Brände in Russland eingedämmt

12. August 2010, 17:28
posten

Flutung der Torffelder um Moskau beginnt

In den russischen Brandgebieten zeichnet sich eine Entspannung ab. Die Feuerfläche konnte um 10.000 Hektar auf 80.000 Hektar verringert werden. Landesweit gebe es noch immer 560 Brandherde. Angesichts der Löscherfolge hob Präsident Dmitri Medwedew in den drei Regionen Wladimir, Woronesch und Mari El den Notstand auf. Kritisch bleibt es im Großraum Moskau, Mordwinien, Nischni Nowgorod und Rjasan.

Im Gebiet Moskau verringerten sich die Brandflächen um ein Viertel auf 126 Hektar. Laut Katastrophenschutzministerium habe man bereits begonnen, die ausgetrockneten Torffelder rund um Moskau zu fluten. Für dieses Vorhaben wurden aus dem föderalen Budget 300 Millionen Rubel (rund 7,6 Millionen Euro) bereitgestellt. Ökologen befürchten jedoch, dass die hastige Aktion kontraproduktiv ist. Sie bezweifeln zum einen, dass es möglich ist, die seit langem ausgetrockneten Moore so schnell wieder in Sümpfe zu verwandeln. Zum anderen stellten die Bäume, die aufgrund des Flutens absterben werden, eine neue Brandgefahr dar.

Momentan ist die Luft in Moskau so sauber wie seit zwei Wochen nicht mehr. Ab Freitag droht jedoch die Rückkehr der Rauchwolke. Oppositionelle forderten vor dem Moskauer Rathaus den Rücktritt von Bürgermeister Jurij Luschkow. Dieser urlaubte, während in Moskau doppelt so viele Menschen wie üblich starben. (Verena Diethelm, DER STANDARD - Printausgabe, 13 August 2010)

Share if you care.