Forschungslücke von Meduni Innsbruck geschlossen

14. August 2010, 17:14
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Die genetische Sequenz eines Schlüssel-Enzyms wurde identifiziert

Innsbruck - Mit Detektivarbeit hat ein Forscherteam vom Biozentrum Innsbruck an der Medizinischen Universität einen wichtigen Baustein für das Verständnis des menschlichen Stoffwechsels entschlüsselt. In minuziöser Feinarbeit sei es im Labor gelungen, die genetische Sequenz eines Schlüssel-Enzyms in der bisher wenig erforschten Fettklasse der "Ether-Lipide" zu identifizieren, teilte die Universität am Donnerstag in einer Aussendung mit.

Das Forschungsergebnis trage zur weiteren Entschlüsselung des Fettstoffwechsels und des menschlichen Genoms bei, hieß es. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht. Das Forschungsprojekt wurde vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) gefördert.

Fette sind für unseren Körper lebenswichtig: Sie liefern uns Energie, bilden die Schutzhüllen unserer Zellen und steuern viele lebenswichtige Funktionen. Gegenstand der aktuellen Forschung seien die genauen biochemischen Reaktionen zum Auf- und Abbau der vielfältigen Fette unseres Körpers.

Forschungslücke geschlossen

"Wir kennen jene biochemische Reaktion, die Lipide in die für Zellen lebenswichtigen Fettsäuren umwandelt. Ether-Lipide werden zum Beispiel vom Enzym Alkylglycerol-Monooxygenase gespalten. Woran wir aber nun seit Jahren geforscht haben, ist die Identifizierung der zugehörigen Nukleotid- und Protein-Sequenz in der DNA. Das ist jener Gen-Abschnitt, der den Bauplan dieses Enzyms enthält", erklärte der wissenschaftliche Leiter Ernst Werner. Diese Forschungslücke habe sein Team in der Sektion für Biologische Chemie am Biozentrum der Medizinischen Universität Innsbruck nun schließen können.

Ether-Lipide seien in unserem Körper weit verbreitet, aber wenig erforscht. Neben ihrer Funktion als Signalmoleküle und Membran-Bestandteile spielen sie beispielsweise eine wichtige Rolle in der Entwicklung unseres Nervensystems, der Reifung von Spermien und im Schutz des Auges vor Trübungen. Die Identifikation der verantwortlichen genetischen Sequenz für spezifische Enzymreaktionen liefere nicht nur wichtige Erkenntnisse für das grundsätzliche Verständnis lebenswichtiger Vorgänge im Körper, sondern auch neue Ansatzpunkte zur Behandlung von genetisch bedingten Fettstoffwechselstörungen. (APA)

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