Konjunktursorgen lasten schwer auf Märkten

12. August 2010, 08:44
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Trübe Aussichten versetzen die Anleger in Depression und schicken die Weltbörsen wieder einmal auf Talfahrt

Wien - Der Ölpreis ist seit einigen Tagen auf Talfahrt. Unter den Währungen waren zuletzt besonders der Dollar und der japanische Yen sehr beliebt. Weniger Freude hatten Investoren mit dem Euro. Die Gemeinschaftswährung hat sich aber nach dem gestrigen Absturz heute wieder leicht erholt. Am Mittwoch legten die Weltbörsen eine Talfahrt hin, die sich gewaschen hat. Nach einem unerfreulichen Tag gingen zuletzt die New Yorker Börsen in die Knie. In den USA rutschte der Dow-Jones-Index der Standardwerte 2,5 Prozent auf 10.378 Punkte ab. Der breiter gefasste S&P-500 brach um 2,8 Prozent ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stürzte drei Prozent ab auf 2208 Punkte.

Pessimismus-Welle rollt

Am Donnerstag zeigen sich Europas wichtigste Aktienmärkte fast unverändert gezeigt. Die Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung habe wieder zugenommen und dies halte die Gewinne an den Märkten derzeit in Schach, urteilten Händler. Zudem sank in der Eurozone die Industrieproduktion im Juni erstmals wieder seit Februar. Die US-Börsen bleiben auch heute im Minus.

Was die Investoren weltweit verschreckt, sind wieder einmal die Sorgen um die Entwicklung der Weltwirtschaft. Ausgelöst hatte das Herzflattern an den Börsen die US-Notenbank Fed am Dienstag. Sie äußerte sich recht skeptisch über die Lage der US-Wirtschaft - und sie kündigte weitere Hilfen für die Wirtschaft an. Zuvor hatten einige US-Notenbanker sogar davor gewarnt, die USA könne in "japanische Verhältnisse" mit Deflation und anhaltend niedrigem Wachstum rutschen.

Investoren zeigen sich risikoscheu

Am Mittwoch wurde der Handel durch das unerwartet große US-Handelsdefizit belastet. Auch die Abstufung der britischen Wachstumsprognose durch die Notenbank sorgt nicht unbedingt für Hochstimmung. Viele Investoren zeigten sich risikoscheu, stießen auf breiter Front Aktien ab und flüchteten sich in als sicher geltende Anlagen wie Staatsanleihen.

Zusätzlich zum skeptischen Fed-Ausblick kamen enttäuschende Konjunkturdaten aus China - die Börsen weltweit gingen in die Knie.  In Asien ging der Nikkei-Index der 225 führenden Werte mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 9212 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,8 Prozent auf 827 Zähler. Auch die Aktienmärkte in Taiwan, Südkorea, Shanghai, Hongkong und Singapur gaben nach. (Regina Bruckner, derStandard.at, 12.8.2010)

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    Die Erholung der Wirtschaft geht vielen viel zu langsam...

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