Hohe Müttersterblichkeit in Argentinien

11. August 2010, 09:20
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Die medizinische Versorgung kommt einem "Lotteriespiel" gleich - Frauen würden gesetzlich garantierte Leistungen verweigert, kritisiert die NGO

Buenos Aires/Mexiko-Stadt - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat die medizinische Versorgung von Frauen und Mädchen in Argentinien scharf kritisiert. Fast 40 Prozent der Schwangerschaften würden in dem südamerikanischen Land unprofessionell abgebrochen, erklärte die Nichtregierungsorganisation (NGO) in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Die Abtreibungen seien der Grund für eine seit Jahrzehnten vergleichsweise hohe Müttersterblichkeit, heißt es in dem 53-seitigen Bericht. Zudem würden Ärzte und andere Angestellte im Gesundheitswesen Frauen gesetzlich garantierte Leistungen verweigern oder diese an willkürlich aufgestellte Bedingungen knüpfen.

Lotteriespiel mit Einverständnis des Ehegatten

Die medizinische Versorgung in Argentinien gleiche einem Lotteriespiel: "Wer Glück hat, wird angemessen versorgt, viel wahrscheinlicher ist jedoch eine mangelhafte oder sogar missbräuchliche Behandlung", sagte Jose Miguel Vivanco, Direktor der Lateinamerika-Abteilung von Human Rights Watch.

Zu den häufigsten Erschwernissen gehörten lange Wartezeiten, unnötige Überweisungen an andere Kliniken, finanzielle Hürden, die rechtswidrige Praxis, eine Einverständniserklärung des Ehegatten zu verlangen, und in manchen Fällen auch die Weigerung, eine Patientin zu behandeln. Gesetze, die Frauen eine angemessene Behandlung garantierten, würden nicht eingehalten. (APA)

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