Unbekannter versuchte Wagen der Justizministerin zu rammen

12. August 2010, 10:55
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Malovic wird wegen Morddrohungen seit Monaten von Sondermilitäreinheit bewacht

Belgrad - Ein unbekannter Fahrer eines gemieteten schwarzen Audi soll am Mittwochvormittag versucht haben, den Wagen der serbischen Justizministerin Snezana Malovic im Zentrum von Belgrad zu rammen. Wie die Tageszeitung "Press" am Donnerstag berichtete, kam es beinahe zum Zusammenstoß, als die Ministerin mit ihrem Dienstauto zum Ministerium fahren wollte. Begleitet wurde sie dabei auch von Angehörigen einer Sondermilitäreinheit. Diese schützt die Ministerin seit einigen Monaten zusätzlich, nachdem sie Morddrohungen erhalten hatte.

Der unbekannte Lenker sei nach dem Vorfall davongerast, indem er bei Rot über eine Kreuzung fuhr, berichtete das Blatt. Die Polizei habe nachträglich festgestellt, dass der Wagen gemietet war.

Die Justizministerin musste im April aus ihrer Wohnung ausziehen, nachdem die Polizei einen Mann entdeckt hatte, der sie mit einer Videokamera filmte. Später wurde in Kellerräumen des Wohnhauses der Ministerin Sprengstoff sichergestellt.

Die Morddrohungen werden mit dem Kampf gegen die Organisierte Kriminalität und Korruption in Verbindung gebracht - allen voran mit dem flüchtigen serbischen "Kokain-König" Darko Saric. Laut der Tageszeitung "Vecernje novosti" dürfte sich der Mafiaboss laut Augenzeugenberichten derzeit in Montenegro aufhalten. Gegen Saric, der neben der serbischen auch die montenegrinische Staatsbürgerschaft besitzt, wurden in Serbien zwei Anklagen erhoben: Eine bezieht sich auf den Schmuggel von Kokain aus Südamerika bzw. nach Italien, die andere auf Geldwäsche. Saric soll 20 Millionen Euro aus dem Rauschgifthandel in den Erwerb von Landgütern und Hotels in der nordserbischen Provinz Vojvodina gesteckt haben.

Einen ähnlichen Angriffsversuch wie Ministerin Malovic hatte der im Jahre 2003 ermordete serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic etwa zwei Wochen vor dem Attentat, bei dem er schließlich getötet wurde, erlebt. Erst später wurde eindeutig klar, dass es sich dabei um einen Mordversuch gehandelt hatte, an dem die Belgrader Zemun-Mafia beteiligt war. Dieselbe Mafiagruppe war dann auch am Anschlag auf Djindjic mit tödlichem Ausgang beteiligt. (APA)

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