Werbung für Anti-Terror-Telefon warnte vor zugezogenen Vorhängen

11. August 2010, 17:16
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Weiters verdächtig: Barzahlung statt Kreditkarte, nicht mit den Nachbarn reden

London - In Großbritannien ist eine Werbung für ein Anti-Terror-Telefon verboten worden, in der zugezogene Vorhänge oder Barzahlungen als verdächtige Verhaltensweisen dargestellt wurden. Manche Hörer der Radiowerbung könnten Anstoß daran nehmen, dass ihnen darin suspektes Verhalten unterstellt werde, begründete die Werbeaufsicht am Mittwoch das Verbot. Demnach waren gegen die Kampagne eines Polizeiverbandes für eine Anti-Terror-Hotline 18 Beschwerden eingegangen.

Die Werbung warnte etwa: "Der Mann vom Ende der Straße redet nicht mit den Nachbarn, weil er lieber für sich bleiben möchte. Er bezahlt bar, weil er keine Bankkarte hat, und er hält die Vorhänge geschlossen, weil sein Haus an einer Buslinie liegt." Das müsse zwar nichts bedeuten, hieß es in der Radiowerbung, doch zusammengezählt könnten diese Beobachtungen zu einem Verdacht führen. "Wir alle müssen im Kampf gegen den Terror eine Rolle übernehmen. Wenn Sie etwas Verdächtiges sehen, rufen Sie die vertrauliche Anti-Terror-Hotline an", endete die Werbung.

Der Polizeiverband entschuldigte sich zwar bei den Menschen, die sich von ihrer Kampagne beleidigt gefühlt hätten. Sie solle jedoch auf Verhaltensweisen aufmerksam machen, die zusammengenommen einen Verdacht begründen könnten. (APA)

Links

Die Anti-Terrorist-Hotline der Metropolitan Police

"If you suspect it, report it": Ein Radiospot aus der Kampagne für die Hotline

Plakate aus der Kampagnenserie (weitere Sujets der Vorjahre sind unter "Campaign Index" zu finden)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    In Londons Downing Street 10 sind die Vorhänge immer zu. Die Polizei braucht nicht verständigt zu werden, die ist ohnehin schon vor Ort.

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