Politikum Verbund

11. August 2010, 16:12
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Verbund plant Milliardeninvestitionen und benötigt dafür eine Kapitalspritze. Die Gespaltenheit der Regierung kann man mit einem Capped Bonus-Zertifikat gut ausnutzem

Der Verbund will in den kommenden vier bis fünf Jahren vier Mrd. Euro in die österreichische Stromversorgung investieren. Allerdings ist beim Stromerzeuger die Schuldenlast durch Akquisitionen in den vergangenen Jahren bereits auf 4,6 Mrd. Euro geklettert. Daher benötigt der Konzern frisches Eigenkapital, um nicht das S&P-Rating von „A-" durch einen noch höheren Verschuldungsgrad in Gefahr zu bringen und steigende Finanzierungskosten in Kauf nehmen zu müssen.

Die Lösung: Eine Kapitalerhöhung von einer Mrd. Euro sollte für Entspannung sorgen. Dabei war die Republik Österreich als Mehrheitseigner fest eingeplant. Um nicht den Anteil von derzeit 51 Prozent zu verwässern und damit das Sagen im Unternehmen zu verlieren, müsste der Staat 500 Mio. Euro beisteuern. Zunächst sah es so aus, als ob bereits alles in trockenen Tüchern sei. Die ÖVP-geführten Wirtschafts- und Finanzministerien waren eingeweiht und signalisierten grünes Licht. Doch die Rechnung wurde ohne die SPÖ als Koalitionspartner gemacht, die sich bei der für Herbst angesetzten Kapitalerhöhung übergangen fühlt.

Beim politischen Tauziehen geht es nicht nur um Verbund, sondern auch um Zugeständnisse auf anderen Gebieten, die nun das rote Lager als „Kaufpfand" der ÖVP abverlangt. Eine zu klärende Frage könnte sein: Warum nur den Verbund mit einer Finanzspritze begünstigen, wenn es doch beispielsweise auch eine OMV gibt, die wiederum der SPÖ näher steht? Daher ist davon auszugehen, dass man sich - wie von Wirtschaftsminister Mitterlehner angekündigt - schon bei der nächsten Ministerratssitzung Ende August auf einen Kompromiss einigen wird.

Für die große Koalition steht einfach zu viel auf dem Spiel. Denn die geplanten Verbund-Investitionen kommen einem staatlichen Konjunkturprogramm gleich, das einerseits Arbeitsplätze schafft und andererseits die Stromversorgung hierzulande langfristig sichert. Zudem könnte es das Unternehmen wirklich gut gebrauchen, wie die jüngsten Unternehmenszahlen zeigen. Der Konzerngewinn ist in den ersten sechs Monaten 2010 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um gut 41,6 Prozent auf 210 Mio. Euro eingebrochen. Gleichzeitig ging der Umsatz um 5,1 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro zurück.

Damit bewahrheitet sich einmal mehr, dass klassische Versorger verzögert auf den Konjunkturzyklus reagieren. Zwar gestaltet sich die Geschäftsentwicklung dank stetiger Cashflows selbst in ungünstigen Konjunkturphasen, wie wir sie im vergangenen Jahr zweifelsohne hatten, als recht stabil. Doch ganz kann man sich von der restlichen Wirtschaftswelt nicht abkoppeln. Daher ist damit zu rechnen, dass, während andere Firmen schon wieder Rekordquartale präsentieren, die Erholung bei Verbund langsamer vonstattengehen wird.

Das spricht für eine Fortsetzung des Seitwärtstrends der Verbund-Aktie. Daher stellt die aktuelle Situation ein ideales Umfeld für ein defensives Investment wie das Capped Bonus-Zertifikat (ISIN AT0000A0JP15) von der Raiffeisen Centrobank (RCB) dar. Sofern die Aktie bis Januar 2012 die Barriere von 20,00 Euro nicht verletzt, ist eine Bonusrendite von 7,1 Prozent drin. Das entspricht nicht nur einem dicken Sicherheitspuffer von 29,9 Prozent, sondern ist auch ein Niveau, das selbst in der turbulentesten Phase während der Krise nicht gesehen wurde. Hier fand der Titel bei 23,00 Euro seinen Boden. (Christian Scheid)

 

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