"Hysteel"

Verwertung von Nebenprodukten der Stahlindustrie

14. August 2010, 17:46
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    foto: apa/rolf vennenbernd

Projektleiter stellt Verfahren zur Gewinnung von Wertstoffen und Bindung von Kohlendioxid vor

Rom- Mitarbeiter des italienischen Istituto di Geologia Ambientale e Geoingegneria haben ein Verfahren zur Wiederverwertung von Nebenprodukten der Hüttenindustrie entwickelt. Mithilfe von "Hysteel", wie das Verfahren benannt worden ist, können den Angaben zufolge erhebliche Kosteneinsparungen erzielt werden: "Die Stahlindustrie hinterlässt eine Vielzahl von festen, flüssigen und gasförmigen Rückständen. Aus diesen lässt sich Wasserstoff gewinnen und gleichzeitig auch eine umweltneutrale Bindung von Kohlendioxid bewerkstelligen", erklärt Projektleiter Paolo Plescia.

Dazu würden zwei einfache chemische Reaktionen genutzt. Bei der einen gehe es neben der Wasserstoffproduktion um die Oxidation von Schwermetallen, bei der anderen um die Aktivierung der Silikatanteile und die Speicherung von Kohlendioxid. "Aus jeder Tonne Stahlindustrieabfall können rund 44 kWh Strom erzeugt und 2,7 Tonnen Kohlendioxid gebunden werden", so der italienische Wissenschaftler. Dabei lasse sich der Wasserstoff auch zur Energieversorgung der Umwandlungsprozesse nutzen.

Rückstände

Bei einem Stahlwerk mittlerer Größe entstehen jährlich 250.000 Tonnen silikathaltiger Rückstände; 81 bis 90 Prozent des dabei anfallenden Kohlendioxids könnten gebunden werden. Gemessen in Certified Emission Reductions (Cers) ergebe sich ein wirtschaftlicher Gegenwert von 800.000 Euro im Jahr. Ein weiterer Vorteil neben dem Verzicht auf aufwendige Entsorgung sei die Gewinnung von für die Bauwirtschaft geeigneten Festmaterialien im Werte von mehr als 500.000 Euro. "Dies geschieht alles unter Einsatz einfacher und leicht kontrollierbarer Technik", so Plescia.

Das neuartige Recyclingverfahren, das sich auch für Rückstände von Müllverbrennungsanlagen eignet, ist in enger Zusammenarbeit mit der Müllverwertungsgesellschaft Asiu SpA in Piombino entstanden. In der toskanischen Industriestadt soll bis Jahresende mit Experimenten unter Realbedingungen begonnen werden. (pte/red)

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11 Postings
Sir Robert von Locksley
00
15.8.2010, 12:50
Märchenhaft!

Conorbs
11
14.8.2010, 20:03

... klingt nach der eierlegenden Wollmilchsau.

Nutze den Tag
10
14.8.2010, 17:56
Es geht nicht um CO2

sondern um den neutralen Kohlenstoffkreislauf. Würde man CO2 dauerhaft deponieren, also der C nicht kreislaufneutral, würde man damit O2 aus der Atmosphäre nehmen. Folge: Die Atemluft wird knapp.

Sinnvoll und sicher: kreislaufneutraler C aus Biomasse.
Damit ergibt sich kreislaufneutrales CO2, in Verbindung mit Wasser durch Sonne erneut Biomasse.

TanteMitzi
01
14.8.2010, 20:35
falsch

bei der Verhüttung wird der Sauerstoff des Erzes (Erz-oxyd) zum Kohlenstoff verschoben, es entsteht Kohlenstoff-oxyd ("Reduktion des Erzes").
Es wird also kein Luftsauerstoff gebunden.
Der Kohlenstoff stammt aber meist aus Kohlenlagern, wird also der Atmosphäre neu zugefügt.

Übrigens gibt es (volumsmässig) rund 400 mal mehr Sauerstoff als Co2 in der Atmosphäre.

hoggy
00
15.8.2010, 14:45

nur teilweise richtig. Stahlherstellung ist im klassischen Sinne 2 stufig. zuerst der Hochofen wo aus Erz, Koks und Wind (Achtung!! - doch mit Luftsauerstoff!!) Roheisen erzeugt wird.
die zweite Stufe ist dann das LD - Stahlwerk wo mit 99,99% igen reinem Sauerstoff (wird auch aus Luft gewonnen - Linde Verfahren) die restlichen 5% Kohlenstoff im Roheisen zum groesten Teil entfernt werden.

Heute wird nichts mehr entsorgt. Die Schlacke wird beim Strassenbau eingesetzt und aus dem Abgas wird Strom erzeugt (sehr CO haltig was noch nachverbrannt wird). Das einzige interessante Thema hier ist die CO2 Lagerung - Ich kenne das neue Verfahren aber nicht und kann daher nix darueber sagen.

TanteMitzi
10
14.8.2010, 20:53

Korrektur: Eisenerz ist (im Wesentlichen) ein Eisenoxyd. Der Vorgang ist also:
Eisen-oxyd + Kohlenstoff -> Eisen + Kohlenstoff-oxyd
= "Reduktion des Eisenerzes zu Eisen"

hoggy
02
15.8.2010, 15:48

nur teilweise richtig daher falsch!

da die reaktion nicht spontan ablaeuft benoetigt man energie in form von hoher temperatur. deswegen muss man kohlenstoff mit luftsauerstoff verbrennen.

im hochofen (wo fast das gesamte CO2 produziert wird) wird aus erz, koks (wird teilweise schon durch erdgas - auch wasserstoff als reduktonsmittel, kuststoff, oel,... ersetzt - damit man auf eine bessere CO2 bilanz kommt) und wind (!!!! ja luft) roheisen erzeugt.

hoggy
00
15.8.2010, 15:52

btw. der grossteil im hochofenabgas ist CO. wird dann aber in einem kraftwerk nachverbrannt (zu CO2) und somit strom erzeugt.

Entropix
00
15.8.2010, 11:40
Eisenoxid, außer es kommt vom Erzberg ;-)

Nick Tameer
00
14.8.2010, 23:01

Vollständig kann das aber kaum zutreffen (zumal sich auch Wasser bildet und der Kohlenstoff zum Teil nur zu CO oxidiert wird). Freilich müsste wirklich extrem viel Eisen verhüttet werden, damit der atmosphärische Sauerstoff knapp wird ...

Werner FROELICH
11
15.8.2010, 10:27
Eisen wurde zu Eisenoxyd

als die Cyanobakterien vor 2.8 bis 3 Milliarden Jahren begannen Sauerstoff freizusetzen, den sie durch Photosynthese aus CO2 der Atmosphaere erzeugten, weil sie das C fuer sich selbst brauchten.
Es bestand vorher eine reduzierende Atmosphaere, die sich durch die Photosynthese zu einer oxidierenden wandelte.

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