Mehr Druck im Gastank

13. August 2010, 17:30
  • Alles dreht sich bei Erdgas um den Druck.
    foto: robert jaeger/apa

    Alles dreht sich bei Erdgas um den Druck.

Mit Verknappung des Erdöls wird mittelfristig Erdgas als Fahrzeugtreibstoff eine größere Bedeutung bekommen und längerfristig auch Wasserstoff

Bei Gasen sind Transport und Lagerung schwieriger als etwa bei Benzin und Diesel. Das Kernproblem: Sie müssen unter sehr hohen Druck gesetzt werden, um eine entsprechende Energiedichte zu erreichen, damit die Reichweite des Fahrzeugs wenigstens annähernd an gewohnte Strecken herankommt.

Derzeit beträgt der Maximaldruck in Fahrzeugtanks für Erdgas 200 bar, woraus sich selten eine Reichweite von mehr als 200 km realisieren lässt. Bei Wasserstoff ist das Verhältnis noch schlechter, die Entwicklung neuer Tanks also noch zwingender. Ein naheliegender Ansatz, dem Reichweitendilemma zu entkommen, ist nun die Erhöhung des Drucks auf 700 bar. Das alleine bringt aber noch nicht unbedingt den großen Vorteil, weil dann auch der Behälter viel massiver und schwerer ausgelegt werden muss. In heute üblichen Stahltanks sieht man da wenig Zukunft. Ein Schlüsselwert ist dabei das Verhältnis zwischen Masse und Volumen bzw. Fassungsvermögen. Bei heutigen Stahltanks und einem geforderten Druck von 200 bar liegt dieser Wert zwischen 0,8 und 1,1 kg pro Liter.

Magna-Steyr in Graz entwickelt derzeit völlig neue Tanks, mit denen man unter 0,5 kg/l kommen will. Das Geheimnis: Ein Behälter aus Kunststoff oder Alu wird mit Kohlefaser entweder teilweise oder ganz umwickelt und kann damit wesentlich höheren Drücken standhalten. Das klingt ziemlich einfach, ist aber schwierig, weil der Behälter einen ständig wechselnden Druck über mindestens zwanzig Jahre aushalten und auch bei Attacken von außen nicht leck werden darf. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/13.08.2010)

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18 Postings

Also Carbon Fiber Reinforced Behälter mit Inlays sind nicht wirklich was neues.
http://www.mcs-international-gmbh.de/scripts_d... cng01.html
http://www.luxfercylinders.com/
http://www.worthingtoncylinders.com/Products/... -Fuel.aspx

Neu ist m.E. die Dinger auf einen Betriebsdruck 700 bar "aufzubohren".
Mit wem kooperiert Magna da? Ich denke ja nicht dass Magna selber eine Druckbehälterfertigung aufbauen will.

Sackgasse! Dem E-Fahrzeug gehört die Zukunft

Warum glauben eigentlich alle daran, dass überhaupt das Auto die Zukunft ist?

Die allergrößte Verschwendung ist doch die Tatsache, dass die meisten Autos mit 1-2 Leuten unterwegs sind.

Wenn Treibstoff wirklich knapp wird, dann wird das öffentliche Verkehrsmittel attraktiv und das Mittel der Wahl.

wunschdenken

Ist ein bisschen ein Wuschdenken... Da kommst nie von Punkt zu Punkt, sondern nur von Ort zu Ort. Und wennst nicht im Ort lebst, gute Nacht!!

Die Zukunft wird wird es zeigen. ;)

Das Elektro-Auto hat eine eingeschränkte Zukunft

im Ballungsraum und als Pendlerauto - soferne man eine Garage zur Verfügung hat.

Ansonsten: Keinerlei Chance, daß das Elektro-Auto die Benzinautos in absehbarer Zeit (eher 30-40 Jahre und nicht 25-20) ablösen kann.

lg
Dimple

Im Stadt- und Regionalverkehr ja.

Ansonsten auf Jahrzehnte unbrauchbar.

- Reichweite
- Ladezeiten
- Akkukosten (Lebenszeit direkt von Ladung abhängig)

Alte Kamellen

Ich freue mich zwar, das es nach intensiver Auskostung des sinnfreien E- Mobil Hypes wieder etwas zum Thema Erdgas gibt.
Es wurden vor langem Tanksysteme für höhere Drücke entwickelt, für Wasserstoff gibt es 700 bar Tanks mit Homologation zum Fahrzeugeinsatz jederzeit zu kaufen. Es ist richtig, daß aktuell mit 200 bar Druck gefahren wird. Das hat 2 Gründe:
1. Tankstellen werden laut internationalem Abkommen mit 200 bar betrieben (und alle Tanks sind entsprechend homologioert)
2. Der Energieaufwand zum Befüllen steigt exponentiell - also bis 300 bar dopelt so hoch wie bis 200 bar.
Die Reichweiten mit Erdgas liegen normalerweise bei 300- 350 km. Tw. noch höher.
Gas optimierte Motoren gibt es - z.B. den VW 1.4 TSI 150 PS
Also vollGAS.

.....

Es wäre vielleicht mal auch an der Zeit über Gas-optimierte Motoren nachzudenken.
Gas soll ja z.b. eine wesentlich höhere Oktanzahl haben.

glaub ich nicht

die Erdgasmotoren nach Otto haben wegen der hohen Selbstenzuendlichkeit niedrige Verdichtung, Fluessiggasmotoren nach Diesel sind da besser dran.

der Wasserstoffantrieb ist ein Hype

abgesehen von den Materialproblemen muss dann der Strassendienst bei jedem Unfall mit einem LKW Schotter das Loch auffuellen, das uebrigbleibt!
Vorteil - auf die Rettung kann verzichtet werden.

Hahaha.

Ich halte auch nichts von Wasserstoff als mobile Energie, vor allem, weil noch eine Energieumwandlung nötig ist, mit einem Wirkungsgrad von 30%.

Aber sicher soll das Ding schon sein. Ich hab' da mal eine Testserie gesehen, denen ist es nicht gelungen, die Flasche zur Explosion zu bringen. Zum Brennen schon, aber nicht zum Explodieren.

... das gilt aber nur für Hydridspeicher.

Was gilt nur für Hybridspeicher? Was ist das?

Ich habe gemeint, daß ich eine kWh in H2 nur kriege, wenn ich vorher 3 kWh reingesteckt habe. Die Produktion von den 3 kWh bleibt gleich - effizient oder nicht, nur braucht mensch halt dreimal soviel!

Hydrid, nicht Hybrid

Er hat sein Posting auf die Explosionsgefahr bezogen.
Wasserstoff kann auch reversibel an Metalle angelagert werden, es bildet sich ein Metallhydrid.
Damit lässt sich Wasserstoff ohne hohen Druck speichern, man hat aber dafür den Nachteil des schweren Speichermetalls.
Wie auch immer: Angeblich soll keine der Alternativen (LPG, CNG, H2) gefährlicher als Benzin sein.
Mir leuchtet auch nicht ganz ein, warum Wasserstoff gefährlicher als Erdgas sein sollte. Durch seine extrem geringe Dichte zischt er bei Leckagen ja sofort nach oben weg, die Bildung einer größeren Menge Knallgasgemisch ist unwahrscheinlich.

Ah-ha, danke.

carry over from H2 projects

Ursprünglich wurden die teuren Tanks für Wasserstoff entwickelt, oder?

Nicht bös sein, aber so heißt das:
"Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar."
Ingeborg Bachmann
Den Menschen ist natürlich auch nicht falsch, nur kein Zitat.

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