Gauner mit Niveau

10. August 2010, 19:11
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Die Serie ist ein charmanter, überraschend unblutiger Neuzugang im US-Krimisegment

US-Fernsehserien haben nicht selten den schönen Nebeneffekt, dass man dort Darstellerinnen und Darsteller wiederfindet, die man im Kino schon länger vermisst: John Lithgow in "Dexter" zum Beispiel, Tatum O'Neal in "Rescue Me", Mare Winningham in "Grey's Anatomy" oder gleich eine Legion von Schauspielerinnen - Kelly Lynch, Pam Grier, Jennifer Beals und viele andere - in The "L-Word".

Im Fall der 2008 für TNT produzierten Serie "Leverage" ist es ein leicht zerknautscht wirkender Timothy Hutton. Um diesen beziehungsweise um den Ex-Versicherungsangestellten Nathan Ford formiert sich in Folge eins ein junges Team von Spezialisten, deren Namen man irgendwann vielleicht auch kennen wird: Mit vereinten Kräften und nicht nur aus Eigennutz begehen Ford (Timothy Hutton), Alec (Aldis Hodge), Parker (Beth Riesgraf), Eliot (Christian Kane) und Sophie (Gina Bellman) den perfekt choreografierten Diebstahl in den Stahlglastürmen und Rechenanlagen eines Flugzeugkonzerns. Und zwar im Stil des technisch avancierten Caper-Movies - Stichwort: aufwändige Tarn- und Täuschungsmanöver, virtuose Körper- und Computerbeherrschung.

Das sieht zwar nach Folge eins noch nicht aus wie eine Serie mit Suchtpotenzial. Dass sich das Geschehen bald um eine traumatische Vorgeschichte erweitern wird, ist quasi Standard. Dass hier der visuellen Trickserei gehuldigt wird, gehört zum Genre. "Leverage - Ein Team für alle Fälle" (immer montags um 21 Uhr auf RTL Crime via Sky) ist aber trotzdem ein charmanter, überraschend unblutiger Neuzugang im nach wie vor von Forensikern beiderlei Geschlechts dominierten US-Krimisegment. (Isabella Reicher/DER STANDARD; Printausgabe, 11.8.2010)

  • Timothy Hutton in "Leverage - Ein Team für alle Fälle".
    foto: tnt

    Timothy Hutton in "Leverage - Ein Team für alle Fälle".

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