US-Emissär holt sich Abfuhr

12. August 2010, 17:40

George Mitchells Bemühungen für direkte Gespräche zwischen Israel und Palästinensern gescheitert

Für israelisch-palästinensische Verhandlungen sieht es einmal mehr schlecht aus: Die Palästinenser bestehen auf der Grenze von 1967 als Referenzrahmen. Das wird von der israelischen Regierung abgelehnt.

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Jerusalem/Ramallah - Der amerikanische Nahost-Emissär George Mitchell dürfte mit seinen Bemühungen gescheitert sein, Israelis und Palästinenser wieder zu direkten Gesprächen zusammenzuführen. Das meldete am Donnerstag zumindest die israelische Tageszeitung Haaretz in ihrer Internetausgabe - nachdem zuvor tagelang in Medienberichten signalisiert worden war, die Einwilligung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu solchen Gesprächen könnte unmittelbar bevorstehen.

Wobei Abbas' monatelange Forderung nach einem von der israelischen Regierung ausgesprochenen absoluten Baustopp in den besetzten Palästinensergebieten nicht der Knackpunkt war. Dass es die Baustopp-Zusage nicht geben würde, war klar. Zuletzt bestand Abbas jedoch darauf, dass die Verhandlungen auf einer - bereits existierenden - Erklärung des Nahostquartetts (USA, Uno, EU und Russland) basieren müssten, welche die grüne Linie von 1967 (die Grenze bis zum Sechstagekrieg, bei dem Israel die Palästinensergebiete besetzte) als Richtlinie für einen zukünftigen palästinensischen Staat nennt. Das lehnt jedoch Israels Premier Benjamin Netanjahu ab. Er akzeptiere keine Vorbedingungen für Gespräche, die für die israelische Öffentlichkeit unannehmbar seien, heißt es aus seinem Büro.

Die palästinensische Seite begründet die Forderung mit der Befürchtung, dass Netanjahu ohne einen festgelegten Referenzrahmen inakzeptable Vorschläge machen könnte - und die Palästinenser, wenn sie diese Vorschläge ablehnen, als nicht kooperativ dastehen würden. So kristallisierte sich etwa zuletzt heraus, dass die israelische Regierung nicht nur im Westen des Westjordanlands das Land, auf dem jüdische Siedlungen stehen, beanspruchen wird, sondern dass Israel auch im Osten des Westjordanlands, im Jordantal, eine Präsenz behalten will.

Genaue Pläne der israelischen Regierung, auf welcher Fläche und zu welchen Bedingungen sie einen Palästinenserstaat akzeptieren würde, sind nicht bekannt. Während Netanjahus erster Regierungszeit als Premier 1996 bis 1999 lagen dessen Vorstellungen bei unter 50 Prozent des Westjordanlands.

Mitchells Tätigkeit beschränkte sich zuletzt darauf, die Vorschläge zwischen Abbas und Netanjahu hin- und herzutragen. Die US-Position ist nicht bekannt. Es wird nicht mehr erwartet, dass von den USA besonderer Druck kommt.

Die bewusste Erklärung, die Abbas als Grundlage haben will, wurde vom Nahost-Quartett im März dieses Jahres verabschiedet. Darin heißt es, dass die Gründung eines Palästinenserstaates die Besetzung seit 1967 beenden würde. Außerdem wird die Forderung nach einem Siedlungsstopp erhoben. Besonders schwer zu schlucken für Netanjahu ist die darin enthaltene Kritik an der israelischen Bevölkerungspolitik in Ostjerusalem, dessen Annexion die internationale Gemeinschaft laut Statement nicht anerkennt. (guha/DER STANDARD, Printausgabe, 13.8.2010)

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Karl-Heinz Rumgenippe
10
14.8.2010, 17:44

Nichts Neues in Nahost. Man dreht sich im Kreis.

Oma Chamra
215
13.8.2010, 13:56
Mitchell braucht nur einen Blick in die israelischen Schulbücher werfen,

um zu erkennen, dass seine "Mission" aussichtslos ist. Auf den Landkarten in diesen Schulbüchern wird er nämlich vergeblich ein Palästina suchen.

superloser
194
13.8.2010, 10:13
inakzeptable Vorschläge

Die Palästinenser befürchten inakzeptable Vorschläge. Es ist echt zum Lachen.
Seit Jahren blockieren die Palästinenser mit inakzeptablen Vorschlägen die Friedensverhandlungen, seit Jahren sagen die Palästinenser regelmäßig laut: Nein, wir können dieses Friedensangebot nicht annehmen.

Die Israelis wollen Verhandlungen ohne Vorbedingungen. Was zum Teufel ist so schwierig daran, sich einfach mal mit den Israelis an einen Tisch zu setzen?

Tower Hill
07
14.8.2010, 08:08
"...Was zum Teufel ist so schwierig daran, sich einfach mal mit den Israelis an einen Tisch zu setzen?..."

Es ist schwierig, aus einer Position der Schwäche zu verhandeln. Die Pal. haben außer Gesprächsverweigerung keinerlei Druckmittel, seitdem der bewaffnete Widerstand aufgegeben wurde.

superloser
41
14.8.2010, 15:03

Gerade die Position der Schwäche, sollte man meinen, müsste die Palästinenser an den Verhandlungstisch zwingen. Aus der Schwäche heraus lehnt man keine Verhandlungen ab, die einem eine qualitative Verbesserung der Lage bringen könnten.

Zwei Möglichkeiten sind denkbar: Erstens, die Palästinenser haben Oberwasser und das Gefühl, das Geschehen diktieren zu können. Dafür spricht die weltweite Unterstützung, welche sie für ihr Tun bekommen.
Oder zweitens: Sie empfinden einen Frieden mit Israel nicht als qualitative Verbesserung, sondern den Kriegszustand mit Israel als derzeit angenehme Lebensgrundlage.

Tower Hill
00
15.8.2010, 09:10
Die Position des Stärkeren erkennt man schon daran,

daß Isr., welches von den Pal. keine Vorbedingungen verlangt, selbst Vorbedingungen formuliert: die Siedlungsblöcke und das Jordantal sollen isr. werden. Was übrigens dem Prinzip Land gegen Frieden ziemlich widerspricht.

Den Pal. bleibt Gesprächsverweigerung. Und das Wissen, daß die Besatzung die isr. Demokratie nach und nach korrumpiert. Dazu kommt, daß die Demagogie ebenfalls für die Pal. spricht.

FSK
31
14.8.2010, 13:44

wann wurde der aufgegeben?

Com Pirx
05
14.8.2010, 15:49

Wann haben Sie zum letzten Mal bewußt Zeitung gelesen?

master of puppets
011
13.8.2010, 10:55
der friedenswille der jetzige rechten isr. regierung ist schwer zu bezweifeln, nicht einmal einen baustopp fuer die voelkerrechtswidrigen siedlungen gibts. aber fuer leute die schwer von verstaendnis sind nocheinmal, steht ja alles im artikel :

"Die palästinensische Seite begründet die Forderung mit der Befürchtung, dass Netanjahu ohne einen festgelegten Referenzrahmen inakzeptable Vorschläge machen könnte - und die Palästinenser, wenn sie diese Vorschläge ablehnen, als nicht kooperativ dastehen würden. "
"So kristallisierte sich etwa zuletzt heraus, dass die israelische Regierung nicht nur im Westen des Westjordanlands das Land, auf dem jüdische Siedlungen stehen, beanspruchen wird, sondern dass Israel auch im Osten des Westjordanlands, im Jordantal, eine Präsenz behalten will."
"Während Netanjahus erster Regierungszeit als Premier 1996 bis 1999 lagen dessen Vorstellungen bei unter 50 Prozent des Westjordanlands."

lagrangian
120
13.8.2010, 09:43

es gibt auch keinen grund warum israel die grenzen von 67 akzeptieren sollte. allerdings sind diese pläne von netanyahu nur 50% einem palästina zur verfügung zu stellen nur lächerlich.

und zb jerusalem. diese stadt darf weder zu israel noch zu palästina gehören.

AntiFa201
28
13.8.2010, 11:12
"es gibt auch keinen grund warum israel die grenzen von 67 akzeptieren sollte."

was erbrechen sie da? es gab auch keinen grund, warum die udssr sich aus ostdeutschland zurück zog. oder ist das jetzt eine andere sache? ja richtig, es ist eine andere sache. die udssr hat ostdeutschland ZU RECHT besetzt, israel hat die palästinensergebiete ZU UNRECHT besetzt. ostdeutschland musste nach ihrer meinung UNBEDINGT wieder mit restdeustchland vereint werden, für die palästinensergebiete hingegen gibt es ihrer meinung nach keinen grund, warum diese zurück gegeben werden sollten. heuchlerei und doppelmoral.

insertnamehere
 
11
13.8.2010, 15:59
Die Sowjetunion hat sich nicht aus einem besetzten, sondern aus einem "Bruderstaat" zurückgezogen.

Oder etwa nicht? ;-)

lagrangian
111
13.8.2010, 11:33

vollkommen richtig.

1. palästina wurde in einem verteidigungskrieg zu recht besetzt.
2. es gab nie einen staat palästina, wofür die palästinenser verantwortlich sind.

Hubert Ungeist
 
010
13.8.2010, 14:05
67 war kein Verteidigungskrieg

sondern ein Angriffskrieg Israels

lagrangian
80
13.8.2010, 14:54

oh doch war es, selbst wenn es viele leute nicht wahr haben wollen...

AntiFa201
00
13.8.2010, 16:29

selbst wenn es ein verteidigungskrieg war, dann eine verteidigung gegen syrien, ägypten und jordanien. die palästinenser waren nicht in der lage anzugreifen, waren nicht mal primitiv gerüstet. was können die palis also dafür, dass syrien, ägypten und co die israelis bedrohten? folglich war es, wenn überhaupt, ein verteidigungskrieg gegen ägypten, syrien und jordanien und ein angriffskrieg gegen die palästinenser.

lagrangian
40
13.8.2010, 22:42

Es war ägyptisches, jordanisches und syrisches (Golan)Gebiet.

Hubert Ungeist
 
02
14.8.2010, 07:14
Na dann soll Isreael es annektieren

und muss dann denn Palästinensern dieselben Rechte wie den jetzigen arabischen Israeli geben (eh nicht wie den jüdischen Israeli) mal schauen was dann langfristig passiert

lagrangian
40
14.8.2010, 09:18

naja, mein ich ja. warum sollen sie nicht teile annektieren.

Hubert Ungeist
 
01
14.8.2010, 17:34
Aha also wieder nur die Rosinen..

und dass nennt sich dann friedenswillig

AntiFa201
00
13.8.2010, 13:53

1. (ost)deutschland wurde in einem verteidigungskrieg besetzt.
2. das deutsche reich gab es nach 1945 nicht mehr... folglich auch keinen grund auch nur annähernd die grenzen von vor 1945 wieder herzustellen bzw. teile des ehemaligen deutschen reichen wieder zusammen zu fügen.

lagrangian
30
13.8.2010, 14:55

ja, stimmt... wo genau liegt jetzt das problem? auch korea oder zypern muss nicht unbedingt wiedervereint werden.

AntiFa201
01
13.8.2010, 16:28

und wieso war es soooo wichtig deutschland zu vereinen? wieso hat man deswegen sogar einen atomkrieg riskiert? wieso stand es in der (west)deutschen verfassung? ist das nun doppelmoral von ihnen oder was?

lagrangian
30
13.8.2010, 22:44

Ja, wie gesagt mir ist schlicht wurscht ob D ein oder zwei Staaten ist... Von mir aus kann sich Israel auch alles behalten, sofern die ansässige Bevölkerung dafür ist.

naihoit
15
13.8.2010, 07:52
Die Palästinenser bestehen auf der Grenze von 1967 als Referenzrahmen. Das wird von der israelischen Regierung abgelehnt

und damit ist schon alles gesagt.
Die Israelis wollen keine Lösung, sondern spielen auf Zeit, um sich nach und nach ganz Palästina aneignen zu können.

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