der österreichischen Wirtschaft wird mit nur geringen Reibungsverlusten bis in den Herbst andauern", so Bruckbauer am Freitag in einer Pressemitteilung. Der Aufwärtstrend sei jedoch stark von einem krisenbedingten Nachholeffekt gekennzeichnet.

Positiv ausgewirkt habe sich im Juli vor allem die gestiegene Zuversicht der heimischen Konsumenten, die durch positive Arbeitsmarkttrends auf den höchsten Wert seit Ende 2007 gestiegen sei. Dieser Optimismus werde derzeit nur von wenigen in Europa geteilt, etwa den deutschen Konsumenten. Die heimischen Industriebetriebe blickten dagegen etwas zurückhaltender in die Zukunft. Dies sei aber nur als eine überzeichnete Gegenbewegung zur deutlichen Steigerung im Vormonat zu sehen, so Bruckbauer. Der positive gesamteuropäische Trend sei vor allem auf die bewährte Konjunkturlokomotive Deutschland zurückzuführen.

Hinsichtlich des Konjunkturverlaufs im kommenden Jahr bleiben die Ökonomen der Bank Austria skeptisch. Die jüngsten Daten aus den USA und auch aus dem asiatischen Raum würden die Konjunktursorgen verstärken. Die Erholung der Wirtschaft weltweit stehe auch nach dem Zwischenspurt im Sommerhalbjahr 2010 auf unsicheren Beinen. "Ein neuerlicher Fieberschub der globalen Wirtschaft, der auch Österreich anstecken würde, ist nicht auszuschließen", so Bruckbauer. Die Gefahr, in eine Rezession abzugleiten, sei aber weiterhin gering.

Der konjunkturelle Zwischenspurt des laufenden Sommers habe sich am Arbeitsmarkt positiv niedergeschlagen, die Arbeitslosenquote werde 2010 mit durchschnittlich 7 Prozent sogar niedriger als im Vorjahr ausfallen, prognostiziert BA-Ökonom Walter Pudschedl. Für das kommende Jahr sei jedoch keine weitere Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt zu erwarten, da das Wirtschaftswachstum 2011 zu schwach ausfallen werde.

Der Anstieg der Agrarpreise dürfte sich nur begrenzt auf die Inflationsentwicklung auswirken, gut gefüllte Lager sollten neue Rekordpreise verhindern. Die Inflationsprognose für das Gesamtjahr 2010 wird um ein Zehntel auf 1,8 Prozent angepasst, und für 2011 erwarten die Ökonomen eine Teuerung von rund 2 Prozent. Insgesamt sollte das Preisumfeld entspannt bleiben. (APA)

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