Höhenstraße könnte Kopfsteinpflaster verlieren

11. August 2010, 16:38
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Teststrecken sollen nun klären, ob Asphaltbelag der teuren Sanierung vorzuziehen ist

Wien  - Sie ist Wiens längste Straße, besteht aus Millionen kleiner Pflastersteine und ist von Schlaglöchern durchzogen: Die 14,9 Kilometer lange Höhenstraße soll nun saniert werden. Offen ist aber nach wie vor, ob das historische Erscheinungsbild der mehr als 70 Jahre alten Verkehrsfläche bestehenbleibt oder das Pflastermosaik einem Asphaltbelag weichen muss. Deshalb errichtet die Stadt nun zwei Teststrecken, die Klarheit über die weiteren Renovierungsschritte bringen sollen, sagte Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (S) am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

Denkmalschutz ausgelaufen

Bis zum Jahreswechsel stand die Höhenstraße, die unter anderem Cobenzl, Kahlen- und Leopoldsberg miteinander verbindet, unter Denkmalschutz. Mit Beginn 2010 war der Schutz automatisch ausgelaufen. Das Denkmalamt prüft derzeit jedoch eine neuerliche Unterschutzstellung. Es geht um mehr als 100.000 Quadratmeter Fahrbahnfläche, die zwischen 1934 und 1938 großteils aus Granitkleinsteinbelag errichtet wurde. Mit geschätzten 30 Mio. Euro sei eine originalgetreue Reparatur der Pflasterung allerdings äußerst kostenaufwendig, gab Schicker zu bedenken.

Teststrecken

Deshalb habe man sich mit dem Bundesdenkmalamt darauf geeinigt, die nächsten Schritte von Erfahrungen mit zwei Teststrecken in der - an die Höhenstraße angrenzende - Cobenzlgasse abhängig zu machen. Einer der 180 bis 200 Meter langen Abschnitte wird bis zum Herbst in Asphalt-, der andere in Pflasterbauweise errichtet. Nach einem Jahr soll der Boden dann auf Abnützungen bzw. Nachhaltigkeit hinsichtlich des hohen Verkehrsaufkommens geprüft werden. Je nach Ergebnis werden dann die nächsten Sanierungsschritte geplant.

Fix asphaltiert wird bis Frühjahr 2011 jedenfalls ein 900 Meter langes Teilstück der Höhenstraße zwischen Krapfenwaldgasse und Villenweg. Bei diesem Abschnitt handelt es sich um die Trasse der ehemaligen Kahlenberg-Zahnradbahn, die 1874 eröffnet und 1922 wegen Unrentabilität und Kohlenmangel wieder still gelegt wurde. Um das historische Pflaster muss man hier nicht bangen: Diese Strecke ist bereits jetzt mit Beton überzogen. Die Gesamtinvestitionen inklusive Teststrecken betragen 1,7 Mio. Euro. (APA)

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