Zusammenwirken zweier Proteine erfolgreich unterbunden

16. August 2010, 10:04
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Erfolg bei Mäusen gibt Hoffnung auf Behandlung der Demenz

Basel/Sydney - Ein internationales Forscherteam konnte bei Mäusen das Zusammenwirken zweier Proteine unterbinden, die bei der Entstehung von Alzheimer eine Schlüsselrolle spielen. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Dabei kommt es im Gehirn zur Ablagerung von zwei abnormal veränderten Eiweißbruchstücken. Außerhalb von Nervenzellen finden sich klumpenförmige Moleküle namens Amyloid-Beta, innerhalb der Zellen Bündel von abnormalen Tau-Eiweißen. Die Interaktion dieser Eiweiße ist maßgeblich am Absterben der Nervenzellen im Gehirn von Alzheimer-Patienten beteiligt.

Wie die Universität Basel nun mitteilte, konnte das von der australischen Universität Sydney geleitete Forschungsteam einen neuartigen Behandlungsansatz entwickeln. Bei Mäusen mit Alzheimer gelang es den ForscherInnen, die Verbindung zwischen den Eiweißen mit einem kleinen Molekül zu unterbinden. Zu einem frühen Zeitpunkt der Krankheit verabreicht, hatte die Substanz eine beeindruckende Wirkung: Die Sterblichkeit und die für Alzheimer typischen Gedächtnisdefizite der Tiere im fortgeschrittenen Alter nahmen drastisch ab. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Cell" veröffentlicht. In Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie wollen die ForscherInnen nun Anwendungen für den Menschen entwickeln. (APA/sda/red)

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