Prozess gegen Polizisten wegen Misshandlungen bei Festnahme

12. August 2010, 20:32
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Beamte sollen Terrorverdächtigen 2003 misshandelt haben - 73.000 Euro Entschädigung bezahlt

London - In Großbritannien werden vier Polizeibeamte wegen mutmaßlicher Misshandlungen eines Terrorverdächtigen belangt. Nachdem die Londoner Polizeibehörde dem Gewaltopfer Babar Ahmad eine Entschädigung gezahlt habe, sei der bereits zu den Akten gelegte Fall erneut geprüft worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Inzwischen kamen die Ermittler nach eigenen Angaben zu dem Schluss, dass eine Strafverfolgung der Beamten doch von öffentlichem Interesse ist. Den vier Polizisten wird vorgeworden, ihr Opfer bei der Festnahme im Dezember 2003 in London derart misshandelt zu haben, dass er Prellungen an Gesicht, Hals, Handgelenken und Füßen erlitt. Die Polizei zahlte dem 36-Jährigen nach Angaben seiner Anwälte 60.000 Pfund (73.000 Euro).

Am 22. September sollen die vier Polizisten vor einem Gericht im Londoner Stadtteil Westminster erscheinen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Polizei prüft nach eigenen Angaben eine Suspendierung der Männer. Gewaltopfer Ahmad sitzt derzeit in einem Gefängnis in Großbritannien. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte im Juli seine Auslieferung an die USA gestoppt und vor einer etwaigen Überstellung weitere Untersuchungen angeordnet. (APA)

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    Babar Ahmads Vater Ashfaq bei einer Protestkundgebung in London im Jahr 2004.

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