"Krieger von Riace" werden von innen her gesäubert

11. August 2010, 15:13
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Restaurierung mittels Mini-Sonden

Rom - Die Bronzestatuen der "Krieger von Riace" im Nationalmuseum der süditalienischen Stadt Reggio Calabria werden restauriert. Die aus dem fünften Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung stammenden Statuen, die 1972 im Ionischen Meer bei Riace in der Region Kalabrien gefunden worden waren, werden mit elektronisch gesteuerten Mini-Sonden von innen gesäubert. Experten berichteten, die Figuren müssten von inneren Ablagerungen befreit werden. Damit sollten sie besser konservierbar und weniger empfindlich gegenüber Klimaschwankungen werden. Die schwierigen Arbeiten an den überlebensgroßen Statuen sollen bis März 2011 abgeschlossen werden - zuletzt waren die Krieger im Jahr 1993 restauriert worden.

Die Restaurierungsarbeiten erfolgen vor den Augen der Besucher im Ausstellungssaal des Palazzo Campanella, der sich durch Gerätschaften und Monitore in eine Art Operationssaal verwandelt hat. Nach Angaben der zuständigen Archäologen werden auch Aufschlüsse über einige Rätsel erwartet, die die zweieinhalbtausend Jahre alten Bronzekrieger noch immer aufgeben. So sind das Herkunftsland und die genaue Datierung der Werke ungeklärt.

Noch unklar ist, wie die Bronzestatuen auf den Meeresgrund vor Riace gelangt sind. Auch diesbezüglich stellen Archäologen verschiedene Vermutungen an. Vielleicht waren es Standbilder, die aus Griechenland oder aus irgendeiner Stadt der Magna Graecia, also den einstigen griechischen Kolonien in Süditalien und Sizilien, kamen und vor Riace ins Meer versanken, weil das Schiff, das sie beförderte, kenterte. Andere Experten sprechen von einer absichtlichen Versenkung zu dem Zweck, die Statuen vor den angreifenden Seeräubern zu retten. Schließlich könnte die Mannschaft des Schiffes die kostbare, aber unbequeme Last im Hinblick auf einen Sturm ins Meer geworfen haben, um leichter steuern zu können. (APA/red)

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