Europas Leitbörsen schließen uneinheitlich

12. August 2010, 18:25
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Händler sehen Ansatz von Stabilisierung - Konjunktursorgen belasten weiter

Wien - Europas Aktienmärkte haben am Donnerstag nach den Kursverlusten der letzten beiden Handelstage keine klare Tendenz gezeigt. Händler sprachen von einem Ansatz einer Stabilisierung. Konjunktursorgen und die Angst vor einem Rückfall in die Rezession hätten die Kurse aber weiterhin in Schach gehalten. Neue Nahrung erhielt die Sorge von den jüngsten Konjunkturdaten aus den USA. So war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend nochmals angestiegen. Nicht zum Besseren belehren konnte auch ein enttäuschender Ausblick des US-Netzwerkausrüsters Cisco Systems, der gerne als Indikator für die Investitionsbereitschaft der Unternehmen weltweit herangezogen wird.

Der Euro-Stoxx 50 fiel am Ende um 0,12 Prozent auf 2.720,85 Punkte und schloss damit zum dritten Mal in Folge niedriger. Nach anfänglichen Gewinnen konnte der europäische Leitindex damit allerdings sein Tief bei 2.698 Punkten überwinden. In Paris verlor der CAC-40-Index 0,20 Prozent auf 3.621,07 Punkte. Einzig der Londoner FT-SE 100 hielt sich mit plus 0,40 Prozent auf 5.266,06 Punkten über Wasser.

Banken gehörten wie schon am Vortag zu den deutlicheren Verlierern. Credit Agricole und ING verloren mehr als zwei Prozent. Societe Generale gaben um 1,23 Prozent nach. Nach oben ging es für Unternehmen aus dem Getränkesektor. Zugpferd waren die Titel von Anheuser-Busch Inbev, die sich nach Vorlage von Quartalszahlen um 5,37 Prozent auf 41,20 Euro verteuerten und damit an die Spitze im EuroStoxx 50 kletterten. Die Brauerei habe ein starkes Zahlenwerk vorgelegt, kommentierte Kepler-Analyst Ton van Oojen. Sämtliche Kennziffern seien besser als erwartet gewesen. Im Zuge der starken Resultate legten auch die Anteilsscheine der Getränkekonzerne Heineken, Diageo und Pernod Ricard zwischen 1,19 und 2,3 Prozent zu.

Von den Unternehmen aus dem Nahrungsmittelsektor rückte Danone ins Blickfeld. Die Franzosen haben ihren Anteil am russischen Fruchtsaft- und Milchprodukte-Hersteller Wimm-Bill-Dann verkauft. Danone-Aktien gewannen 1,49 Prozent auf 43,18 Euro. Unilever und Nestle waren in Amsterdam und Zürich ebenfalls gefragt.

Deutlich nach oben ging es auch für als eher defensiv geltende Werte aus dem Telekommunikationssektor. Deutsche Telekom, Telecom Italia und France Telecom zählten im Euro-Stoxx 50 mit Aufschlägen von 1,3 bis 2,6 Prozent zu den Gewinnern. Telefonica verbuchten ein Kursplus von 0,55 Prozent auf 17,51 Euro und profitierten dabei auch von einer Hochstufung durch Goldman Sachs.

Versicherer sorgten mit Unternehmenszahlen für Bewegung im Sektor. Aegon-Papiere waren mit minus 3,51 Prozent auf 4,37 Euro schwächster Wert im Euro-Stoxx 50. Zwar konnten die Niederländer mit den Zahlen überzeugen, müssen aber wegen eines anstehenden Entscheids der EU über Auflagen für die staatlichen Hilfen Milliarden zurücklegen. Axa gaben im Sog dessen ähnlich stark nach. Auch Prudential fielen um 1,51 Prozent auf 557,63 Pence, obwohl die Briten im ersten Halbjahr in die Gewinnzone zurückgekehrt wraen.

Negativ auf fielen in London Vedanta Resources, die um 7,47 Prozent auf 2.243 Britische Pence abrutschten. Der Minenkonzern hatte Gespräche mit Cairn Energy über einen Einstieg bei dessen Indien-Tochter bestätigt. Cairn legten im Zuge dessen um 1,80 Prozent auf 454,53 Pence zu. Vedanta würde damit erstmals in das Öl- und Gasgeschäft einsteigen. (APA)

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