Österreich bringt sich unter Druck

12. August 2010, 11:49
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Das Team von Andi Herzog muss im Finish gegen Weißrussland nach Zwei-Tore-Führung noch den Ausgleich hinnehmen - Sieg in Schottland nun Pflicht

Pasching - Österreichs U21-Nationalteam hat einen wichtigen Schritt zur Teilnahme an der Fußball-Europameisterschaft 2011 in Dänemark verpasst. Die Mannschaft um Teamchef Andreas Herzog sah im Qualifikationsspiel gegen Weißrussland am Mittwoch schon wie der sichere Sieger aus, musste sich am Ende aber mit einem 3:3 (3:1) begnügen. Österreich bleibt in Gruppe 10 zwar an der Tabellenspitze, steht aber am 7. September auswärts in Schottland praktisch unter Siegzwang.

Nach einem Doppelpack von Atdhe Nuhiu (29., 44.) sowie einem Foul-Elfmeter des exzentrischen Stars Marko Arnautovic (35.) lag die ÖFB-Elf im mit 3.600 Zuschauern gut gefüllten Paschinger Waldstadion schon 3:1 voran. Der eingewechselte Rekisch (75., 90.) sorgte in der letzten Viertelstunde aber noch für einen Punktgewinn der Weißrussen. Die Osteuropäer hatten durch Siwakow (31.) auch den zwischenzeitlichen Ausgleich geschossen. In der Tabelle liegt Österreich mit 14 Punkten nun einen Zähler vor Schottland und Weißrussland, die noch im direkten Duell um die Spitze aufeinandertreffen und ein Spiel weniger ausgetragen haben.

Das Remis war bitter. Die mit einem 4-2-3-1-System eingelaufenen Österreicher übernahmen von Beginn an das Kommando und gaben über weite Strecken das Tempo vor. In der Abwehr stand die Herzog-Elf 75 Minuten lang sicher, einzig die Präzision beim entscheidenden Pass ließ zu Wünschen übrig. Mit David Alaba, Yasin Pehlivan und Arnautovic - der Offensivmann von Werder Bremen zeigte Licht und Schatten - durfte Österreich im Mittelfeld auf drei A-Team-erfahrene Kickern vertrauen. Diese Erfahrung machte sich auch im Spiel bemerkbar.

Erst ein etwas glücklicher Treffer beendete allerdings die Torsperre. Nach einem Arnautovic-Freistoß verfehlte Abwehrchef Georg Margreitter den Ball, via Oberschenkel von Sturmtank Nuhiu ging der Ball aber ins Netz. Während die Zuschauer noch die Führung bejubelten, schlugen die Weißrussen postwendend zurück: Gegen einen platzierten Fernschuss aus 20 Metern von Siwakow war Austria-Torhüter Heinz Lindner machtlos.

Österreich ließ sich vom Gegentreffer jedoch nicht beirren. Der agile Nuhiu wurde im Strafraum niedergerissen, Werder-Profi Arnautovic übernahm Verantwortung und verwertet sicher. Kurz vor dem Pausenpfiff gelang erneut Nuhiu die vermeintliche Vorentscheidung. Der 1,97-m-Mann war nach einem Eckball von Alexander Grünwald und einem Fehler von Weißrusslands Schlussmann Hutar aus kurzer Distanz zur Stelle. Für den Rapid-Stürmer war es das siebente Tor in der laufenden EM-Qualifikation.

Nach Seitenwechsel kontrollierten die Gastgeber die Partie zunächst souverän. Nach einer Stunde ersetzte England-Legionär Andreas Weimann (Aston Villa) Doppeltorschütze Nuhiu, Christopher Drazan kam zehn Minuten später für Guido Burgstaller. In der Folge ging in der Offensive der Faden verloren.  Weimann konnte seine Schnelligkeit nie richtig einsetzen. Und beim Freistoß von Rekisch in der Schlussminute machte der sonst kaum geforderte Torhüter Heinz Lindner keine gute Figur.  Bereits neun Minuten zuvor hatte Rekisch die Gäste mit einem Treffer zurück ins Spiel geschossen.

Die Österreicher müssen im Rennen um die erstmalige Endrundenteilnahme in der wichtigsten Nachwuchsklasse nun unnötig zittern. Neben den zehn Gruppensiegern qualifizieren sich auch die vier besten -Zweiten für die entscheidenden Play-offs um die Turnier-Teilnahme. (APA/red)

Stimmen:

Andreas Herzog (Teamchef Österreich): "Vor allem in der ersten Hälfte haben wir gut gespielt, alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Aber in der zweiten Hälfte haben wir zu viel über die Mitte gespielt und viele Bälle verloren. Ich habe gehofft, dass wir uns über die Runden retten können, das ist uns leider nicht gelungen. Wir brauchen nicht viel rumrechnen, müssen in Schottland gewinnen."

Über Arnautovic: "Man darf nicht vergessen, er hat ein Jahr nicht gespielt. Er kommt cool rüber, aber es ist nicht alles an ihm abgeprallt. Ich habe mich gefreut, dass er beim Elfmeter die Nerven bewahrt hat."

Österreich - Weißrussland 3:3 (3:1)
Waldstadion Pasching,
3.600 Zuschauer, SR Carlos Clos Gomez/Spanien.

Torfolge:
1:0 (29.) Nuhiu
1:1 (31.) Siwakow
2:1 (35.) Arnautovic (Foul-Elfmeter)
3:1 (44.) Nuhiu
3:2 (75.) Rekisch
3:3 (90.) Rekisch (Freistoß)

Österreich: Lindner - Dibon, Ramsebner, Margreitter, Koch - Pehlivan, Alaba - Burgstaller (71. Drazan), Grünwald, Arnautovic (79. Salomon)- Nuhiu (62. Weimann)

Gelbe Karte: Alaba

Tabelle:
1. Österreich 7 4 2 1 16:9 14
2. Schottland 6 4 1 1 13:5 13
3. Weißrussland 6 4 1 1 14:10 13
4. Albanien 7 1 1 5 9:17 4
5. Aserbaidschan 6 0 1 5 5:16 1

Bisher gespielt: Albanien - Schottland 0:1, Schottland - Albanien 5:2, Weißrussland - Österreich 2:1, Österreich - Schottland 1:0, Albanien - Aserbaidschan 1:0, Aserbaidschan - Weißrussland 2:3, Österreich - Albanien 3:1, Schottland - Weißrussland 1:0, Aserbaidschan - Österreich 1:2, Weißrussland - Albanien 4:2, Albanien - Österreich 2:2, Aserbaidschan - Schottland 0:4, Albanien - Weißrussland 1:2, Österreich - Aserbaidschan 4:0, Schottland - Aserbaidschan 2:2

Die weiteren Spiele: Weißrussland - Schottland, Aserbaidschan - Albanien (jeweils 4. September), Schottland - Österreich, Weißrussland - Aserbaidschan (jeweils 7. September)

Modus: Die zehn Gruppen-Sieger und vier besten -Zweiten steigen in die Play-offs auf. Die sieben Play-off-Gewinner qualifizieren sich für die EM 2011 in Dänemark (Veranstalter fix qualifiziert).

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    Marko Arnautovic bedankt sich nach seinem Treffer vom Elferpunkt.

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    David Alaba durfte auch bei der U21 ran.

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