Sommergespräch

"Missbrauch unseres Systems nervt mich"

10. August 2010 18:29
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    "Also bitte! Das klingt ja fast so, als könnte man es sich als Flüchtling wie bei einer gebuchten Reise aussuchen, wo man ankommt": Filmerin Kusturica ärgert die Wortwahl von Ministerin Fekter.

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    Nina Kusturica: "Ich finde es verletzend zu hören, Ihre Gegend sei mit Ausländern ,belastet‘."

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    Maria Fekter: "Die Ehre des Mannes über die Menschenwürde der Frau zu stellen - das gibt es bei uns nicht."

Maria Fekter (ÖVP) und Filmregisseurin Nina Kusturica streiten über attraktive Asylstaaten

Standard: Frau Minister, der Dokumentarfilm von Nina Kusturica, "Little Alien", in dem Österreichs Behörden Flüchtlingen im Teenageralter ziemlich zusetzen, wird mittlerweile Schulklassen vorgeführt. Was dagegen einzuwenden?

Fekter: Für mich ist das durchaus okay. Denn die Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge hat eine schreckliche Seite: Die Schlepper benützen bevorzugt junge Menschen für ihre Geschäfte, weil diese in Europa in der Regel humaner behandelt werden. Diese Kinder werden als Anker missbraucht, damit später ein lukrativer Familiennachzug erfolgen kann. Das ist auch der Grund dafür, warum in den letzten beiden Jahren die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge dramatisch angestiegen ist.

Kusturica: In meinem Film geht es eher darum, wie junge Flüchtlinge aus Afghanistan, Somalia und Algerien aufgenommen werden - sie sind hin- und hergerissen zwischen Problemen mit der Gesetzeslage und mit der fremden Welt hier. Denn es gibt niemanden, der sie oder ihre Interessen vertritt. Den jugendlichen Flüchtlingen wird das Recht auf Lernen und Arbeit verwehrt. An den Grenzen der EU, in Griechenland etwa, arbeiten die Behörden übrigens sogar direkt mit Schleppern zusammen. Da wird in bestimmte Lkws nicht hineingeschaut, wenn vorher genug Cash auf den Tisch gelegt wird.

Standard: Sie selbst sind als Siebzehnjährige vor dem Krieg in Bosnien nach Wien geflüchtet. Hatte Ihre Familie die Fremdenpolizei auch im Genick?

Kusturica: Zunächst ist es in einer solchen Situation das Schlimmste, sein Zuhause zu verlieren. Aber dann lebten wir auch hier sehr lange in Ungewissheit, ob wir überhaupt bleiben dürfen. Was uns damals auch viel an Selbstbestimmung genommen hat, war, dass wir anfangs offiziell gar kein Geld verdienen durften. Erst ein paar Jahre später haben wir durch tausend Beziehungen eine Arbeitsgenehmigung bekommen.

Fekter: Mittlerweile dürfen Asylwerber ja geringfügig beschäftigt werden. Außerdem gibt es nun die Grundversorgung - was ja leider auch dazu geführt hat, dass Österreich heute für Asylwerber ein sehr attraktives Land ist.

Kusturica: Also bitte! Das klingt ja fast so, als könnte man es sich als Flüchtling wie bei einer gebuchten Reise aussuchen, wo man ankommt. Österreich ist ein wunderschönes Land, keine Frage. Aber mit der heutigen Kenntnis der Gesetze würde ich woandershin fliehen, damit ich in Sicherheit bin. In ein Land, wo die Asylverfahren schneller abgeschlossen werden. Denn hierzulande ist es äußerst schwierig, zu seinem Recht zu kommen und sich im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten ein neues Leben aufzubauen.

Fekter: Fakt ist, dass Österreich zu den "Big Five -Staaten der EU zählt, was das Verhältnis der Asylanträge zur Einwohnerzahl betrifft. Viele versuchen etwa auch gezielt, ins noch liberalere Schweden durchzukommen.

Standard: Arigona Zogaj sitzt nun im Kosovo. Müssen Sie trotzdem oft an sie denken?

Fekter: Nein.

Standard: Auch keine Reue, dass Sie einst über Arigona Zogajs "Rehlein-Augen" hergezogen sind?

Fekter: Da müssen Sie schon den ganzen Satz zitieren! Ich stehe nach wie vor dazu, dass es für mich keinen Unterschied machen darf in der Bewertung von Fällen, ob mich jemand mit Rehlein-Augen anschaut.

Standard: Der Ausdruck "Rehlein-Augen" ist doch eindeutig eine Bewertung.

Fekter: Nein, ich stehe damit nur dazu, dass es keinen Unterschied machen darf, ob mir eine sympathische Person gegenübertritt oder eine unsympathische Person gegenübertritt - womöglich mit dunkler Hautfarbe und einem von Krieg gezeichneten Äußeren. Ich darf da um Himmels willen keinen Unterschied machen. Ich muss alle Fälle fair, sachlich und gleich behandeln.

Kusturica: Haben Sie in Ihrer Funktion nicht auch die Möglichkeit, über die Menschen hinter ihren Fällen nachzudenken und darüber, wie sich Ihre Gesetze auswirken?

Fekter: Natürlich sehe ich auch die dazugehörigen Schicksale. Schließlich komme ich aus dem am zweitstärksten belasteten Bezirk, was den Fremdenanteil betrifft - nämlich Vöcklabruck. Das prägte meine Kindheit - wir hatten in unserer Firma jede Menge Gastarbeiter - und prägt nun auch meine politische Arbeit. Daher ist es mir ein großes Anliegen, ein geordnetes Fremdenrecht zu schaffen.

Kusturica: Ich finde es verletzend zu hören, die Gegend, in der Sie aufgewachsen sind, sei mit Ausländern "belastet" . Diesen Terminus verwendet man bei schlechter Luft, etwa mit Schadstoffen "belastet" . Als Innenministerin sprechen Sie gar nicht von den Qualitäten, die Migranten mitbringen.

Standard: Damit zur Zuwanderung: Sie wollen nun ein System schaffen, in dem "der unqualifizierte Analphabet aus irgendeinem Bergdorf" nicht mehr so einfach hereinkann. Stattdessen soll "der hochqualifizierte Diplomingenieur" präferiert werden. Schon einmal überlegt, wo das Land ohne die ausländischen Hackler am Bau und die Pflegekräfte stünde?

Fekter: Gut ausgebildete Bauarbeiter und Pflegekräfte halte ich durchaus für qualifizierte Kräfte. Aber wir haben Probleme mit jenen Personen, die schon sehr lange hier sind und noch immer kein Deutsch sprechen. Sie können nicht zum Arzt gehen, bei den Lehrern ihrer Kinder nicht nachfragen, keine öffentlichen Verkehrsmittel benützen. Wenn die Leute vor dem Zuzug Deutsch lernen, packen wir das Problem an der Wurzel: Erstens ist die Integration leichter. Zweitens bekommen Migrantinnen damit automatisch Bildungszugang. Gerade in den patriarchalisch geprägten Milieus gibt es enorme Probleme, weil die Männer den Frauen das Deutschlernen verwehren, ebenso wie die Berufstätigkeit.

Standard: Frau Kusturica, hat Ihre Familie damals Hilfe bekommen, Deutsch zu lernen oder Amtswege zu bewältigen?

Fekter: Da möchte ich sofort einhaken! Das, was Sie hier tun, ist wieder einmal Asyl mit Zuwanderung zu vermengen.

Kusturica: Einspruch, da muss ich etwas klären: Wir waren zwar de facto Flüchtlinge, nachdem man zu Hause auf uns geschossen hat. Aber wir haben hier keinerlei Rechte von Flüchtlingen genossen, weil sich Österreich damals für den Weg entschieden hat, einfach unsere Visa alle drei Monate zu verlängern. So habe ich mithilfe eines Radios Deutsch gelernt, weil ich keinen Kurs besuchen durfte. Und so geht es auch den meisten Asylwerbern heute - denn solange man im Asylverfahren ist, bekommt man keinen Deutschkurs. Das ist auch keine Grundlage für eine spätere Integration.

Fekter: Gut, ja, während des Bosnien-Krieges, das war eine Sonderregelung. Für Flüchtlinge gilt aber auch künftig nicht Deutsch vor dem Zuzug. - Es liegt jedenfalls auf der Hand, dass die Mehrheitsgesellschaft es als Belastung empfindet, wenn die Integration bei Migranten nicht funktioniert. Wenn ein mangelndes "Wir-Gefühl" und ein "Die da"-Gefühl entsteht. Und wenn man das ignoriert, nützt das nur gewissen politischen Gruppierungen, also nenne ich die Dinge beim Namen - und löse sie. In Oberösterreich beispielsweise gibt es nun diese Initiative von Städten wie Wels, Traun und Steyr, um in Sachen Migration gemeinsam aufzutreten. Denen kann man doch mit Sicherheit nicht Hetze unterstellen.

Standard: Traun will Nicht-EU-Bürgern, also klassischen Zuwanderern, untersagen, Immobilien zu kaufen. Goutieren Sie so etwas?

Fekter: Nein, das goutiere ich nicht, weil wir Integration unter dem Aspekt der Freiheit sehen müssen. Und dazu gehört auch, dass ich mich dort ansiedle, wo ich möchte. Aber man kann natürlich in der Wohnpolitik sehr wohl steuern. Wenn in Wohnblöcken keine Durchmischung mit Einheimischen stattfindet, dann muss man das verbessern.

Kusturica: Es wird Menschen, die hierher kommen, sehr schwer gemacht, ein Teil der Gesellschaft zu werden. Wenn man keine gesetzliche Möglichkeit auf eine Ausbildung erhält, hat man auch kaum eine Chance, über die Berufsschule oder Universität Österreicher kennenzulernen und eine richtige Freundschaft aufzubauen. Wie kann man sich integrieren, wenn man keine gesetzliche Grundlage für das Leben hier hat? Es reicht nicht zu sagen: "Dort wohnen die - und das ist damit erledigt."

Fekter: Deswegen auch mein emanzipatorischer Ansatz mit dem verpflichtenden Spracherwerb, den ich mit Engagement verfolge. Eine Frau bekommt da oft erstmals Kenntnis darüber, was Menschenrechte bedeuten, was Menschenwürde heißt. Sie braucht sich etwa Gewalt nicht gefallen zu lassen.

Kusturica: Solche Gewaltakte ziehen sich doch auch quer durch alle Schichten der österreichischen Gesellschaft. Ich habe über häusliche Gewalt einen Film gedreht - und gesehen, dass das für alle Bevölkerungsgruppen zutrifft.

Fekter: Trotzdem haben wir Milieus, in denen es Frauen gar nicht anders kennen. Die Ehre des Mannes über die Menschenwürde der Frau zu stellen - das gibt es bei uns, in österreichischen Familien, jedenfalls nicht.

Kusturica: Das Thema nur auf bestimmte Gruppen zu reduzieren entspricht nicht der Realität und dem Handlungsbedarf. Es gibt auch andere Gründe, warum familiäre Gewalt stattfindet - auch in österreichischen Familien.

Fekter: Ja, natürlich. Aber dennoch ist es sehr wichtig, Migrantinnen zu vermitteln, welche Werte bei uns gelten.

Standard: Gibt es eigentlich irgendein Land, in das Sie ganz gern auswandern würden?

Fekter: Nein, obwohl ich sehr viel gereist bin. Ich habe registriert, dass Österreich so wunderschön ist und ich eine sehr gute Kindheit hier gehabt habe, wofür ich dem lieben Gott sehr dankbar bin.

Standard: Würden Sie sich woanders überhaupt anpassen können?

Fekter: Natürlich könnte ich mir vorstellen, eine Zeitlang in Frankreich zu leben, auch Teile Amerikas haben mir sehr gut gefallen.

Standard: Bei aller Liebe zu Österreich: Was nervt Sie in diesem Land doch gewaltig?

Fekter: Mich nervt, wenn in unserem schönen Land mit hoher Lebensqualität und hohem humanitären Anspruch - wir sind bei Krisen Europameister im Spenden und haben eine große Hilfsbereitschaft - die Gutmütigkeit und Großzügigkeit missbraucht wird. Kurz gesagt: Wenn geschwindelt, gelogen und betrogen wird. Wenn kriminelle Taten begangen werden. Dieser Missbrauch unseres guten Systems nervt mich am allermeisten.

Kusturica: Ich lebe auch gern in Österreich. Es nervt mich aber, dass sich die Politiker zu wenig um die Jugendlichen kümmern. Bei den Wahlen ihre Stimmen abzuholen ist zu wenig. Es wäre so wichtig, mit den Jugendlichen zu sprechen, sie zu informieren und sie als Menschen wahrzunehmen, die dieses Land einmal gestalten.  (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, Printausgabe, 11.8.2010)

ZU DEN PERSONEN

Nina Kusturica, Jahrgang 1975, geboren in Mostar, ist 1992 mit ihren Eltern und ihren zwei Geschwistern vor dem Krieg in Bosnien nach Österreich geflüchtet. Seit ihrem Regie- und Schnitt-Studium an der Wiener Uni für Musik und darstellende Kunst ist sie als Regisseurin, Cutterin und Produzentin tätig. 2009 brachte die 35-Jährige Little Alien heraus.

Maria Fekter (54) ist im oberösterreichischen Attnang-Puchheim in einer Unternehmerfamilie aufgewachsen. 1986 wurde die studierte Juristin und Betriebswirtin geschäftsführende Gesellschafterin in dem Betrieb für Kieswerke und Transportbeton. Seit Juli 2008 amtiert die ehemalige Wirtschaftsstaatssekretärin und Volksanwältin als Innenministerin.

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rosalie68
16.08.2010 17:33
wie kompetent ..

ist Frau Fekter ..

empfiehlt Zuzug durch Heirat obwohl es nicht möglich ist, behauptet Asylwerber dürfen geringfügigen Beschäftigungen nachgehen obwohl es verboten ist ..

weiß die Frau überhaupt was sie macht oder ist sie von ihrer Kindheit im schönen belasteten Österreich so traumatisiert.. und dann bitte noch um kurze Erklärung wie Asylwerber zur Grundversorgung kommen sollen ???

also Frau Fekter - auf gehts wir warten

Foromat
23.08.2010 16:59

haben sie dafür einen beleg, ich meine Asylwerbern ist eine geringfügige beschäftigung erlaubt.

ich hab dazu nur einen link von der asylkoordination gefunden, wo man implizit heruaslesen kann, dass es möglich ist Asylwerber geringfügig zu beschäftigen.

Curd Hombre
15.08.2010 09:08
Politiker, die unser System mißbrauchen und....

....Ihren Einfluß für der partei anhestehende Institutionen oder andere Organisationen nutzen, welche die Partei gefördert haben (EADS usw) bzw Politiker, welche Personen, die der partei nahestehen, vor gerechtfertigten starfrechtlichen Folgen beschützen ( Graf MP, Strasser etc) nerven den Bürger!

TrainerNr7
15.08.2010 13:15
jepp

soisses

aniskeks
12.08.2010 08:30
Die Ministerin behauptet, Asylwerber dürften einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Stimmt nicht!

Frau Fekter sagt im Interview, dass Asylwerber als "geringfügig Beschäftigte" arbeiten dürfen. Wo steht das geschrieben? Ich habe nachgefragt, weil meine Freundin (Asylwerberin seit Nov. 2006, unbescholten, gelernte Friseurin) sehr gern arbeiten würde - diese Aussage der Frau Ministerin ist falsch. Es dürfen sich Asylsuchende, die in Heimen untergebracht sind, ein Taschengeld durch Reinigungsarbeit etc. im Heim dazuverdienen. Aber Fakt ist, dass meine Freundin leider nicht, wie Österreicher -"geringfügig beschäftigt" arbeiten darf Das verbieten die Gesetze, die die ÖVP (Frau Fekter müsste das als Ministerin wissen) und die SPÖ festgeschrieben haben! Eine Frechheit, dass Frau Fekter das so sagt!

chelene chirsch
12.08.2010 11:11

seit nov. 2006 asylwerberin - warum, weshalb, wieso, was dauert so lang ?

Barbara Blumenbutter
12.08.2010 17:45
Das würde mich auch interessieren. Was ist denn da los?

Luky Pozzo
13.08.2010 09:50
"Ja was ist denn da los??"

Mein Gott, wie sich die geballte Intelligentsia hier hinter einer Frage versammelt.

Barbara Blumenbutter
13.08.2010 10:57
Wie meinen Sie das?

So lange Verfahren kann man den Leuten doch nicht zumuten, ich dachte das wäre vorbei. Wäre doch interessant wo es da noch immer Schwachstellen gibt, die sie so in die Länge ziehen.

skip it
12.08.2010 12:36
als außenstehender halte ich fest, dass sie das zb einen schmarrn angeht,...

...und 2. mche ich sie darauf aufmerksam, dass oesterreichs justiz samt dépendancen seit einigen jahren mit 33 U/min unterwegs ist.

ja, wussten sie das denn nicht? sie sollten oefter zeitung lesen.

van.der.stiege
11.08.2010 20:18
"Schon einmal überlegt, wo das Land ohne die ausländischen Hackler am Bau und die Pflegekräfte stünde?"

ich denke, diese fragen sollten wir mal an Japan stellen. mit nur 2 % migrationsanteil kanns dieses land ja eigentlich gar nimmer geben. wer arbeitet denn da am bau? wer sorgt sich um die alten? wer macht da die jobs fuer die sich "die japaner" zu gut sind??

muss ja wirklich ein ganz furchtbares hinterwäldlerisches land sein. armut wahrscheinlich ueberall da sie ja nicht "bereichert" wurden und keine ausländer haben die ihnen die pensionen sichern und das sozialsystem retten :-((

NaWostNetSogst
28.08.2010 19:52

Im Pflegebereich werden dringend Arbeitskräfte benötigt. Österreichweit fehlen an die 10 000 ! Der Bedarf lässt sich selbst durch "aussländische " Arbeitskräfte nicht decken.
Quelle: Wr. Hilfswerk.
Japan mit Österreich zu vergleichen ist echt unsinnig.
Äpfel sind keine Bananen obwohl beides Obst ist.

van.der.stiege
29.08.2010 18:17
nochmals: wie macht das japan?

wieso ist das ein unsinniger vergleich? werden die japaner etwa nicht alt und brauchen pflege??

NaWostNetSogst
30.08.2010 04:35

Japaner sind in der Regel stolz darauf zu arbeiten selbst wenn der Job nicht sehr gut bezahlt ist!
Was ist bei uns leider oft zu hören? "Für 200 € (mehr) geh i doch net hackln" , mir reicht die Arbeitslose.
Das Denken und auch die Einstellung zur Arbeit sind sehr unterschiedlich zu Österreich. Wie kann es sonst sein dass sich keine schulungs bzw. lernwilligen Arbeitslosen für die 10 000 freien Stellen finden?

Nick Not
11.08.2010 21:35

Würds keine Ausländer geben würds Österreich nicht geben. so einfach ist das.

H. Kienhammer
11.08.2010 21:50

Warum?
Ist Österreich eine Erfindung der Ausländer?

Nick Not
12.08.2010 08:42

ja, in gewisser Hinsicht, aber darauf hab ich gar nicht abgezielt, sondern eher auf internationale Austauschbeziehungen, Identitätspolitik etc. von wegen unser Sozialsystem würde funktionieren ohne Ausländer...

chelene chirsch
12.08.2010 13:29

wie machen sie den brückenschluss zwischen (kultureller) identität und notwendigkeit e.g. im sozialsystem ?

anderen statistiken zufolge wäre unser sozialsystem ohne unterschichtzuwanderung schlicht nicht so pleite. ist auch einleuchtend, wurde bis jetzt auch nie widerlegt sondern nur plump dementiert.

ich durfte letztens erleben, wie dieselbe e-card in der familie weitergereicht wurde - das fällt auch der allgemeinheit zur last. ist das der von ihnen gemeinte beitrag zum sozialsystem ?

skip it
12.08.2010 15:54
re "e-card":...

...ein mir gewogener arzt kann bestaetigen, dass dieses phaenomen keineswegs nur auf "auslaender"-familien zutrifft.

erstens.

zweitens: in der mehrheit der familien duerfte das nicht der fall sein. soll man denen jetzt die green card wegnehmen, weil andere sich strafbar machen?

muessen ich und viele andere jetzt ins haefen weil jack unterweger eine hur umgebracht hat? war ja schließlich auch ein oesterreicher, der kerl.

chelene chirsch
12.08.2010 20:11

erstens: damit ist es automatisch ok, oder ? danke für die bestätigung.

zweitens: "dürfte" ist, besonders wenn sie es als unumstössliches gegenargument verwenden, recht dürftig.

und drittens: als berufsempörter könnten sie sich ruhig ein bisschen gegen den altnazi-vorwurf wehren, schliesslich ist das auch diskriminierend und für ihre abstammung können sie ja nichts.

by the way: unterweger ist 1994 gestorben, der fall war in den 70ern. sie hätten um der aktualität willen ruhig einen "ehren"mord oder ähnliches auftischen können, immerhin leben wir im jahr 2010.

skip it
13.08.2010 08:33
wer sagt, "das ist ok"?...

...wo haben sie lesen gelernt, um gottes willen?

es wurde lediglich festgehalten, dass das "e-card"- kein spezifisches "auslaender"problem ist.

das "altnazi"-problem hingegen ist ganz bestimmt ein reines "inlaender"-problem.

berufsempoert? ich? haetten s' wohl gern, dass die braunen wichtig genug fuer empoerung waeren. mitnichten: die sind lediglich laestig.

Foromat
23.08.2010 17:06

das alt-nazi problem ist sicher kein reines inländer problem, nazis gabs von Frankreich bis Lettland, von Finnland bis Ägypten. Alle diese Ländern haben, wenn sie sie wollen ein Altnazi Problem, aber es ist nicht so virrulent wie bei uns (weil die ihre damals noch Jungnazi nach 45 meist am nächsten Baum aufgehängt haben.

Schlimmer als die Alt-Nazis (die ja eh bald mal alle weggestorben sind) finde ich eher die Jungnazis, die herumkrebsen wie Kellerasseln (und meist genaus so aussehen)

chelene chirsch
13.08.2010 13:02

jetzt haben wir festgestellt, dass aus- wie inländer die e-card missbräuchlich verwenden. skip it ist zufrieden, hat er doch grosses geleistet.

was ich hier mit ein wenig ironie und leichter depression anmerke, ist ein einfacher trend: ver-diskutieren von missständen und schlichtes nichtstun. das wiederum verschärft die problematik, bis radikale (ob nun rechts, links oder grün) vollmundig eine lösung versprechen und eine führerfigur hinstellen, die das problem lösen soll.

ähnlich mit ihnen: probleme so lange ignorieren und zerreden, bis "braun" nicht mehr nur eine alternative ist - soll ich das als neues konzept interpretieren ?

allerdings scheint es wahrlich, als müssten grüne und rote erst mal noch mehr stimmen verlieren.

skip it
13.08.2010 19:41
das gegen das problem der nicht-integration nichts getan wird,...

...oder zumindest in wien viel zuwenig, da stimme ich ihnen sogar zu.

nur ist strache teil des problems, nicht der loesung.

und, sollte es sie beruhigen: weder rot noch gruen sind meine amtsfarben.

wenn sie nicht grad in haselnusskoalitionen versumpfen, waehle ich in ihren lichten momenten die schwarzen.

gehen s' einmal zu einer fpoe-versammlung. betrachten sie eingehend das publikum.

geballte boesartigkeit, hinterfotzigstes proletentum. herr karl pur, die deutsche sprache ausgenommen. konzept? nein: net amal anstreifen aus prinzip.

Sepp Unterwurmbacher
11.08.2010 19:36
grasser, meischberger & co

"Wenn geschwindelt, gelogen und betrogen wird. Wenn kriminelle Taten begangen werden. Dieser Missbrauch unseres guten Systems nervt mich am allermeisten."

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