Untersuchungs-Kommission zum Bürgerkrieg beginnt mit Arbeit

11. August 2010, 09:04
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    foto: reuters/dinuka liyanawatte

    Sri Lanka ist weiterhin gegen eine UN-Untersuchung des Bürgerkriegs. Im Juli blockierten Demonstranten das UN-Hauptquartier in Colomb, um gegen eine mögliche solche Untersuchung zu protestieren.

Regierung lehnt unabhängige Untersuchung der UNO ab

Colombo - Gut ein Jahr nach dem Ende des Bürgerkriegs in Sri Lanka ist am Mittwoch ein von der Regierung eingesetzter Untersuchungsausschuss zu dem Konflikt zusammengetreten. Das achtköpfige Gremium, das sich in der Hauptstadt Colombo in einer Feierstunde konstituierte, soll die letzten Jahre des 37-jährigen Konflikts zwischen Armee und tamilischen Rebellen untersuchen.

Dabei soll es insbesondere um die Frage gehen, warum ein 2002 geschlossener Waffenstillstand zwischen der Regierung und den Unabhängigkeitskämpfern der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) gebrochen wurde. Die Regierung forderte den Untersuchungsausschuss überdies auf, Empfehlungen zur Vermeidung eines erneuten Konflikts abzugeben.

Der Untersuchungsausschuss nimmt seine eigentliche Arbeit am kommenden Dienstag auf. An insgesamt fünf Tagen sollen Zeugen in Colombo befragt werden, zwei weitere Sitzungstage sind in Vavuniya in der Nähe des früheren Kampfgebietes geplant.

Regierung lehnt UN-Untersuchung ab

Sri Lanka hatte wiederholt ablehnend auf die Ankündigung der Vereinten Nationen reagiert, mögliche Menschenrechtsverletzungen in den letzten Jahren des srilankischen Bürgerkriegs zu untersuchen. Der srilankischen Armee wird vorgeworfen, während der Kämpfe gegen die LTTE-Rebellen willkürlich Zivilisten erschossen zu haben. Allein in den letzten vier Monaten des im Mai 2009 beendeten Konflikts starben nach UN-Angaben mindestens 7000 tamilische Zivilisten.

Knapp 60 Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses forderten Außenministerin Hillary Clinton in einem am Dienstag eingegangenen Brief auf, sich für eine unabhängige internationale Untersuchung des Bürgerkriegs in Sri Lanka stark zu machen. "Es gibt zunehmend Hinweise, wonach beide Konfliktparteien schwere Menschenrechtsverletzungen begangen haben", hieß es in dem Schreiben. Dem von der Regierung in Colombo eingesetzten Untersuchungsausschuss fehle es "an der notwendigen Glaubwürdigkeit", eine unabhängige Untersuchung solle "einen dauerhaften Frieden in Sri Lanka" sicherstellen. (APA)

Ava Tar
03
11.8.2010, 15:29
UN-Mitgliedschaft von Sri Lanka so lange suspendieren

bis es eine unabhängige Untersuchung zu den Massenmorden gibt

Franz Klug
00
11.8.2010, 11:03
Die UNO ist zu feig eine internationale Untersuchungskommission einzusetzen!

Eigentlich ungeheurlich! Während man bei dem Gazavorfall von der UNO aus alles unternimmt um das zu untersuchen, traut man sich bei Sri Lanka nicht. In Sri Lanka gab es Tausende von Unschuldigen Toten! Noch immer werden über Hundertausende von Tamilen in Lagern illegal festgehalten. Journalisten können nicht frei berichten und ausser Appelle gibts nichts von der Weltgemeinschaft. Aber anscheinend gibt es für die UNO Menschenrechtskommission unterschiedliche Wichtigkeiten bei Menschenrechtsverletzungen und Tote Türken sind mehr wert als Tote Tamilen. Ärgerlich ist auch dass die EU - Regierung und Parlament - hier schweigt und keinen Druck auf Sri Lanka ausüben um eine Internationale Untersuchung durchzuführen!

daarth
00
11.8.2010, 09:28
"beide Konfliktparteien schwere Menschenrechtsverletzungen begangen"

Wäre der erste Bürgerkrieg gewesen, bei dem keine Sauereien passiert wären. Auf der einen Seite wurden Zivilisten ermordet und Frauen vergewaltigt, auf der anderen Seite Kindersoldaten zwangsrekrutiert und ebenfalls Zivilisten ermordet...
Leidtragende sind in solch einem Konflikt immer die Zivilisten.
Dass jetzt e3ndlich Frieden herrscht, ist jedenfalls ein Segen für das Land.

BigBang26
01
11.8.2010, 10:38
Frieden?

Jetzt übertreiben Sie mal nicht. Wo herrscht denn da in Sri Lanka frieden? Sie meinen vielleicht für die Touristen. Ja, sie können nun firedlich urlaub machen, ohne Hintergedanken über einen terroristischen Akt zu haben. Aber haben Sie an die Menschen gedacht, die immernoch nach mehr als einem Jahr Kriegsende in den Lager sitzen? Die ganze Mist fängt nur wieder von vorne an. Siedlungsprojekte der Singhlesen in den tamilischen Norden werden wieder fortgesetzt, die sämtl. standard Rechte werden den Tamilen entzogen. Der Hass wird sicherlich wieder den Oberhand gewinnen. Mr. Rajapakse gibt genug Nährboden für einen weiteren Kapitel "Befreiungskampf"! Die Internationale Gemeinschaft MUSS jetzt einschreiten!

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