Bombenanschlag auf EFE-Sitz und Radiosender

12. August 2010, 15:56
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Sechs Verletzte - Santos spricht von "Terroranschlag"

Bogota/Wien - Am Sitz des Korrespondentenbüros der spanischen Nachrichtenagentur EFE und des Radiosenders Caracol in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota ist Donnerstag Früh ein Bombenanschlag verübt worden. Mindestens sechs Personen wurden verletzt, berichtete die spanische Zeitung "El Pais". Die Hintergründe sind unklar.

Die Explosion im Finanzviertel Bogotas war nach Angaben von Augenzeugen "gewaltig". Ein großer Teil des Daches der Studios von Radio Caracol stürzte ein. Präsident Juan Manuel Santos sprach von einem "feigen Terroranschlag". Man dürfe nicht nachlassen, über die Sicherheit der Demokratie zu wachen.

Der Polizeikommandant von Bogota, César Augusto Pinzón, berichtete, die Bombe sei in einem Fahrzeug der Marke Swift explodiert. In dem Viertel, in dem sich der Anschlag ereignete, wohnen viele Politiker und Diplomaten. Es habe keine vorherigen Anschlagsdrohungen geben. Man untersuche auch mögliche kriminelle Hintergründe.

Stark wie ein Erdbeben

Die Polizei rief die Bevölkerung zu Ruhe und Geduld auf um den Behörden eine rasche Aufklärung der Hintergründe des Anschlags zu ermöglichen.

Neben dem Sitz von EFE und Caracol wurden auch andere Gebäude in der Umgebung, etwa eine Bank, sowie eine Reihe von Fahrzeugen stark beschädigt. Die Caracol-Mitarbeiter wurden in Sicherheit gebracht. Ein Augenzeuge sagte, die Explosion sei stark wie ein Erdbeben gewesen.

Der Anschlag ereignete sich kurz nach dem Treffen zwischen den Präsidenten Kolumbiens und Venezuelas, Santos und Hugo Chávez, am Dienstag in der kolumbianischen Stadt Santa Marta, wo die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen beider Länder beschlossen wurde. Diese waren am 22. Juli von Caracas abgebrochen worden, nachdem die inzwischen aus dem Amt geschiedene kolumbianische Regierung Venezuela beschuldigt hatte, kolumbianischen FARC-Guerillas Unterschlupf zu gewähren.

Die marxistischen FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) und eine Reihe anderer rechter und linker Terrororganisationen sowie die Drogenmafia hatten in der Vergangenheit zahlreiche, zum Teil sehr blutige Anschläge in Kolumbien verübt. Deren Zahl ist zwar in den letzten Jahren zurückgegangen. Allerdings waren auch die Präsidentschaftwahlen im Juni von Bombenanschlägen mit mehreren Toten überschattet.

Die spanische Nachrichtenagentur EFE mit Unternehmenssitz in Madrid und mehr als 3.000 Mitarbeitern ist in 110 Ländern - darunter auch in Österreich - vertreten. Caracol Radio ist der auch international bekannteste Hörfunksender Kolumbiens. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Rest des explodierten Autos in Bogotá

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