PKK-Rebellen wollen offenbar neue Waffenruhe ausrufen

11. August 2010, 11:11
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Während Ramadan - Zwei Tote bei mutmaßlichem Rebellenanschlag auf Ölpipeline

Istanbul - Die PKK-Kurdenrebellen in der Türkei wollen offenbar eine neue Waffenruhe ausrufen. Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer türkischer Tageszeitungen vom Mittwoch wird die Verkündung der neuen Waffenruhe in den kommenden Tagen und möglicherweise bereits an diesem Donnerstag erwartet.

Die PKK hatte im Juni eine bis dahin geltende Waffenruhe aufgekündigt und ihre Angriffe erheblich verstärkt. Mehrere Dutzend Menschen kamen seither bei Anschlägen und Gefechten ums Leben. Bei einem mutmaßlichen PKK-Anschlag auf eine Ölpipeline in Südostanatolien wurden am Dienstag zwei Menschen getötet.

Waffenruhe während Ramadan

In den vergangenen Tagen hatten die Kurdenpartei BDP sowie die pro-kurdische Dachorganisation DTK Aufrufe für eine neue Waffenruhe veröffentlicht. Auch die türkische Armee solle ihre Operationen einstellen. Die PKK-Waffenruhe soll laut Presseberichten zumindest für die Dauer des islamischen Fastenmonats Ramadan gelten, der am Mittwoch begann.

Die PKK werde ihre neue Waffenruhe am Donnerstag verkünden, meldete die unabhängige Tageszeitung "Taraf". Das linksgerichtete Blatt "Evrensel" berichtete, die PKK werde die Waffenruhe nach einem für Mittwoch geplanten Gespräch des inhaftierten Rebellenchefs Abdullah Öcalan mit seinen Anwälten, aber noch vor dem kommenden Sonntag ausrufen. Am Sonntag, dem 15. August, jährt sich der Beginn des Kampfes der PKK gegen den türkischen Staat.

Die in der Türkei und im Westen als Terrororganisation verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hatte 1984 zu den Waffen gegriffen. Das Ziel eines eigenen Kurdenstaates hat die im Nordirak verschanzte PKK-Führung aufgegeben; mit der Gewalt will sie Ankara vor allem zwingen, die PKK als Gesprächspartnerin bei der Suche nach einer Lösung des Kurdenkonflikts zu akzeptieren. Die Türkei lehnt dies aber ab. (APA)

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