Trotz ÖVP-Ultimatum: SPÖ bleibt bei Vermögenssteuer

12. August 2010 12:06

Kräuter: "Ein Diskussionsverbot lasse ich mir nicht ausrichten" - Vermögenssteuer für den Fall, dass weitere Maßnahmen nötig sind - ÖVP gegen "Faymanns gefährliche Steuerpläne"

Wien - Die SPÖ hält an der via Parteitagsbeschluss geforderten Vermögenssteuer fest. Wie DER STANDARD am Mittwoch berichtete, hatte Pröll von der SPÖ eine "Garantie gegen die Vermögenssteuer" gefordert. Ob die Vermögenssteuer schon in die Budgetverhandlungen für 2011 eingebracht wird, lassen der SPÖ-Generalsekretär Günther Kräuter und Kanzler-Sprecher Leo Szemeliker aber offen. Dies werde davon abhängen, ob die benötigten Mehreinnahmen von 1,7 Mrd. Euro ohne Vermögenssteuer möglich seien.

Auch Bankabgabe und Stiftungssteuer-Reform geplant

Die SPÖ hat im ersten Halbjahr einen Forderungskatalog mit sieben "vermögensbezogenen Steuern" für die Budgetdebatte im Herbst beschlossen. Darin finden sich u.a. eine Bankenabgabe, eine europaweite Finanztransaktionssteuer (oder alternativ eine österreichische Börsenumsatzsteuer), die Aufhebung der Spekulationsfristen bei Aktiengeschäften ("Vermögenszuwachssteuer") und eine Reform der Stiftungssteuern. Die klassische Vermögenssteuer kam auf Druck der Gewerkschaft erst beim SP-Parteitag im Juni auf die offizielle rote Steuer-Wunschliste.

"interne Diskussionen noch nicht abgeschlossen"

Kräuter sagte am Donnerstag, dass die SP-internen Diskussionen über die Vermögenssteuer noch nicht abgeschlossen seien. Er würde eine Abgabe auf alle Vermögen über einer Freigrenze von einer Million Euro bevorzugen, die Gewerkschaft hatte eine Steuerfreigrenze von 500.000 Euro vorgeschlagen. Dass die Vermögenssteuer Gegenstand der Budgetverhandlungen für 2011 werde, sei "nicht auszuschließen" und hänge auch von der ÖVP ab, so Kräuter: "Wenn die 1,7 Mrd. Euro mit dem bekannten Paket gelingen, dann werden wir nicht zusätzliche einnahmenseitige Maßnahmen brauchen."

"In die Verhandlungen gehen wir mit den sieben Punkten", betont auch Kanzler-Sprecher Szemeliker. Für den Fall, dass darüber hinaus weitere Maßnahmen nötig seien, rechne man auch verschiedene Varianten einer Vermögenssteuer durch. Oberösterreichs Landesparteichef Josef Ackerl (SPÖ) hatte zuletzt im STANDARD gemeint, der "innerparteiliche Frieden" in der SPÖ werde auch davon abhängen, "wie ehrlich" die Vermögenssteuer in der SPÖ diskutiert werde. Die Vermögenssteuer müsse Gegenstand der Budgetverhandlungen sein.

Kräuter weist Ultimatum zurück

Das Ultimatum der ÖVP, bis zum nächsten Ministerrat am 24. August den Abschied von der Vermögenssteuer zu verkünden, weist Kräuter zurück: "Ein Diskussionsverbot oder einen Diskussionsstopp lasse ich mir sicher nicht von der ÖVP ausrichten." Der Koalitionspartner solle stattdessen lieber seine eigenen Steuervorschläge auf den Tisch legen.

ÖVP fordert Abkehr von Vermögenssteuer

"Die SPÖ soll aufhören, ehrlich verdientes Hab und Gut der Österreicherinnen und Österreicher in Frage zu stellen", verlangt ÖAAB-Generalsekretär Lukas Mandl in einer Aussendung. Sollten manche in der SPÖ erkannt haben, dass Eigentumssteuern für den Mittelstand "Unsinn" seien, dann sollten sie dies klar sagen. Der ÖAAB werde jedenfalls noch im August mittels Informationskampagne auf "Faymanns gefährliche Steuerpläne" aufmerksam machen. (APA) 

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Werkzeug
 
04.09.2010 09:53

Wie gelingt es solche Vermögen "ehrlich" zu erwirtschaften ? Wurde da nicht irgend wem der
gerechte Anteil vorenthalten ?

la ardilla diablo
14.08.2010 02:01

jemand der eine Million an reinem Kapital herumliegen hat ist höchstens für die ÖVP "Mittelstand" nicht aber gemessen am Durchschnittsösterreicher. Sollten endlich aufhören zu raunzen.

Hubert Ungeist
14.08.2010 16:14
Was ist reines Kapital?

Oder meinen sie Geld?

la ardilla diablo
15.08.2010 00:58

das solche Begriffe umgangssprachlich immer sehr verwaschen sind, habe ich schnell noch nachgeschaut, welche Definition der meinigen entspricht:
Ich meine es im Betriebswirtschaftlichen Sinn wo es im Wesentlichen dem Vermögen entspricht (also "die Gesamtheit aller Güter und Ansprüche auf Güter (Geld, Aktien) im Eigentum eines Menschen" - Wikipedia, Artikel Vermögen (Wirtschaft))

Freigeistin1
16.08.2010 09:54

Aha, wenn man sich also was geschaffen hat - Aktien, Grundeigentum ... soll man also dafür bestraft werden, obwohl man ja schon genug Steuern davor abgeliefert hat um diesen Vollkaskowohlfahrtsstaat zu finanzieren?
Der Staat muss endlich sparen - keine neuen Steuern!

europa fassen
16.08.2010 12:55
Der Staat muss endlich sparen ...

Genau und zwar dort, wo es sinnvoll und effektiv ist und am wenigsten Schaden anrichtet.

Das sind die Förderungen für Großgrundbesitzer, Agrarbetriebe, Exportförderung, etc.

Nach zehn Jahren Sparen ausschließlich bei der breiten Masse, ist bei den kleinen und dem Mittelstand (~2000 Euro netto) wirklich nichts mehr zu holen. In derselben Zeit sind die Vermögenden reicher geworden, was sehr gut zeigt, wohin das Ersparte geflossen ist. Der Staat hat nichts davon bekommen!!

Freigeistin1
17.08.2010 09:43

Richtig. Als Liberaler bin ich natürlich gegen sämtliche staatl. Förderungen, da sie wettbewerbsverzerrend wirken.
Schockierend ist auch, dass nur 10% der Österr. mehr als 4k pro Monat verdienen. Wow, bei uns ist man ja wirklich schnell bei den "oberen 10%" dabei - und trotzdem noch LANGE nicht reich!

Wenn jmd. vermögender geworden ist, dann hat er sich das verdient. Mein Mann arbeitet im Schnitt doppelt so viele Std. wie der durchschnitts Angestellte, warum soll er auch daher nicht mehr erhalten?

Teletubby
16.08.2010 12:07
Wenn manes geschafft hat, sich Aktien und Grundeigentum in einem Ausmaß zuzulegen ...

...dass die geplanten Vermögenssteuern relevant wären, dann ist man entweder ein Betrüger oder ein VP/FP/BZ-naher Politiker - ach so, das ist ja ein Synonym ....

Spass beiseite: wenn jemand solche Werte hat, dann tun ihm auch die Steuern darauf nicht wirklich weh und sollten daher eingehoben werden.

Freigeistin1
17.08.2010 09:44

Eigentumswohnung kostet schon mal so an die 300-400 k.
Einfam.haus, Grund ect... da ist man schnell bei 500-800k.
Und deshalb noch lange nicht "reich".

Freigeistin1
13.08.2010 10:10
II.

...Grundbucheintragungsgebühr beim Kauf, eine Grundsteuer und dann noch die Kosten für den Erhalt (Instandhaltung) des Vermögens, wo der Staat min. 20% abgreift. Wenn Sie den Wohnraum (also das Vermögen) heizen, dann greift der Staat ca. 50% ab, auch bei den Kanalgebühren, dem Strom, etc. greifen die staatlichen Organisationen ordentlich zu. Auf jeden Fall so stark, dass es der Gegenleistung auf keinen Fall entspricht.

Was soll da der blöde Spruch?
"Vermögenssteuer momentan nicht"

Es wäre dringend notwendig, dass die Österreich eine kollektive Abgabenverweigerung machen, um den durchgedrehten Bonzen die Realität vor Augen zu führen. Vielleicht werden die dann normal und kommen ihrer Verantwortung gegenüber Österreich nach.

Freigeistin1
13.08.2010 10:10

Die tut gerade mal so als ob wir keine Vermögenssteuern haben!

Nehmen wir nur mal die KeSt:
Bei einem Zinssatz von 1,5% und 25% KeSt. greift der Staat doch voll auf das Vermögen der Menschen zu, weil wir eine off. Inflationsrate von 2% haben!

Der Staat und die Banken greifen damit nicht auf den realen Ertrag zu, sondern auf die schon versteuerten und ersparten Reserven der Menschen. Die Banken halten greifen jedes Jahr zu 0,5% auf das Vermögen zu, der Staat greift 0,375% ab, in Summe also 0,8375%, wenn man annimmt, dass die off. Inflationsrate auch stimmt (Hedonische Berechnung!).

Wenn die Bürger das Vermögen in Form von Häuser oder Eigentumswohnung haben, dann greift der Staat auch ordentlich zu. Da haben wir einmal eine Grundbucheintr

Hubert Ungeist
14.08.2010 16:15
KEST wird nur auf die Zinsen

also auf den Vermögenszuwachs abgeliefert. Steuern auf Vemögenszuwachst sind eh okay

Freigeistin1
14.08.2010 20:11

Ja richtig, in Form der KESt - daher keine neuen Vermögenssteuern!

also dann ...
13.08.2010 09:33
auf den punkt gebracht : USA ... ungleiche einkommens- vermögensverteilung = nachteil f.d. wirtschaftsentwicklung !

Neben dem Übergewicht aus Einkommen aus dem Staatssektor, dem Dienstleistungssektor und denen aus Vermögen muss man auch die e x t r e m UNGLEICHE Vermögens- und Einkommensverteilung beachten und verändern, denn diese ist ein glasklarer l i m i t i e r e n d e r Faktor für eine positive wirtschaftliche Entwicklung.

dass die ungleiche verteilung der eink. und vermögen
der makroökonom hautpgrund der krie ist, ist ja längst unter "echten" ökonomen un-umstritten, denn
- genau deshalb war das wachstum rein schuldengetrieben
- als auch ein nachhaltiges wachstum (output) nur durche HÖHERE LÖHNE (und nicht schulden) entstehen kann.

http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2010/08/e... h-158.html

Dimple
16.08.2010 19:48
Wenn ich jetzt aber sehe

daß die USA einen relativ großen Teil der Steuereinnahmen aus Vermögenssteuern realisieren, heißt das aber: Um Ungleichgewichte zu vermeiden, sind die Einkommen zu besteuern und die Vermögen ziemlich in Ruhe zu lassen.

lg
Dimple

Michael Food
13.08.2010 10:30
kompletter Schwachsinn!

*QED*
13.08.2010 10:23

Nach allem was ich bisher gehört habe, heben die
USA relativ höhe Vermögenssteuern ein. Die ange-
dachte Beschlagnahme von Privatvermögen, auch unter der euphemistischen Bezeichnung "Umverteilung" ist eines
freien Landes unwürdig, es ist verbrecherisches
Handeln.
Der effektivste l i m i t i e r e n d e Faktor für eine positive wirtschaftliche Entwicklung ist Sozialismus.

iamdaiam
13.08.2010 19:48

positiv für wen?

witherabbitt
 
13.08.2010 03:53

Mandl treibt entweder ein doppeltes Spiel mit dem Begriff »Mittelstand« oder glaubt ernsthaft daran, daß die böse »Reichensteuer« der SPÖ den Mittelstand der Gewerbetreibenden und der KMU treffen würde. Die SPÖ hat besser begriffen als die meisten Mittelstandvertreter, daß das Problem weniger von der Wirtschaft, sondern primär von der Eigendynamik des Finanzmarktes ausgeht. Leider kann das weder gegenüber diesen, noch weniger gegenüber dem angestammmten Klientel des kleinen Arbeiter und Angestellten vermittelt werden.

Hubert Ungeist
13.08.2010 05:21
Wenn sie was bringen soll

dann ja dann ist genau dieser Mittelstand der Zahler.

Wenn es nur ums Symbol geht, dann nicht, dann bringt sie aber nichts, sondern wird in Summe kosten. (und zwar auch indirekt weil sie ja auch ein Symbol für Reiche ist hier zu bleiben, oder wegzuzuiehen bzw. gar nicht nach Ö zu kommen)

x-tron
12.08.2010 22:39
Der ÖAAB ist doch eine Vertretung von Arbeitnehmern?

Arbeitnehmer haben hierzulande die höchste Steuer-und Abgabenlast aller OECD - Staaten zu tragen.

Sollte es nicht ein Hauptanliegen des ÖAAB sein diese Last zu senken? Vielleicht teilweise durch Vermögenssteuern zu ersetzen. Die Abgabenlast insgesamt durch Abstellung der Landesfürstenverschwendung (Spitäler, WBF, etc.) zu senken?

Weit gefehlt, dazu hören wir nichts vom ÖAAB. Aber Vermögen, ja Vermögen, die müssen vom Arbeitnehmerbund der ÖVP geschützt werden. Da melden sich diese Leute. Alles auf Kosten jener Arbeitnehmer, deren Vertretung sie sich zuschreiben.

*QED*
13.08.2010 08:13

Von einer Senkung der Steuer-und Abgabenlast für
Arbeitnehmer war seitens der Sozialdemokraten
nichts zu hören. Gefordert wird eine zusätzliche Vermögensbesteuerung, die angeblich nur "Reiche" betrifft. Von SPÖ-Seite wurden auch schon Einkommensbezieher über 5000, 6000 EU brutto als wohlhabend eingestuft.
Daher sind alle Vorschläge mit Vorsicht zu genießen.

gesundheitsministerium@wko.at
12.08.2010 22:05
@einsparen

werte "politiker"

bevors dem steuerzahler wieder ins portmonee greifts,
sparts zuerst einmal eure pseudo-kampagnen
wie zb:
http://derstandard.at/128098459... 44900-Euro

http://diepresse.com/home/poli... 6/index.do

Karl Joda
12.08.2010 22:37
bevors dem steuerzahler

um "DEN" Steuerzahler geths nicht. Es geht um diejenigen, die mehr als 70% des Gesamtvermögens besitzen. Und die mehrheitlich steuerschonend von der ÖVP behandelt werden. Wen "DIE "das sind ? Was wäre daran falsch ?

gesundheitsministerium@wko.at
13.08.2010 09:05
@falsch

so schnell könnens gar nicht schauen
und die stiftungen gehen in die karibik stiften.
es ist vielmehr so, dass offensichtlich geld genug
da ist, nur gehörts sinnvoll eingesetzt und nicht
für sinnlose "image"/werbe-kampagnen verheizt
(prölls-schuldenbaby, stögers "ich lade euch kids ein
erst gar nicht mit dem rauchen anzufangen,bitte,bitte..."-plakate...)
und auch sollt man einmal nachdenken ob man solche
kapazitäten wie zb. die frauenbeger
(huch ein hirter-plakat!)
mit steuerzahlergeld durchfüttern muss/soll...

weiters gehört mit dem wahnsinn aufgeräumt, dass wir
uns 9 landesmonarchen,einen sinnlosen bundesrat, usw...
leisten, wenn diese einsparungspotentiale
ausgeschöpft sind, könn ma über jedwege steuererhöhung reden - aber nicht jetzt

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