Moskau schützt Abchasien mit Luftabwehrraketen

11. August 2010, 17:23

Luftabwehr auch in Südosseitien ausgebaut - Tiflis "besorgt"

Moskau - Zwei Jahre nach dem bewaffneten Konflikt mit Georgien um Abchasien hat Russland in der abtrünnigen georgischen Region Flugabwehrraketen stationiert. Auch in der ebenfalls von Georgien abtrünnigen Region Südossetien seien Flugabwehrkapazitäten aufgebaut worden, erklärte der Oberbefehlshaber der russischen Luftwaffe, Alexander Selin, am Mittwoch. Die Regierung in Tiflis äußerte sich besorgt.

Bei den in Abchasien stationierten Geschossen handle es sich um Boden-Luft-Raketen vom Typ S-300, teilte Luftwaffenchef Selin nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen mit. "Ziel der Flugabwehr ist es nicht nur, die Regionen Abchasien und Südossetien zu schützen, sondern auch jede Maschine zu zerstören, die den Luftraum verletzt - was auch immer ihre Mission sei", sagte Selin laut ITAR-TASS.

Medwedew-Besuch

Am Sonntag hatte der russische Präsident Dmitri Medwedew Abchasien einen Besuch abgestattet. Anlass war der zweite Jahrestag des Beginns des militärischen Konfliktes zwischen Russland und Georgien um Abchasien und Südossetien. Um die pro-russischen Regionen wieder unter Kontrolle zu bringen, hatten georgische Truppen in der Nacht auf den 8. August 2008 eine Offensive in Südossetien gestartet. Daraufhin schritt die russische Armee ein und marschierte in Georgien ein. Nach fünftägigen Gefechten stimmten beide Seiten einem von der Europäischen Union vermittelten Waffenstillstand zu.

Russland erkannte beide Regionen kurz nach dem Ende des Konfliktes als unabhängige Staaten an. Nur Venezuela, Nicaragua und Nauru sind dem russischen Beispiel gefolgt. Georgien betrachtet die Regionen als sein von russischen Truppen besetztes Staatsgebiet.

Der georgische Vize-Regierungschef Temur Jakobaschwili bezeichnete die Stationierung von Raketen in Abchasien als eine "Quelle der Besorgnis". Dies gelte "nicht nur für Georgien, sondern auch für andere regionale Akteure, darunter die NATO", sagte er der Nachrichtenagentur AFP in Tiflis. Die Raketenstationierung in Abchasien verändere "das Kräftegleichgewicht in der Region".

Nach Jakobaschwilis Einschätzung richtet sich die Raketenstationierung nicht nur gegen sein Land. "Es ist offensichtlich, dass Russland seine besetzten Gebiete als eine militärische Plattform für Vorhaben benutzt, die größer als die sind, die nur auf Georgien abzielen", sagte er. Es handle sich um "eine asymmetrische Antwort auf die Stationierung von Raketenschildkomponenten durch die Amerikaner in Osteuropa".

Der frühere US-Präsident George W. Bush hatte einen Raketenschild in Osteuropa geplant, im September 2009 erklärte sein Nachfolger Barack Obama jedoch das Aus des Projekts. Geplant war die Installierung einer Radarstation in Tschechien und die Stationierung von zehn Abfangraketen in Polen. Russland hatte das Projekt wiederholt als Bedrohung für die eigene Sicherheit kritisiert.

Obama kündigte stattdessen ein flexibleres System an, das sich auf die Abwehr iranischer Kurz- und Mittelstreckenraketen konzentrieren soll. Anfang des Monats berichtete die "Washington Post", in Kürze werde die US-Regierung wahrscheinlich mit Bulgarien oder der Türkei ein Abkommen für die Installierung einer Radarstation schließen. (APA)

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cremeflöte
 
136
12.8.2010, 12:26
Zweck der Übung

Die eigentliche Frage ist, was Russland mit der Aufstellung von Raketen in den annektierten bzw. besetzten Gebieten bezweckt.
Schutz der besetzten Provinz Abchasien vor Luftangriffen aus Kern-Georgien? Nein. Georgien hat keine Luftwaffe mehr.
Also handelt es sich um eine Maßnahme zur Kontrolle des südkaukasischen Luftraums.
Es ist daher entweder eine Maßnahme im Vorgriff auf einen weiteren russischen Angriff auf Georgien, mit der eine Luftblockade über Georgien erwirkt werden kann oder es ist als Drohkulisse zu verstehen, die die Allianz im Afghanistaneinsatz davon abhalten soll, den südkaukasischen Luftraum als alternative Versorgungsroute zu nutzen.

Die weiteren russischen Schritte sollten genau beobachtet werden.

F S 3
511
12.8.2010, 15:29
Gut gebrüllt! - Bis auf einen kleinen - aber wesentlichen - Fehlschluß in ihrer Schlußfolgerung. Wenn sie wenigstens ein wenig aufnahmebereit abseits ihrer eingefahrenen Überzeugung wären, hätten sie ja von selbst auf das NAHELIEGENDE aufmerksam…

…werden können:

http://derstandard.at/plink/128... 7/17746717

Um den *Iran*(!) vollständig einzukesseln,muß auch der Georgische Luftraum kontrolliert werden.

Und zu ihren "Zweifel" am verstärkten NATO-Engagement im Schwarzen Meer verweist das FS3 auf ein Arbeitspapier aus 2006(!),der EU,welches ein "stärkeres NATO(!) Engagement im Schwarzmeer-Raum" fordert.

Unter dem Deckmantel "Humanitärer Hilfe" operieren bereits jede Menge Schlachtschinakeln d.NATO im Schwarze Meer,u.a. waren da die USS McFaul, die USCGC Dallas, die Lübeck, Spaniens Adm. Juan de Bourbon und Polens General Pulaski mit gesamt weit über 100 Cruse Missiles u.jeder Menge sonstiger Schinakeln,die auch regelm ausgewechselt werden,u.so die Präsenz aufrechterhalten.

Pro Freistaat Kärnten!
 
13
13.8.2010, 12:22
O, unser meisterstratege

cremeflöte
 
94
12.8.2010, 15:46

Ein Arbeitspapier der EU (?), das von der NATO mehr Engagement im schwarzen Meer fordert? 2006?
Das ist grober Unfug.
Wir haben übrigens 2010 und es ist nicht zu diesem von Ihnen behaupteten stärkeren Engagement gekommen. Gelegentlich (!) läuft mal ein(!) NATO-Schiff einen georgischen Hafen an. Der Zugang zum schwarzen Meer für Marine von Nichtanrainerstaaten ist vertraglich äußerst eng limitiert und muss Monate vorher gekannt gegeben werden. Nur die Russen dürfen mit ihrer Schwarzmeerflotte von der Krim aus schalten und walten wie sie wollen.

cremeflöte
 
103
12.8.2010, 16:25
Präzisierung

Der Zugang zum Schwarzen Meer ist im Vertrag von Montreux gergelt. In Friedenszeiten muss der Türkei etwa 8 Tage vorher mitgeteilt werden, dass ein Kriegsschiff den Bosporus durchqueren will. Kriegsschiffe von Nichtanrainerstaaten dürfen nicht länger als 21 Tage im Schwarzem Meer bleiben. Nicht mehr als 15.000 Tonnen dürfen gleichzeitig durch die Meerenge fahren.
Im Kaukasus-Konflikt 2008 verweigerte die Türkei daher amerikanischen Kriegsschiffen den Zugang zum Schwarzen Meer.
Für russische Flugzeugträger gilt (natürlich) eine Ausnahmeregelung.

F S 3
411
12.8.2010, 17:21
@"Montreux-Abkommen" - Ja, das ist so korrekt…

…Deshalb auch die regelmäßige ROTATION der Schiffs-Einheiten, wiewohl auch das Engagement der NATO bei den div. Schwarzmeer Anreinerstaaten, etwa in Rumänien, wo der Hafen Constanta als Flottenbasis dient…

PS: Die USA planen bis 2015 drei Militärbasen in Georgien zu errichten, wie auch am 1.März dieses Jahres eine neue Radar-Station (bereits die Vierte!) an der Schwarzmeerküste Georgiens durch US-Botschafter John Bass "feierlich eröffnet" wurde…

PPS: Die US-Basis in Krtsanisi dient seit 2002 als Ausbildung-u.Deployment-Center f.d.Green Beret- und Marinecorps Ausbildner für all jene Truppen, die nach Afghanistan u.d.Irak versandt werden…

PPPS: Georgien war/ist beliebter Ausgangspunkt f.US-Isreal-Drohnen-Einsätze i.d.Iran…

Zeitritter
21
23.9.2010, 01:29
Gegenfrage, wieviele Soldaten hat die USA in Georgien?

Wieviele hat Russland?

Und wieviele hat Russland mehr, als vertraglich 2008 mit der Welt vereinbahrt?

schnaps01
15
12.8.2010, 16:49

Es gibt keine russischen Flugzeugträger!

Die Kusnezow ist ein Schwerer Flugdeckkreuzer ;)

cremeflöte
 
102
12.8.2010, 17:37

Das ist ja die Ausnahme:
Die Kuznezow wurde kurzerhand vom Flugzeugträger in einen Flugdeckkreuzer umgewidmet und darf jetzt ungehindert passieren.

cremeflöte
 
204
12.8.2010, 09:57
parallelen

Einige Voralberger fühlen sich von Restösterreich veralbert und beschließen eine separatistische Vereinigung. Sie lassen sich von einer zufällig in der Nähe befindlichen Regionalmacht logistisch, finanziell, personell und militärisch unterstützen. Die finstere Regionalmacht (nennen wir sie die Föderation) verteilt -teilweise unter Zwang- Pässe an die Voralberger.
Irgendwann wird es Österreich zuviel und man fordert Land und Leute zurück. Die Gegenseite zeigt den Vogel und beginnt mit der Beschießung östrreichischen Territoriums.

Und jetzt stehen die Österreicher vor der selben Entscheidung wie Georgien im August 2008.

tramtatam
35
12.8.2010, 17:30
"Die Gegenseite zeigt den Vogel"

haha! der war gut!
die Gegeseite hatte recht - das trifft auf Eueren Präsidenten Willi voll zu!

James131
24
12.8.2010, 11:05

Selbstverstaendlich nachdem das oesterr. Bundesherr ind voralberg jede zivile verwaltung versucht hat auszuschalten und behauptet hat, dass die anderen zuerst geschossen haben.
Ach ja .... das mit dem schiessen .... mensch nehme amerikanische kriegswaffen mit dem das herr extra auftgeruestet wurde VOR dem einmarsch.

(.) (.)
35
12.8.2010, 11:05
Österreich erkennt z.b. die territoriale Integrität Serbiens nicht an

warum sollte Österreich dann darauf bestehen, dass Vorarlberg zu Österreich gehört wenn es die Vorarlberger anders beschliessen?

Rene Herbst1
23
12.8.2010, 11:02
glauben sie wirklich,

dass man vorarlberg zurückfordern würde?

NONE
412
12.8.2010, 09:57

Es wird Zeit das sich die EU geschlossen den Kriegsvorbereitungen der USA verweigert.

Jeder Blinde sieht das die USA erneut versuchen Kriegstreiberei zu betreiben. Und Russland wird als Feind hochstilisiert.

cremeflöte
 
102
12.8.2010, 10:40

Obamas Reset-Politik und das Angebot, das Nukleararsenal zu reduzieren, sind eindeutige Schritte zur Versöhnung. Die USA unter Obma betreiben gegenüber Russland eben keine aggressive Politik. Und die Europäer sind seit eh und je nicht antirussisch eingestellt.

Dennoch betreibt der Kreml eine anti westliche Politik. Er unterstützt die Staaten, die sich antiwestlich geben (Iran, Syrien, Venezuela). Von den Kontakten zu Hamas und Hisbollah ganz zu schweigen.
Es wird Zeit, dass der Kreml die ausgestreckte Hand Europas und der USA ergreift. Nur gemeinsam ist man stark.
Russland muss allerdings von zwei Dingen Abstand nehmen:
von der Beanspruchung einer prioritären Einflusszone und von dem Ziel, die NATO abzuschaffen.

schnaps01
37
12.8.2010, 11:24

Die NATO abzuschaffen sollte unser ALLER erklärtes Ziel sein!

Sie ist ein Relikt des kalten Krieges und führt uns unwiderruflich in eine Vasallen Stellung der USA.

cremeflöte
 
113
12.8.2010, 12:15

Die NATO ist ein Schutz- und Wertebündnis und wird natürlich nicht abgeschafft.

schnaps01
21
12.8.2010, 14:52

"So macht also die Politik aus dem alles überwältigenden Element des Krieges ein bloßes Instrument; aus dem furchtbaren Schlachtschwert, was mit beiden Händen und ganzer Leibeskraft aufgehoben sein will, um damit einmal und nicht mehr zuzuschlagen, einen leichten, handlichen Degen, der zuweilen selbst zum Rapier wird, und mit dem sie Stöße, Finten und Paraden abwechseln läßt."

Die NATO ist nicht mehr als ein Rapier.

cremeflöte
 
42
12.8.2010, 15:05

Und?
Clausewitz gilt für alle Staaten gleichermaßen.

schnaps01
32
12.8.2010, 14:50

Die NATO kennt keine Werte welche schützenswert wären!

cremeflöte
 
93
12.8.2010, 15:08

Die Freiheit hier sitzen zu können und die NATO zu beschimpfen, das ist einer der Werte, die die NATO ihren Mitgliedern garantiert.

Und jetzt versuchen Sie mal Meinungsfreiheit in Russland oder China auszuüben.

schnaps01
33
12.8.2010, 15:26

Wollen sie damit behaupten das würden wir die NATO jetzt abschaffen wir jetzt auf einmal von Russland überrant werden?

Die NATO in ihrer ursprünglichen Form hatte Ihren zweck und diesen hat sie erfüllt, sie wird nicht mehr gebraucht.

Sie wird nun nur noch missbraucht und von der Politik instrumentalisiert.

cremeflöte
 
53
12.8.2010, 15:55

Es bleibt dabei: Die NATO schützt ihre Mitglieder vor Begehrlichkeiten anderer. Das ist leider auch im 21. Jahrhundert immer noch aktuell.
Und die NATO garantiert Freiheit. Wir haben sie. Russland nicht.
Die NATO abschaffen und dadurch ein gefährliches Vakuum hinterlassen? Niemals. Als erstes würde Russland seine "Liebe" zu den baltischen Staaten wiederentdecken und beim erstbesten Vorwand einrücken. So wie sie es in Georgien getan haben, so wie sie es in Moldawien getan haben.

schnaps01
22
12.8.2010, 16:13

Halte ich für Bullshit... Vakuum ?

Die Truppen würden ja nicht abgebaut, es würde bei einer Auflösung ja nur die Kommandostrukturs der Militärs wieder auf die Nationale Ebene zurückgehn.

Es wäre auch schwerer für einzelne Staaten (z.B. USA) einen Angriffskrieg zu starten (z.B. Afghanistan) und andere Länder die gar nix mit der Sache am Hut ham (z.B. Deutschland) da mit reinzuziehen.

Wobei ich auch gleich bei gelegenheit die UNO auflösen würd ;)

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