Rubiks Zauberwürfel: Mathematiker-Team errechnet erreichbares Optimum

11. August 2010, 15:29
100 Postings

20 Züge reichen, egal wie verdreht der Würfel ursprünglich gewesen ist - mit weniger ist es nicht immer zu schaffen

Darmstadt/Linz/Ratingen - Der legendäre "Zauberwürfel" des ungarischen Architekten Erno Rubik ist 30 Jahre alt. Genauso lange gibt es auch die Frage, wie viele Züge mindestens nötig sind, um das Geduldsspiel aus jeder erdenklichen Position zu lösen. Ein internationales Team von Mathematikern hat die Frage nun endgültig geklärt. 20 Züge reichen, so die Erfolgsmeldung "God's Number is 20". Eine Verbesserung ist nicht mehr möglich, da die Forscher auch beweisen konnten, dass es Positionen gibt, für deren Lösung 20 Drehungen das absolute Minimum darstellen.

Das richtige Objekt für professionelle Tüftler ...

"Das Ergebnis ist der krönende Abschluss unserer Untersuchungen zum Würfel", berichtet der Darmstädter Mathematiker Herbert Kociemba. Die wichtigste Errungenschaft sei dabei gewesen, eine Methode zu finden, um die rund 43 Trillionen möglichen Positionen zu lösen. "Es steckt erstaunlich viel Mathematik dahinter", so der Forscher. Möglich wurde die Lösung erst durch Einbezug von Google-Computern. "Ich gehe davon aus, dass es nie einen Beweis ohne Computer geben wird, den man auf ein paar Seiten Papier niederschreiben könnte."

"Mathematiker beschäftigen sich gern mit dem Rubikwürfel, da er überall bekannt ist. Zugleich liefert das Spiel gruppentheoretische Probleme, deren Lösung Suchtechniken verbessern kann", erklärt der Computermathematiker Silviu Radu von der Universität Linz. Er gehört zur Reihe der Rubik-Tüftler und hat sich 2006 mit dem Beweis verewigt, dass nur maximal 27 Drehungen notwendig sind. Auch ihm gelang es am Computer - denn die Lösung per Hand schafft er nicht. "Diese Fähigkeit gibt noch keine Einsicht für die wissenschaftliche Theorie", so der Experte.

... ebenso wie für Spielfreudige

In der Spielwarenbranche hält der Rubikwürfel einen einsamen Rekord. "450 Millionen Würfel wurden bisher verkauft", berichtet Maik Wiesegart, Marketingleiter der Jumbo Spiele GmbH. Wenige Markenspiele kommen annähernd an diesen Wert. Nach dem Boom der 80er- und 90er-Jahre sei es etwas stiller geworden um den Würfel, doch seit fünf Jahren steigen die Absätze wieder überproportional. "Diejenigen, die in den 80ern jung waren, erinnern sich wieder daran. Bei der heute jungen Generation steht der Geschwindigkeitsaspekt im Vordergrund", so der Jumbo-Sprecher. In Deutschland gibt es seit vier Jahren sogenannte "Speedcube"-Meisterschaften, bei der die Spieler einen per Computer gedrehten Würfel um die Wette lösen. Derzeit ist 7,08 Sekunden der Rekord. (pte/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.