Ex-Präsident tritt Legalisierungsdebatte los

12. August 2010, 17:08
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    foto: epa/leopoldo smith murillo

    Mexikos Ex-Präsident Vicente Fox, hier beim Stierkampf in Aguascalientes, gibt seinem Nachfolger Tipps, wie man den Krieg gegen Drogenbanden gewinnen könnte

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    US-Präsident Obamas "Drogenzar" Gil Kerlikowske (links) und Mexikos Präsident Felipe Calderón halten nicht besonders viel von der Legalisierung aller Drogen

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    Demo für Legalisierung im nordmexikanischen Monterrey

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    Hanfdemo in Mexico City. Seit August 2009 ist der Besitz von fünf Gramm Marihuana oder eines halben Gramms Kokain für den Eigenbedarf straffrei

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    Soldaten der mexikanischen Marine nehmen in Cuernavaca einen Verdächtigen fest. Der Armeeeinsatz im Kampf gegen den Drogenhandel ist höchst umstritten, weil es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen kommt

Vicente Fox: Herstellung, Verkauf und Konsum aller Drogen sollten straffrei sein

Mexikos Präsident bemüht sich, den umstrittenen Armeeeinsatz gegen Drogenbanden zu verteidigen. Felipe Calderón ist der Meinung, bei den 28.000 Opfern, die der Drogenkrieg seit seinem Amtsantritt gefordert hat, handle es sich großteils um Bandenmitglieder. Die Drogenkartelle verfügten nicht über die Ressourcen, um den Kampf gegen die Staatsmacht langfristig weiterzuführen, weshalb der Krieg am Ende doch noch gewonnen werden könne.

Doch nun fällt Calderón sein Amtsvorgänger in den Rücken: Vicente Fox, der von 2000 bis 2006 Präsident war, verurteilt in seinem Blog den Armeeeinsatz, weil die Soldaten nicht für Polizeiaufgaben ausgebildet sind und es deshalb immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen kommt. Den mächtigen Drogenkartellen, die Schätzungen zufolge jährlich zwischen zehn und vierzig Milliarden Dollar umsetzen, will Fox auf andere Art und Weise zu Leibe rücken: Man sollte Herstellung, Vertrieb und Verkauf aller Drogen legalisieren, fordert der Ex-Politiker.

"Prohibition hat nie funktioniert"

So könnte es seiner Ansicht nach gelingen, die wirtschaftlichen Strukturen der Mafia langfristig zu beschädigen, wodurch diese auch nicht mehr in der Lage wäre, Polizeibeamte und Richter zu bestechen. Fox argumentiert, dass Prohibition nie funktioniert habe. In einer modernen Gesellschaft seien schließlich auch Aspekte wie Abtreibung, Alkohol- und Tabakkonsum nicht gesetzlich geregelt, sondern unterlägen der Entscheidung jedes Einzelnen. Außerdem könne der Staat durch eine Besteuerung wie bei Zigaretten Zusatzeinnahmen erzielen, die für die Behandlung Süchtiger oder für den Ausbau des Gesundheitswesens verwendet werden könnten.

Warum er diese Vorschläge nicht in seiner Amtszeit als Präsident machte, erläutert Fox nicht: damals hatte er sich noch gegen jegliche Legalisierungstendenzen ausgesprochen (derStandard.at berichtete). Er erwähnt aber, dass er "einen selbstkritischen Geist" habe und dass in anderen Ländern solche Experimente durchaus erfolgreich verlaufen seien.

USA lehnen Vorstoß ab

Gil Kerlikowske, der oberste Drogenbekämpfer der USA, lehnte den mexikanischen Vorschlag umgehend ab: in der Regierung Obama sei es unumstritten, dass es keine Legalisierungsbestrebungen auf Bundesebene geben werde. Er bestritt, dass es durch die Prohibition in den 20er Jahren zu einer Zunahme der Kriminalität in den USA gekommen sei: die sei mangels verlässlicher Statistiken nicht belegbar.

Und auch Präsident Calderón winkte umgehend ab: eine solche Entscheidung könne nicht von Mexiko allein getroffen werden, weil der Drogenpreis nicht von Mexikanern festgelegt werde, sondern dadurch, was Konsumenten "in Los Angeles, New York, Chicago oder Texas" bereit seien zu bezahlen. Er sei zu einer Diskussion über diese Idee bereit, stehe ihr selbst aber ablehnend gegenüber. (bed/derStandard.at/13.8.2010)

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Prostetnik Vogon Jeltz
00
27.10.2010, 22:38
Eine sehr ulkige Idee.

Der Preis für Drogen sinkt auf 1/1000, der Handel damit ist nicht länger lukrativ, die Drogenbosse müssen auf den Anbau und Handel von z.B. Sojabohnen umsteigen...

Aber leider:
Undurchführbar wegen der verheerenden Erdbeben, die durch das Gelächter der gesamten Menscheit (ausgenommen der Drogenbosse, natürlich) ausgelöst würden...

:-)

Shark Abuser
02
21.10.2010, 00:23

Fox hat uneingeschränkt recht, und es ist mehr als dringend - vielleicht schon 5 nach 12.
Die Legalisierung von Drogen könnte der Schlüssel sein, mit dem die Menschheit die nächsten 50 Jahre übersteht.
Die Meinungsbildung in diese Richtung geht viel zu langsam ... sieht nicht gut aus.

Ausmex
00
24.8.2010, 15:12
Die Meinung zu dem Thema hat sich in Mexiko radikal verändert,

Vor nur wenigen Jahren, hätte fast niemand an die Legalisierung gedacht, mittlerweile, sind sogar Ex-Präsidenten dafür, aber auch sehr große Teile der mexikanischen Gesellschaft. Jeder der weiß, wie sehr sich das Leben der Menschen dort verändert hat, würde auch sofort diese Wandlung der Öffentlichkeit verstehen. Was die Kooperation mit den USA angeht, finde ich absolut empörend, dass dies nur eine Einbahnstraße ist, als Calderón eine Änderung der Waffengesetze forderte, reagierten die amerikanische Abgeordnete empört, da es für sie eine starke Einmischung in den innere Angelegenheiten der US darstellte, obwohl Mexiko massiv darunter leidet und dies ein großer Teil des Problems ist. The other way around, müsse man natürlich kooperieren!

Ausmex
00
24.8.2010, 15:07

Es wundert mich dass, manchmal, um die Berichte zu verkürzen, oder vielleicht weil zu wenig recherchiert, teilweise falsche Informationen gegeben werden. Calderón selbst hat die Debatte ofiziell los gestartet, in dem er sagte, man müsse öffentlich darüber diskutieren, obwohl er selbst dagegen wäre. Fox meldete sich halt nachher, genauso wie sein Vorgänger Ernesto Zedillo von der PRI, der ebenfalls für die Legalisierung der Drogen sich ausgesprochen hat.

Toni Gruber
00
19.8.2010, 17:11

Ich bin gegen die generelle Freigabe von Rauschgift, , strikt, fände es aber besser wenn ein Staatsmonopol das Geschäft mit diesen " Agrarprodukten" machte, das jetzt die Drogenbosse machen.

Dr. Schland
00
17.8.2010, 09:26

Ich kenne diesen Mr.Fox zwar nicht, er sieht aber schon wie ein "cooler Typ" aus. Leider ansonsten alles wie immer: "Warum er diese Vorschläge nicht in seiner Amtszeit als Präsident machte, erläutert Fox nicht"

Er wird schon seine Gründe gehabt haben.

Ausmex
00
24.8.2010, 14:44

ganz einfach, weil damals die Gewalt nicht so schlimm war wie es jetzt ist!

Er mag wie ein "cooler Typ" aussehen, ist aber eins von den schlechtesten Präsidenten die Mexiko je gehabt hat! Wussten auch nicht dass "cool" ein Kriterium für PolitikerInnen wäre.

wolf67
00
17.8.2010, 01:27
An die Standard-Redaktion

Ich weiss nicht, wer der Standard-Korrespondent fuer Mexico ist, aber waere der Bankrott von Mexicana nicht einen kleinen Artikel wert ???

peter schmidt
 
02
15.8.2010, 04:53
Gibt sicher einige argumente dafür holland ist ja auch mit seiner liberalen drogenpolitik und der de facto sehr laxen verfolgung auch des handels mit harten drogen nicht untergegangen. wenn man sich den drogentourismus in amsterdam wegdenkt ists

siche rnicht schlimmer als frankfurt wahrscheinlicher sogar besser.

die freiwerdenden summen für strafverfolgung wären gut für die behandlung von süchtigen einsetzbar und die besteuerung würde dem staat etliches bringen.

die süchtigen wären vermutlich auch nicht ganz so elend beisammen wie jetzt da das zeug billiger und sauberer wäre.

die einnahmen könnten von den verkäufern normal investiert werden. die gewinnspanne pro einheit sinkt und damit wohl auch die bandenkriege.

das wesentlichste gegenargument ist wohl die moralische frage aber die ist den staaten doch sonst auch wurscht (siehe novomatic gesetz in öst, oder casinos in usa.).

allerdings stark und schlau machen drogen nicht, das sollte man trotzdem bedenken:)

Marko Danube
04
16.8.2010, 10:49
Die Geheimdienste wie CIA usw. Finanzieren Ihre schmutzige Aktionen fast ausschließlich aus Drogengeldern .

Nehmen wir beispiel Kosovo .

Kosovo ist seit der US Besatzung wichtigster Heroinumschlagplatz in Europa.
Die Ware kommt mit US Fliegern direkt aus Afghanistan nach Pristina und von dort aus wird es nach Westeuropa distribuiert.
Davon gab es sogar berichte im Spiegel und anderen Zeitungen , KEINEN KÜMMERT ES !

Die Geheimdienste und Politiker Profitieren gewaltig am Drogenhandel das ist nun mal Fakt.

Drogen zu verbieten mit Begründung wir schützen unsere Kinder ist Schwachsinn.

Raptor Jesus
00
26.8.2010, 00:50
Wenn WikiLeaks es schafft offizielle Papiere zu ergattern und daraus 'ne große Nummer macht!

Das wär ein Coup.

kelchstein
02
14.8.2010, 03:53
Das sieht nach einer Racheforderung aus

Kaum war er nicht mehr im Amt, liess die Mafia ihn fallen: sie schenkten ihm keine Beachtung und es gab kein Geld mehr. Es war auf einmal alles vorbei. Nun will er die mächtigen Drogenkartelle ein wenig ärgern mit seiner öffentlichen Forderung nach Legalisierung. Denke ich mir mal.

Advaita0
01
13.8.2010, 18:45
Wenn die CIA nicht durch Koks&Co ihre Waffenkäufe finazieren kann,

wird auch Obama abwinken (müssen):

http://www.brasschecktv.com/page/912.html

Terence Lennox
00
13.8.2010, 17:33
er hat völlig recht..

Pumuckel Salzstreuer
06
13.8.2010, 15:52
Faszinierender Ansatz...

aber nach der Etablierung starker Kartelle, die das Geschäft besitzen, bringt die Legalisierung wahrscheinlich leider nichts mehr. In Europa hingegen wäre da noch was zu retten. Und jede Menge Steuern zu kassieren.

Aber was ganz anderes - ist das DER Sr. Fox, der sich so gerne las Pseudo-Cowboy mit Bush und Cheney abbilden liess?

Georg Schütt
00
14.8.2010, 14:10
Der Staat könnte versuchen, den Kartellen durch geringere Preise das Wasser abzugraben ...

Im Kern ist die Überlegung, Drogen zu legalisieren, angesichts des zunehmenden Tabak-Verbots etwas anchronistisch, aber da die letzten Jahrzehnte bewiesen haben, dass man weder die Nachfrage- noch die Angebotsseite wirkungsvoll bekämpfen konnte, scheint die Idee wenigstens einer ernsthaften Analyse wert.

wolf67
01
13.8.2010, 21:49

Ja, das ist DER Fox, Praesident von Mexico 2000-2006.

.exe
01
13.8.2010, 15:49

also ich wuerd mich nicht wundern, wenn herr gil kerlikowske und herr calderón von den drogenkartellen hoechstpersoenlich "geschenke" bekaemen, da sie offensichtlich durch die aufrechterhaltung der prohibition dafuer sorgen, dass es den drogenkartellen und dem schwarzmarkt weiterhin gut geht ;-)

nocolei gogol
02
13.8.2010, 15:43
Lächerlich!

Von was sollte die Mafia denn leben, wenn man ihr die Haupteinnahmequelle wegnimmt? Wie sollen die Mafiosis dann noch die Politiker schmieren, damit sie sich ja nicht für eine Legalisierung einsetzen? Aber das schlimmste wär sicher, dass dann endlich ein überwachbarer Jugendschutz möglich wäre und Steuern in Milliardenhöhe eingenommen werden würden. Pfui! Sicher nicht mit mir! Euer Pate

nick morgenland
 
10
13.8.2010, 15:23

am besten wäre ein kompromiss. die einnahme von drogen sollte nicht mehr sanktioniert werden. wer süchtig ist und kein interesse an einem entzug hat, sollte die originaldrogen von einer staatlichen ausgabestelle erhalten (ohne outing, ohne weitergabemöglichkeit), jedenfalls die klassischen.

die größten schäden entstehen durch falsche dosierung, verunreinigungen, beschaffungskriminalität, sozialen abstieg.

die maßnahme würde zu einem preisverfall führen. die drogenmafia könnte nur für einen relativ kurzen zeitraum (bis zur sucht) verdienen.

habe nichts mit drogen am hut. einmal bin ich opfer von beschaffungskriminalität geworden. polizist hat mir gesagt, ersatzdrogen sind gefährlicher als originale.

Karl Krammer
00
13.8.2010, 15:46
was eh genau wie Freigabe ist

daß die Produktion unter staatlicher Aufsicht stattfinden sollte, ist bei vielen kritischen Gütern wie Medikamenten, Flugzeugen, Elektrogeräten oder Autos der Fall. Medikamente müssen zugelassen, Autos TÜV-geprüft und regelmäßig gewartet werden. Privater Medikamenten oder auch Drogenverkauf könnte weiterhin strafbar sein, so wie das fahren mit einem Auto ohne Prüfplakette ja auch strafbar ist.

nick morgenland
 
00
13.8.2010, 16:02

bei einer allgemeinen freigabe wäre auch der verkauf straffrei.

mitrovic dejan
10
13.8.2010, 14:07
Rache ist süß

Wenn die Amis umstrietene EInwanderungs Gesetz beschliessen dann hatt Mexico wirksame Mittel für eine Kontra.
Und Zwa dann können Mexicana Drogen Legalisieren nur für Inländer (mexikaner).
Wenn Yenkis kommen zu kiffen nach Mexico dann Sofort verhaften
wie die jetzt vor haben mit Arme Ilegale Mexicana in Arisona.

mehr wissen
01
13.8.2010, 14:18
Fake

.

mitrovic dejan
00
13.8.2010, 14:54

Noch besser.
Dan kann auch Mexico Lösegeld verlangen in Form von "Kaution" von Yenkis,wenn die ebermliche zustände verlassen wollen in Mexico Gefängnisen.
Das bringt noch ordentlich Dollars in Buget.

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