Großangelegter Protest der indigenen Völker

12. August 2010, 18:02
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Hunderte Indigene versammeln sich gegen soziale Missstände und riesige Staudammprojekte

Brasilia/Wien - Hunderte von Indigenen werden sich vom 16. bis 20. August in Brasilien versammeln, um auf Missstände aufmerksam zu machen, die ihrem Volk seit Jahren widerfahren. Das teilte Survival International, eine Nichtregierungsorganisation zum Schutz von indigenen Völkern, in einer Presseaussendung am Donnerstag mit.

Rund 800 Indigenas aus zahlreichen der 233 indigenen Völker Brasiliens werden an den Protesten teilnehmen. Die Kundgebung richtet sich demnach gegen die Morde an ihren Anführern, sowie die Enteignung ihres Landes für Wirtschaftsprojekte.

Protest gegen Bauprojekte

Im Bundesstaat Mato Grosso do Sul, südlich des Amazonas, werden die Proteste stattfinden. Mit der Ortswahl soll insbesondere die Unzufriedenheit vieler indigener Völker mit den Plänen der Regierung ausgedrückt werden, die eine Reihe von Staudämmen und Straßen im Amazonasgebiet errichten will. Alle Kandidaten der brasilianischen Präsidentschaftswahl im Oktober wurden zu der Kundgebung eingeladen.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, beklagte, dass die indigenen Völker Brasiliens von der gegenwärtigen Regierung vernachlässigt würden. "Nun appellieren sie an die Präsidentschaftskandidaten, auf ihre Bedürfnisse zu hören."

Besonders kritisch sei laut Survival International die Lage der Guaraní-Indianer. Unterernährung und Alkoholismus seien in diesem Stamm weit verbreitet, die Guaraní hätten eine der höchsten Selbstmordraten der Welt. Um Platz für Viehzucht und Zuckerrohrplantagen zu schaffen, wurde das Volk ihres Landes enteignet. Insgesamt leben in Brasilien zwischen 43.000 und 46.000 Guaraní-Indigenas. (red/APA)

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    Ein Dorf der Bacaja-Indigenas aus dem Volk der Chicrin am Ufer des Bacaja, eines Nebenflusses des Xingú, an dem Belo Monte, das drittgrößte Stau-Kraftwerk der Welt entstehen soll.

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    "Belo Monte raus" fordert dieses Graffiti in der Stadt Altamira im Bundesstaat Pará.

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