Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Sie tun es alle: Politiker, Kabinette, Ministerien. Kaufleute, Vorstände, Aufsichtsräte. Banken, Notenbank, Gesellschaften, und - in sehr spezieller Form - die Bundesbahn. Sie alle halten sich Berater. Rat und Hilfe lassen sie sich eine Stange (in aller Regel: fremden) Geldes kosten, je fremder desto mehr. Es scheint, als stiege das Inklinieren zum Ratgeber mit der Höhe des eigenen Gehalts: Je mehr jemand verdient, desto mehr verdient er einen Berater.
Besonders beliebt: PR-Berater und Lobbyisten, wobei die Grenzen zum juristisch Unsauberen durchaus verschwimmen; nicht nur, wenn die Gegenseite aufs Versteuern der Millionenhonorare vergisst.
Auch auf der Vis-à-vis-Seite: Sie tun es alle. Ex-Kanzler Franz Vranitzky beriet um eine Million Schilling Wolfgang Flöttl. Alfred Gusenbauer um 60.000 Euro die Hypo Kärnten, auch Ex-VP-Finanzstaatssekretär Alfred Finz berät, wahrscheinlich ist er billiger als ein Walter Meischberger oder Gernot Rumpold. Letztere kamen dank Salonfähigmachung der blauen Buberlpartie zu ihren prallen Adressdateien, die sie nun zu Gold machen. Denn so lange die Unschuldsvermutung gilt, gilt die Vermutung, dass es bei deren Engagements in erster Linie um eins ging: Kontakte zu den richtigen Leuten, die vieles richten können.
So lange die Unschuldsvermutung gilt, muss denn eine Frage an die ratlosen Auftraggeber gestattet sein: Warum können die das bitte nicht selbst? (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.8.2010)
Vielleicht sollten sich Politiker generell mehr an Viecherln halten
In Prozesse ging und gehe er stets "entspannt", ließ er in einem Interview am Sonntag Österreich-weit wissen
Wer die richtigen Seminare bucht kann Vögelchen Erfolg domestizieren, heißt es aus der Berater-Branche
Einsicht ist bei den derzeitigen Skandalen in Österreich ein rares Gut
Die Idee mit dem Erwinisieren hat jedenfalls was
Die Prozesse gegen Mensdorff-Pouilly und Strasser haben uns durchaus klüger gemacht
Dass Politiker tiefe Wasser sind und mehr - oder weniger - Potenzial haben, als man glaubt, beweist auch Erwin Pröll
Statt, zum Beispiel, "dumm" und "feig" sage man doch einfach "anderweitig begabt" und "risikovermindernd"
Irgendwie meint es das Schicksal mit Österreichs Parlamentariern gerade nicht so gut
Ministerringelspiele sind gut, besonders fein ist, dass wir neue Leute kennenlernen dürfen
Das scheint mir bei beratenden Politikern eher eine Volte um eine illegale Geschenkannahme zu verhindern.
Bei Vranitzky schien es damals um eine Rückerstattung für Prozesskosten zu gehen. Er hat einen Ehrenbeleidigungs Prozess verloren und wollte die Anwaltskosten von der Partei. Die war verschuldet und hat ihm dafür einen Berater Auftrag bei der Bawag gegeben.
Nicht die Berater sind die Bösen, schließlich tun sie ihren Job und werden dafür meist gut bezahlt - sondern vermehrt Politiker, Vorstände, Aussichtsräte, Gesellschaften uvm ... die offenbar dermaßen inkompetent sind, dass sie für das laufende Geschäft, Wahlen, PR, Lobbying (oft für Korruption+Bestechung) etc ständig Berater benötigen!
Die Frage ist nur, warum jene, die im Rampenlicht (also öffentlich) so wenig zustande bringen, im Verborgenen, als Berater, so viel dafür bekommen?
(Es besteht dann der Verdacht, sie agieren wie Eunuchen: sie sagen anderen wie es geht, ohne es selbst zu können?)
gilt allgemein als "Vorsorge" für die Zeit nach dem aktuellen Job: da sind die fürstlich honorierten Berater dann behilflich, den Wechsel in einen neuen Top-Job zu unterstützen, wo es dann im Gegenzug wieder neue Beratungsaufträge gibt.
Eine wesentliche Grundlage für die große Anzahl an Beratern ist vermutlich der Wunsch, speziell der Politiker, die Entscheidungen vor Kritik zu schützen.
Wenn der Politiker eine Entscheidung bekannt gibt, die im Haus gefallen ist (das Wissen wäre grundsätzlich vorhanden), so ist zu erwarten, dass die anderen Parteien mit Kritik nicht sparen. Beruft sich der Minister auf einen Experten=Berater, so scheint es eine Art beißhemmung zu geben. Außer man hat einen Experten mit anderer Meinung parat.
Über die Experten wird, so sehe ich es, versucht eine objektive Entscheidung zu suggerieren.
Kreisky war der erste, der sich offensiv mit Experten umgab, um seine Politik besser verkaufen zu können.
Auch diese werden das nicht "gratis" gemacht haben.
Und weiter?
Glauben Sie, dass sich das Wissen des Beraters ändert, wenn es die Diplomarbeit fertig hat? Wer an der Diplomarbeit schreibt, ist am Ende seines Studiums. Entweder er hat sich seine Kompetenz bereits erworben oder er ist auch nach Abschluss seines Studiums nicht kompetent.
Ihr post scheint mir der Beweis zu sein, dass in Österreich Titel wirklich sehr wichtig sind.
Nein, das Wissen ändert sich zwischen diesen beiden Zeitpunkten um keinen Deut (es sei denn, es liegen Jahre dazwischen).
Doch - übrigens aus eigener Erfahrung - weiss ich, dass man zunächst einmal ein gerüttelt Maß an Zeit braucht, um nach der Uni das Wissen auf Praxistauglichkeit zu testen und herauszufinden, welcher Teil rein akademisch/wissenschaftlich relevant ist.
Ein anderes Beispiel: ein Arzt, der eben seine Praxis eröffnet hatte, konstatierte bei mir eine Darmgrippe. Mein Einwand (aus Erfahrung): ein WESENTLICHES Merkmal (die häufigen WC-Besuche) fehlten. Er: es gibt (laut Studium) auch - selten, aber doch - Darmgrippen "ohne".
Eine Woche später lag ich dann im Krankenhaus, mit Blinddarmentzündung.
Theorie allein reicht nicht
Sie bringen gute Argumente, die ich teilen kann.
Was ich aber nicht schätze sind Verallgemeinerungen und der Wille andere einfach schlecht zu machen.
Interessant wäre gewesen, was jener Berater gemacht hat und ob er nicht doch im Hintergrund einen Seniorpartner hatte, welcher den Berater unterstützte.
Es gibt Aufgaben, die nach dem Studium wohl auch alleine erledigt werden können.
Sollte es etwas komplexeres gewesen sein, so wird die Firma nicht mehr viele Aufträge bekommen, sollte der MA schlecht gearbeitet haben.
Es gibt also keinen Grund einen Berater wegen seines Alters oder seines Status des Studium pauschal anzugreifen.
Sie, der Sie "Titel nicht so wichtig finden", würden sich wohl auch von einem Medizinstudenten am Herzen operieren lassen, der gerade die SIP I geschafft hat. Denn theoretisch weiß er nun ja über alles bescheid.
Und im Ernst: die Diplomarbeit ist in vielen Studienrichtungen etwas, das die Spreu vom Weizen trennt. Nicht umsonst sind die Dropoutquoten während der Diplomarbeit am höchsten...
ich denke, die "moral" eines staates (gesellschaft) ist bereits im StGB inkooperiert. das StGB spiegelt doch die tatsächlichen wertvorstellungen einer gesellschaft wider (zb. nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen. und jeweiligen deren ausformungen). gehe ich recht in dieser annahme?
Zwischen Aufregen und juristischen Konsequenzen ist ein Unterschied.
Wenn Sie hier auf gewisse Vorwürfe gegen gewisse unschuldsvermutete Personen abzielen: hier steht der Verdacht im Raum, dass es eben nicht nur um unmoralisches sondern auch um gesetzwidriges Verhalten geht. Und deshalb müssen diverse Sachverhalte aufgeklärt werden.
Wer erinnert sich nicht an die "Landeshauptmanngespräche" einer Fußketterlfrau, die pro Kaffee-und-Kuchen Plauderei mit einem der Kapazunder Klasnic, Pröll oder Pühringer von EADS € 95.000,- kassierte und - "Ich hab halt gut gewirtschaftet" - mit 3 Millionen Gewinn ausstieg
oder an "beratene" Generalmajore
http://derstandard.at/2902273
Selbiger Generalmajor ging dann 2 Jahre lang bei vollen Bezügen spazieren und Ende 2009 in "Hacklerpension"
Oder wer erinnert sich daran (!)
http://derstandard.at/1815036
und an Bartensteins Drohungen von Strafe (!) für Firmen, die sich weigerten, ihre Geschäfte als Eurofighter-"Gegengeschäft" anrechnen zu lassen
Von all diesen Typen mußte keiner dran glauben
Justiz ? - LACH
und so geht's eben weiter !
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.