Bezahlung für Redakteure

Bitte klicken! Geld pro Klick!

Astrid Ebenführer, 11. August 2010, 16:16
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    foto: standard/cremer

    Danke für's Klicken!

"Forbes" will seine Redakteure nach Traffic bezahlen - Und um die Bewerbung ihrer Artikel sollen sich die Mitarbeiter selber kümmern

Lewis D'Vorkin, neuer Chef des US-Wirtschaftsmagazins "Forbes", sorgt gerade für etwas Wirbel in der Medienbranche. Anfang August verpflichtete er seine Redakteure wie berichtet zum Bloggen. Egal, ob sie wollen oder nicht. Jetzt geht er noch einen Schritt weiter. Blogger bekommen kein pauschales Honorar mehr, sondern werden nach Zugriffen bezahlt. Wollen Redakteure (mehr) Geld verdienen, werden sich auf forbes.com wohl künftig mehr Bikinidiashows, Promihochzeiten und andere zugriffstarke Societymeldungen finden. Diese Geschichten - reißerisch aufgemacht - bringen viele Klicks und somit also Kohle.

"Unternehmerischer Journalismus"

D'Vorkin dürfte generell eher der Hardcore-Ökonom des Journalismus sein. Er will den "unternehmerischen" und den "partizipatorischen" Journalismus" einführen. Redakteure sollen ihre Berichte und Artikel selbst in sozialen Netzwerken bewerben und vermarkten. Je besser sie das können, desto mehr verdienen sie. In einem Interview zu seinem Start als "Forbes"-Chef sprach er sich auch dafür aus, "die Trennung zwischen Content-Erstellern, den Lesern und den Vermarktern aufzuheben".

Abendessen mit dem Chef

Finanzielle Anreize für Redakteure gibt es auch beim deutschen "Handelsblatt", erinnert meedia.de. 3.000 Euro "Erfolgsprämie" winken dem Redakteur, dessen Geschichte am häufigsten von Nachrichtagenturen aufgegriffen wird. Sollte es die Geschichte sogar bis in die "Tagesschau" schaffen, gibt's eine Einladung zum Abendessen mit dem Chef. Das nennt man dann wohl Mitarbeitermotivation.

P.S.: Geld pro Klick? Gibt's bei derStandard.at freilich nicht.

Link
businessinsider.com: Forbes Bloggers' Compensation Will Be Tied To Web Traffic

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14 Postings
O NOES!
10
22.9.2010, 15:21
"P.S.: Geld pro Klick? Gibt's bei derStandard.at freilich nicht."

Braucht er auch nicht, wegen der Pauschalen für die Funktion als grüne Jubelpostille und Apple-Fanblatt.

Kultrocker
00
12.8.2010, 13:31
P.S.: Geld pro Klick? Gibt's bei derStandard.at freilich nicht.

Da haben wir noch mal Klick gehabt

Mathias
 
00
12.8.2010, 12:59
P.S.: Geld pro Klick? Gibt's bei derStandard.at freilich nicht.

Hoffentlich nicht! Ich bin der Meinung, dass sich Journalisten nicht "prostituieren" lassen müssen.

Diese Idee von Lewis D'Vorkin ist doch nur ein weiterer Vorstoß, die Verantwortung des Betriebes auf die Mitarbeiter abzulegen. Sozusagen "Pseudo-Selbständigkeit". Weil zu sagen will der Lewis sicher weiterhin, was publiziert wird und was nicht!

KomaPoster
00
12.8.2010, 12:35
Natürlich gibts beim derstandard.at Geld pro Klick.

Lesen Sie soch mal ihre eigenen Mediadaten, liebe Fr. Ebenführer.

hed
00
12.8.2010, 12:39
für den redakteur?

haben sie den artikel in seiner gesamtheit verstanden?

system1
00
12.8.2010, 10:28
meedia.de

da war sich wohl einer zu sierig für die media.de-url.... ich mach demnächst meeedia.de......

chorus
 
00
11.8.2010, 21:41
dass das auch in österreich realität ist...

...zeigt auch der standard online täglich mit den reisserisch aufgemachten apple vs. microsoft vs. linux schlagzeilen..

hed
00
11.8.2010, 20:47
gaga

Der Fiona sein Hund würde das nie tun.
02
11.8.2010, 19:03

sich dem Leser anbiedern ist wohl kontraproduktiv. Die Bindung des Leser steigern indem man mit ihm in Dialog tritt - warum nicht?

Und ich fände offene Redaktionsplattformen mit Bezahl- und Belohnungsschema gar nicht blöd. Ganz oben hin gehörte halt ein Kodex, welche Inhalte man da anbieten kann, welchen Kriterien die genügen sollten und wie man die präsentieren darf.

Jouralismus ist ja sonst eine Zone mit ziemlich seltsamen Wettbewerbsregeln.

Andreas Prucha
00
25.9.2010, 02:23

Sobald Geld im Spiel ist, ist so ein Kodex nicht mehr das Papier wert, auf dem er gedruckt ist.

sonic
00
11.8.2010, 18:27

was die Prämien beim "Handelsblatt" betrifft: Da wären mir die 3000 Euro lieber als ein Essen mit dem Chef.

sonic
00
11.8.2010, 18:25

Da nehme ich als Titel "Halle Berry nackt" und schon habe ich ein paar hundert Klicks.

Guybrush Threepwood
01
11.8.2010, 17:54

Eine ausgesprochen kurzsichtige Sichweise.

gueldensternn
08
11.8.2010, 16:39
Das sind jetzt aber zwei völlig gegensätzliche Beispiele.

Traffic generieren lässt sich trefflich mit Chronik-Meldungen von der Nachrichtenagentur.

Geht die Meldung den umgekehrten Weg, vom Handelsblatt zur Agentur, heißt das, dass der Handelsblatt-Journalist einen exzellenten Job gemacht haben muss. Belohnt wird hier das, was investigativen Journalismus ausmacht: Relevanz u Exklusivität! Die Tagesschau bringt ja sicher nicht irgendwelchen Society-Trash.

Was das Handelsblatt macht, ist also Anstachelung zur Qualität, was D'Vorkin macht das genaue Gegenteil.

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