Der Web-Petznerfinder

11. August 2010, 14:28
105 Postings

Das virtuelle Promi-Erkenn-Medium „Akinator“ macht keine Fehler – und weiß, wer wann von Stefan Petzner träumt

Es gibt zur Beachvolleyball-Zugsfahrt nach Klagenfurt mit dem gerne Promitreffen ersteigernden einstigen BZÖ-Mitarbeiter Alexander Schiel, der nun zwei Sozialmärkte in Wien betreibt, natürlich auch eine Nachgeschichte. Auch, weil es nachgerade unmöglich ist, mit Funktionären - selbst wenn sie Ex-Funktionäre sind, die betonen, mit echter Politik aber so was von gar nix mehr am Hut zu haben (Zwischenruf vom Schreibtisch nebenan: „Inwiefern haben BZÖ-Funktionäre denn auch als Aktive irgendwas mit Politik zu tun?" - der Zwischenruf wird ignoriert) - das Thema Jörg auszusparen.

Doch da die Fahrt zum Beachvolleyball vor dem Aufpoppen der Konten-Geschichte stattfand, begnügten wir uns im Abstecken von Standpunkten (er: „also über den Westenthaler und all die anderen kann jeder denken was er will - aber über den Jörg lass ich nix kommen." - ich : *Augenverdreh*) - und schwenkten auf Smalltalk um: Viereinhalb Stunden in einem Zugsabteil können lang sein. Und weder Alexander Schiel noch ich hatten Lust darauf, diese Zeit mit ebenso gegenseitigem wie sinnlosen Zähnefletschen zu verbringen. Daher: Smalltalk.

Stevie P.

Irgendwann (etwa nach 15 Sekunden) landeten wir daher bei Stefan Petzner. Und sowohl Schiel als auch sein Begleiter lächelten sanft, als ich klagte, dass es schade sei, dass Stevie P. das Wort „Lebensmensch" wohl für immer besetzt halten würde. Die beiden glucksten dann recht amüsiert, als ich ihnen erzählte, wie die Herren Grissemann und Stermann einst die Klagereden von Bernhard Kohl und dem Lebensmenschen jeweils dem falschen Pressekonferenzbild zugeordnet hatten.

Und als ich in den Raum stellte, dass es ein indirektes Bräunungsduell zwischen Petzner und Walter Nettig geben könnte, waren sie hellauf begeistert: Daran, sagten sie, hätten sie bisher nicht gedacht - aber sie würden ihn (Petzner) darauf ansprechen, sobald sie ihn wieder sähen. Abseits der Politik sei der nämlich ein „wirklich lustiger, netter und fideler" Typ. Wie es derzeit aber um seinen einst kolportierten weißen Dienst-Ferrari stehe, wüssten sie nicht. Dafür verreiten sie mir, in welches Bräunungsstudio der Lebensmensch wie oft geht.

Das Medium

Viele lustiger, sagte Schiels Begleiter, sei aber die Geschichte von Petzner und dem Akinator. Dem Aki-was? „Dem Akinator." Der Begleiter zückte sein iPhone, startete eine App - und bat mich, beim Beantworten der nun kommenden Fragen des virtuellen Promiratespiels (ein Magier mit Turban und Aladinlampe gibt das „Medium" und stellt Ja/Nein/Vielleicht-Fragen) an Petzner zu denken. Und - bumsti! - auf den ersten Schlag (nach rund zehn wirklich nur allgemeinen Fragen, bei denen Madagaskar-Urlaube, aber nicht etwa Mann-Frau-Präferenz Thema war) hatte der Weise aus dem iPhone die (mutmaßlich) letzte Kontaktperson vom „Jörg" nicht nur gefunden, sondern belegte seine Vermutung gleich mit dem schönsten öffentlich zugänglich Petzner-Bild: Dem berühmten Oben-Ohne-Foto. „Der Stefan", verriet Schiel, „war vollkommen baff. Nicht, dass er da drin ist, sondern dass er so leicht zu finden ist: ,Woher kennt mich der?' hat er beim ersten Mal gefragt."

Ich war erstaunt: Ist Stefan Petzner wirklich so berühmt, dass man ihn unter allen Promis der Welt durch lediglich zehn Fragen („Existiert diese Person tatsächlich?") ermitteln kann? Oder ist der Akinator tatsächlich das App-Pendant zur „Allwissenden Müllhalde" der Fraggles? In den folgenden Tage testete ich den Lampengeist (in der Onlineversion: de.akinator.com) noch etliche Male: Petzner fand er immer.

Bei anderen Promis patzte er dagegen regelmäßig: Wann immer ich nach Fiona Pacifico-Grasser (oder wie immer sie gerade genannt werden soll/will) suchte, schlug der Akinator voll daneben - und präsentierte mir Gabi Burgstaller. Und ich kann mich beim besten Willen nicht entscheiden, für welche der beiden Damen diese Verwechslung wohl schlimmer ist. Vielleicht sollte ich Stefan Petzner fragen. (Thomas Rottenberg, derStandard.at, 11. August 2010)

  • Der weise Promifinder "Akinator" hat auch Stefan Petzner selbst ganz schön überrascht.
    foto: screenshot/de.akinator.com

    Der weise Promifinder "Akinator" hat auch Stefan Petzner selbst ganz schön überrascht.

Share if you care.