Rattenhirne als Vorbild für Roboter

15. August 2010, 18:00
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US-Forscher wollen die Navigation militärischer Roboter verbessern

Boston - Damit militärische Roboter effizienter im Gelände navigieren können, setzen Forscher an der Boston University auf Ratten als Vorbild, denn die Nager können neue Umgebungen sehr gut erkunden. Aktuellen neurologischen Untersuchungen zufolge liegt das nicht zuletzt an speziellen Neuronen, den sogenannten "Grid Cells". Diese sind Vorbild für die hocheffizienten Roboter-Navigationsalgorithmen, die aus der aktuellen Forschung entstehen sollen. 1,5 Millionen US-Dollar (knapp 1,170 Millionen Euro) wurden nun vom US-Verteidigungsministerium dafür locker gemacht.

Dabei geht es speziell um das Problem der simultanen Lokalisierung und Kartenerstellung (SLAM). Ein mobiler Roboter soll eine Karte seiner Umgebung erstellen und gleichzeitig genau einschätzen können, wo er sich befindet. Zudem soll der Austausch von Informationen zwischen Maschine und Mensch über Orte und Missionsziele verbessert werden. Die Forscher orientieren sich bei ihrem Projekt an aktuellen Modellen. Diesen zufolge kodieren Grid Cells die Position einer Ratte mithilfe von Informationen über ihre eigene Bewegung und die wahrgenommene Umgebung.

Australisches Projekt

Ratten sind als Navigationsvorbild nicht neu: Seit 2003 arbeiten australische Forscher an RatSLAM. Dabei haben sie 2008 nur mithilfe einer handelsüblichen Webcam ein relativ großes Gebiet in einem Vorort von Brisbane nach Nager-Vorbild kartografiert. (pte/red)

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    Die Analyse von Rattenhirnen soll zu hocheffizienten Roboter-Navigationsalgorithmen führen.

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