Madoff-Treuhänder nimmt Pioneer ins Visier

12. August 2010, 18:27
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Wien - In der Causa um den Milliardenbetrüger Bernard Madoff nimmt der vom Gericht bestellte Treuhänder Irving Picard die Fondsgesellschaft Pioneer Alternative Investment, eine Tochter der Bank-Austria-Mutter UniCredit, ins Visier. Pioneer hat die von der Wiener Bankerin Sonja Kohn erfundenen "Primo"-Fonds gemanagt. Die "Primeo"-Gelder landeten alle bei Madoff. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg heute berichtete, will Picard nun prüfen, ob möglicherweise auch gegen Pioneer Rechtsansprüche bestehen.

Picard urgiert eine eine Zeugenaussagen eines ehemaligen Pioneer-Mitarbeiters über die internen Kontrollprozesse. Davon erhofft er sich Erkenntnisse darüber, welche Rolle Pioneer und andere im Madoff'schen Schneeballsystem gespielt haben. Auch über den "Herald"-Fonds der ehemaligen Wiener Bank Medici will Picard Informationen sammeln. Der Madoff-Skandal hat dem kleinen Wiener Geldhaus von Sonja Kohn, an dem auch die Bank Austria beteiligt war, das Genick gebrochen. Picard hat einige Madoff-Feeder-Fonds sowie Verwandte von Madoff auf die Rückzahlung von 15 Mrd. Dollar geklagt.

Der Ende 2008 aufgeflogene Mega-Betrug hat in Österreich hohe Wellen geschlagen. Nicht nur zahlreiche - zumeist betuchte - Anleger, sondern auch die steirische Gemeinde Hartberg sowie die Kärntner Tourismusholding (KTH) haben viel Geld verloren. Gegen die Bank Medici sowie gegen die Bank Austria sind im In- und Ausland zahlreiche mutmaßlich Geschädigte vor Gericht gezogen. Die Finanzinstitute hatten stets betont, selbst Opfer von Madoff zu sein. Gegen Kohn ermittelt auch die Justiz, u. a. werden wird sie der Geldwäsche und des Betrugs verdächtigt. Die Bankerin gilt als eine der wichtigsten Geldbeschafferinnen Madoffs, es gilt die Unschuldsvermutung. (APA)

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