Endstadien sonnenähnlicher Sterne

12. August 2010, 14:22
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Internationale WissenschaftlerInnen präsentieren neueste Forschungsergebnisse in Wien

Wien - Kommende Woche, von 16. bis 20. August, findet am Campus der Universität Wien die Astronomie-Konferenz "Why Galaxies Care About AGB Stars" über Endstadien sonnenähnlicher Sterne statt. 200 internationale WissenschaftlerInnen präsentieren neueste Forschungsergebnisse über die Bedeutung Roter Riesensterne für die Entwicklung von Galaxien. Organisiert wird die Tagung von einem Team um Thomas Lebzelter vom Institut für Astronomie der Universität Wien. Das gab die Universität am Donnerstag in einer Aussendung bekannt.

Ziel der Tagung

Seit etwa 20 Jahren steht die Erforschung Roter Riesen im Fokus der Arbeit von AstronomInnen der Universität Wien. Diese Endstadien sonnenähnlicher Sterne weisen eine überdurchschnittliche Größe und Leuchtkraft, die beim bis zu 1.000-fachen unserer Sonne liegt, auf sowie eine relativ niedrige Temperatur. "Ziel der Tagung ist es aufzuzeigen, wie diese sehr alten Sterne den Materiekreislauf in Milchstraßensystemen beeinflussen. Damit schlagen die WissenschafterInnen eine Brücke zwischen der Physik der Sterne und der Galaxienforschung", erklärt Thomas Posch vom Institut für Astronomie der Universität Wien.

"Rote Riesen spielen für unser Verständnis der Stern- und Galaxienentwicklung eine besondere Rolle, weil sie das Universum extrem stark mit Elementen wie Kohlenstoff anreichern, aber auch mit sogenanntem kosmischem Staub, also kleinen festen Körpern", so Posch weiter. Im Rahmen der Konferenz werden die Vortragenden auch neue Modelle zur Entstehung chemischer Elemente und kosmischer Staubpartikel präsentieren.

Weitere Themen, die bei der Tagung erörtert werden, sind u.a. die Nutzung der Observatorien der Europäischen Südsternwarte ESO sowie des ESA-Infrarotteleskops "Herschel" für die Erforschung der Endstadien der Sternentwicklung. Das Weltraumteleskop ist zudem Inhalt eines öffentlichen Vortrags am Dienstag Abend. Mit einem Spiegeldurchmesser von 3,5 Metern ist es das derzeit größte Weltraumobservatorium - seine lichtsammelnde Fläche ist doppelt so groß wie jene des NASA-Teleskops "Hubble". (red)


Link
Why Galaxies Care About AGB Stars II

Vortrag
Am Dienstag, 17. August, 19 Uhr hält Franz Kerschbaum, Leiter des Instituts für Astronomie der Universität Wien, einen öffentlichen Vortrag zum Weltraumteleskop "Herschel" (Campus der Universität Wien, 1090 Wien, Spitalgasse 2, Hof 2.6).

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