Skyrunner Stangl hat K2 bezwungen

13. August 2010, 14:18
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Widmet Besteigung Meteorologen von der ZAMG - Nächste Expedition bereits im November

Der Extremsportler Christian Stangl hat den K2 bezwungen. Der Steirer ist nach eigenen Angaben bereits am Donnerstagvormittag am Gipfel gestanden. "Ich hab's geschafft", meldet er sich . Die oberösterreichische Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner hatte vor einer Woche am K2 umkehren müssen, nachdem ihr schwedischer Bergkamerad Fredrik Ericsson beim Aufstieg tödlich verunglückt ist.

Am Dienstag begann der Aufstieg

Seinen Gipfelsieg widmete der Steirer dem Innsbrucker Meteorologen Karl Gabl von der ZAMG, "so eine präzise Wettervorhersage zu treffen ist einfach genial! Wenn das Vertrauen in Charly nicht dagewesen wäre - ich wäre nicht aufgebrochen." Am Dienstag um 17.00 Uhr pakistanischer Ortszeit ist der Bergsteiger vom Basislager alleine losgestartet, die ganze Nacht über die Abruzzi-Route auf 7.300 Meter hinauf in das Zwischenlager III. "Es hat die ganze Zeit geschneit und ich hatte Steinschlag wie bei den beiden Versuchen zuvor schon", schilderte Stangl. Nach kurzer Rast im Lager III hat sich das von Karl Gabl prognostizierte Wetterfenster aufgetan. "Ich wusste, ich habe jetzt nur wenige Stunden Zeit!"

Am Donnerstag, um 10.00 Uhr, stand Stangl dann endlich am Gipfel: "Die Sicht war nicht besonders gut, aber brauchbar. Ich hatte gar keine Freude am Gipfel - es war komisch. Wahrscheinlich realisiere ich das erst in ein paar Tagen. Der Berg ist so saugefährlich! Technisch nicht so schwierig, nicht der höchste aber mit Sicherheit der gefährlichste Berg den ich je versucht oder geschafft habe", resümierte der Extremsportler.

Unter Felsvorsprung eingeschlafen

Der Aufenthalt am Gipfel dauerte nur kurz, Stangl stieg gleich wieder Richtung Lager III ab. Um 17.00 Uhr kletterte er wieder über den Abruzzengrad hinunter. "In der der Nacht habe ich mich via GPS orientiert - bin dann eine Zeitlang von der 'Originalroute' abgewichen, weil die Seile so durchtränkt waren und ein Abseilen nicht möglich war. Um Mitternacht habe ich mich dann unter einem Felsvorsprung in Schutz gebracht und bin dann eingeschlafen", erzählte er.

Bei Tagesanbruch, gegen 4.00 Uhr, wachte der Bergsteiger auf und hatte eine Begegnung mit einem Tier. "Ein Tier - ähnlich wie eine Katze ist mir gegenüber gestanden. Im Basislager haben Sie mir gesagt, dass das ein Schneeleopard gewesen sein könnte, ich glaubte schon, ich bin deppert", schilderte der erschöpfte Alpinist. Stangl erreichte den Gipfel des K2 auf 8.611 Metern Höhe im dritten Jahr und noch dem siebenten Anlauf. Die Freude ist noch verhalten. "Ich schau, dass ich jetzt so schnell wie möglich wegkommen kann."

Nur noch ein Berg fehlt

Für sein Vorhaben, als erster Mensch alle "14 Seven Summits" (siehe Infobox) zu besteigen, fehlt Christian Stangl (44) somit nur mehr ein Berg: Der 4.852 Meter hohe Mount Tyree in der Antarktis, der als K2 des südlichsten Kontinents der Erde gilt. Erst sieben Bergsteiger standen laut Angaben des Steirers seit der Erstbegehung im Jahre 1967 auf dem Gipfel, seit 1997 überhaupt keiner mehr.

Bereits Mitte November will er zu dieser Expedition aufbrechen, sagte Sprecher Willi Pichler. Gelingt ihm der Gipfelsturm, hat der Skyrunner die sieben höchsten Gipfel aller Kontinente inklusive Antarktis und Ozeanien plus die zweithöchsten bestiegen.

Auch Extremradler Fasching auf ehrgeiziger Mission

Die sieben höchsten Gipfel in den Bundesländer in nur sieben Tagen erklimmen (nur sieben Berge sind, da einige Gipfel an Landesgrenzen liegen) und die Strecke dazwischen nur mit dem Rad hinter sich bringen. Dieses ehrgeizige Ziel versucht Extremsportler Wolfgang Fasching seit Freitag zu erreichen und hat Freitag in der Früh mit dem 3.312 Meter hohen Piz Buin in Vorarlberg die erste Etappe geschafft.

Weitere Station wird am Dachstein (2.995 Meter) im oberösterreichisch-steirischen Grenzgebiet gemacht. Dann wird das neue Ziel in Angriff genommen, der Großvenediger (3.662 Meter) an der Grenze zwischen Tirol und Salzburg. Wenn das Wetter mitspielt, plant der Extremsportler anschließend den Großglockner (3.798 Meter) zwischen Kärnten und Tirol zu besteigen.

Letzter Stop: Schneeberg

Nach 300 Kilometern am Rad folgt der Geschriebenstein (884 Meter) im Burgenland und der niedrigste Gipfel, der 542 Meter hohe Hermannskogel in Wien. Das Ende findet die Tour planmäßig nächsten Donnerstag am niederösterreichischen Schneeberg (2.076 Meter). Aus Sicherheitsgründen wird der gebürtige Bad Radkersburger die Bergtouren nur mit einem Führer und Seilschaften bewältigen. Die insgesamt etwa 1.000 Kilometer zwischen den Gipfeln sollen am Rad zurücklegen. (APA)

Unter den "Seven Summits" versteht man jeweils den höchsten Berg der sieben Kontinente. Die verschärfte Version dieser Tour ist die so genannte 14 "Seven Summits Tour", die auch die zweithöchsten Gipfel der Kontinente beinhaltet.

Die höchsten Gipfel sind: der Kilimanjaro (Tansania - Afrika), Elbrus (Russland - Europa), Carstensz Pyramide (Indonesion - Ozeanien), Mount Everest (Tibet/Nepal - Asien), Mount McKinley (USA - Nordamerika), Aconcagua (Argentinien - Südamerika) und Mount Vinson (Antarktis)

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    Christian Stangl war am Gipfel des K2.

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