Guantanamo-Prozess für einen Monat ausgesetzt

13. August 2010, 19:24
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Verteidiger erkrankt: Kriegsverbrecher-Tribunal gegen den "Kindersoldaten" unterbrochen

Guantanamo - Das Kriegsverbrecher-Tribunal gegen den "Kindersoldaten" von Guantanamo Bay, Omar Khadr, ist am Freitag für mindestens vier Wochen unterbrochen worden. Grund dafür ist eine plötzliche schwere Erkrankung von Khadrs Verteidiger. Militäranwalt Jon Jackson war am Donnerstag während eines Zeugen-Kreuzverhörs zusammengebrochen und musste später in ein US-Krankenhaus ausgeflogen werden. Wie es hieß, hängt seine Erkrankung mit einer Gallenblasenoperation vor sechs Wochen zusammen.

Prozessdauer: drei bis vier Wochen

Broyles sagte, es sei unklar, ob Jackson - der einzige zur Verteidigung Khadrs zugelassene Anwalt - erneut operiert oder zur weiteren Behandlung in die USA geflogen werden müsse. Der Fall Khadrs, der als 15-Jähriger gefangen genommen wurde und in dem Gefecht dabei einen US-Soldaten mit einer Handgranate getötet haben soll, zieht sich schon seit Jahren hin. Der Prozess des in Kanada geborenen Sohn des mutmaßlichen Al-Kaida-Finanziers Ahmed Said Khadr ist der erste, der in der Amtszeit von Präsident Barack Obama in Guantanamo beginnt, der das Lager auf Kuba auflösen will. Es wird erwartet, dass er drei bis vier Wochen dauert.

23-jähriger hatte sich als "Terrorist" bezeichnet

Khadr hat bestritten, die Handgranate geworfen zu haben, die den US-Soldaten tötete. Augenzeugen, die ihn die Handgranate werfen sahen, gibt es nicht. Staatsanwalt Jeff Groharing betonte in seinem Eröffnungsplädoyer, dass der inzwischen 23-jährige Khadr sich selbst nach seiner Festnahme als Terrorist bezeichnet habe: "Ich bin ein von Al-Kaida ausgebildeter Terrorist", zitierte Groharing Khadr. "Omar Khadr hat mit Al-Kaida konspiriert, damit er so viele Amerikaner wie möglich töten konnte."

Jackson sagte dagegen, Khadr sei von seinem Vater in den Krieg gestoßen worden. "Er war da, weil sein Vater ihn dazu aufgefordert hatte", sagte Jackson. "Er war da, weil Ahmed Khadr seine Feinde mehr hasste als er seinen Sohn liebte."

Jackson erklärte, Khadr habe den tödlichen Handgranatenwurf nur einmal, in seinem ersten Verhör, gestanden. Der Vernehmungsbeamte habe ihm zuvor von einem nicht kooperativen afghanischen Jugendlichen erzählt, der in ein amerikanisches Gefängnis gesteckt und dort vergewaltigt worden sei. (APA/apn)

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