Amnesty: Taliban müssen wegen Kriegsverbrechen vor Gericht

10. August 2010, 22:14
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Menschenrechtler für Strafverfolgung afghanischer Aufständischer - Öffentliche Hinrichtungen von Kindern

London - Angesichts der zunehmenden Gewalt gegen die afghanische Zivilbevölkerung fordert die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die radikalislamischen Taliban wegen Kriegsverbrechen strafrechtlich zu belangen. "Die Taliban und andere Aufständische werden immer dreister bei der systematischen Tötung von Zivilisten", teilte der für den Asien-Pazifik-Raum zuständige Direktor der Menschenrechtsorganisation, Sam Zarifi, am Dienstag mit. "Zivilisten anzugreifen ist ein Kriegsverbrechen." Das afghanische Volk verlange Gerechtigkeit und habe das Recht darauf, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Nach Angaben der Vereinten Nationen richtet sich die Gewalt in Afghanistan immer stärker gegen die Zivilbevölkerung. Im ersten Halbjahr 2010 wurden demnach bei Kämpfen und Anschlägen 25 Prozent mehr Zivilisten getötet als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres, die Zahl der getöteten Kinder stieg sogar um 55 Prozent. Für den überwiegenden Teil der zivilen Opfer sind demnach Aufständische wie die radikalislamischen Taliban verantwortlich.

Die Zahl der Zivilisten, die in Afghanistan von den Taliban gezielt ermordet oder hingerichtet worden seien, habe sich fast verdoppelt, teilten die UN mit. Die Aufständischen hätten sogar Kinder öffentlich hingerichtet. Zu einer Zunahme der zivilen Opfer habe auch geführt, dass die Taliban mehr, größere und technisch ausgereiftere Sprengfallen einsetzten. 29 Prozent der getöteten Zivilisten starben bei der Explosion derartiger Sprengsätze. (APA/dpa)

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