Der Rest ist Getöse

10. August 2010, 17:33
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    foto: centfox

    Siegt der Witz doch noch über den Fluglärm? Die TV-Helden vom "A-Team" versuchen sich jetzt auch im Kino zu behaupten.

Comebackversuch für die Sprücheklopfer vom "A-Team" mit Liam Neeson und Jessica Biel - ein Remake als Totalschaden

Wien - Als die ersten Folgen der Fernsehserie The A-Team 1983 in den USA auf Sendung gingen, war die CIA in Zentralamerika gerade intensiv mit der Bekämpfung linker Regierungen beschäftigt. Was wenige Jahre später im Iran-Contra-Skandal zu einer der größten Belastungen der Regierung von Ronald Reagan wurde, war damals noch ein tastender Versuch, den Krieg in private Hände zu legen, ihn auszulagern und der Gesetzesgewalt zu entziehen.

Die vier Helden, die das A-Team bildeten, konnten vor diesem Hintergrund als eine hellwache Fantasie der populären Kultur gesehen werden, das Söldnergeschäft in einem Handstreich wieder zu "legalisieren" . Denn in der Serie standen die Recken immer auf der guten Seite, zugleich wurden sie aber von den Behörden gesucht - sie waren Partisanen in einem unerklärten Krieg gegen die schlechte Macht als solche, und nicht ihre geringste Waffe war ein galliger Witz und ein Ethos des Originellen (und eine starke Prise Machismo).

2010 muss man niemandem mehr erklären, was eine klandestine Aktion ist, mehr denn je verschwimmen die Grenzen zwischen staatlichem Handeln und "Dienstleistungen" im Krisenfall. Mit einem Wort: In Zeiten von Blackwater und Task Force 373 spricht alles für ein Comeback des A-Teams, und pünktlich ist es nun auch zur Stelle. Die Rollen von einst mussten neu besetzt werden, die Persönlichkeitsprofile blieben aber weitgehend die gleichen. Das ist schon der ersten Szene zu entnehmen, in der "Hannibal" Smith (Liam Neeson) mit rauchender Zigarre aus einer mexikanischen Folterkammer herauskommt - wieder einmal ist es ihm gelungen, sich aus einer schier aussichtslosen Situation zu befreien.

Das A-Team war immer auch ein Ressourcen- und Ideenwunder, wie dem Tüftler MacGyver fällt ihnen immer etwas ein, und wenn sie sich verhaften lassen, verschlucken sie unweigerlich noch einen Schlüssel, der ihnen später wieder die Freiheit bringt.

Auftrag: Geldbeschaffung

Im Fernsehen hatten die einzelnen Folgen immer sechzig Minuten, sie waren überschaubar (und letztendlich auch limitiert). Joe Carnahans Das A-Team - Der Film hat zwei Stunden Zeit, um eine Reihe von Druckplatten wieder zu beschaffen, die im Irak verloren gegangen sind und mit denen man perfekte Dollarnoten herstellen könnte. Die Titelhelden tun dies in der üblichen Weise, das heißt: mit zahlreichen starken Sprüchen, und eigentlich ließe sich die ganze Sache auch locker in sechzig Minuten erzählen.

Der Rest ist Getöse, endlose Feuergefechte in wildem Flug, während derer die Helden einander ihre Dialoge zubrüllen, in einem hoffnungslosen Versuch, den Witz doch noch über den Lärm siegen zu lassen. Jessica Biel und Patrick Wilson flirten miteinander in einer Nebenhandlung so, dass die Sprengmittel der Actionhandlung wie Konsequenzen aus dem erotischen Funkenflug wirken sollen, und schließlich hat sogar Jon Hamm, der neue Beau des amerikanischen Kinos seit seiner Glanzrolle in der Serie Mad Men, einen belanglosen Auftritt.

In der vermeintlich lustigsten Szene gibt der Film seine Haltung sowieso deutlich zu erkennen. Da tauchen die Helden von damals noch einmal kurz im Bild auf, und Joe Carnahan macht sich einen Spaß daraus, ihnen mit Karacho in die Parade zu fahren. Damit ist über Das A-Team - Der Film von 2010 alles gesagt: ein Remake als Totalschaden. (Bert Rebhandl/DER STANDARD, Printausgabe, 11. 8. 2010)

Ab Donnerstag

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Posting 1 bis 25 von 37
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rioja
00

ein durchschnitts film für die heutige mainstream generation... die einen george peppard nichtmal ansatzweise kennt.. das einzige filmhighlight für mich war nach dem abspann als der original face bzw. murdock auftauchten.. man merkt das hollywood
die ideen ausgehen.. ein remake nach dem anderen.. fehlt noch baywatch..

mr. rolsn van tirol
00
20.8.2010, 21:17

würde herrn rebhandl empfehlen,zukünftig nur noch kritiken über dramen mit intellektuellem beigeschmack zu verfassen.

zum film: ohne bezug zur serie,ist es oft schwer,gewisse witze oder szenarien zu verstehen,ist man aber in dieser generation groß geworden,hat man eine sehr unterhaltsame äktschnkomödie.
interessant auch,wie B.A. zu seiner flugangst kam,hehe :D

Mario Rutar
00
19.8.2010, 14:57

Also, was der Kritiker wieder einmal herumnörgelt? Wahrscheinlich muss ein "guter, hochwertiger" Film so langweilig und intellektuell sein, dass einem schon nach 2 Minuten das Gesicht einschläft. Ich habe jedenfalls vor Lachen geschwitzt, wie eine Nutte in der Kirche...

ha:do
00
19.8.2010, 17:35

meine rede! super film, super stimmung im saal, geniales zitat ;)

Mario Rutar
00
20.8.2010, 13:57

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich im Kino fast einen Lachkrampf bekommen habe. Das mit der Nutte und der Kirche war so ein Fall. Das Mädel neben mir hat mir fast meinen Regenschirm über den Schädel gezogen...

Timagoras
 
34
12.8.2010, 12:05

ich finde Jon Hamm gar nicht so beauig.

aber ich finde filmkritiker lustig, die anscheinend immer wieder überrascht sind, dass reine spaß-unterhaltungs-action-filme außer spaß, unterhaltung und action nicht viel mehr zu bieten haben, und die ihre enttäuschung dann (virtuell) kopfschüttelnd und augenrollend kundtun ... ;o)

bezahltes posting
00
14.8.2010, 01:46

naja filmkritiker sollten bei jedem film den gleichen anspruch bzw. kriterien haben

Timagoras
 
10
14.8.2010, 18:43

finde ich nicht.
das ist wie bei jeder kunstgattung:
wenn ich als musikkritiker über auftritte des Nockalm Quintetts, von Bushido oder Justin Bieber berichten muss, habe ich andere bewertungskriterien und ansprüche, als bei konzerten von Arcade Fire, Sioen, Philippe Jaroussky oder Simone Kermes.

Viktoria Matschiner
11
12.8.2010, 01:53

eine schande für a-team-fans

Palavatar
02
11.8.2010, 17:57
Der Film war ganz unterhaltsam

aber mir hat eine Bastelmontage gefehlt. BA hat nicht ein einziges mal zum Schweißbrenner greifen muessen.

Hossa! Hossa! Hossa! Olé!!!
11
11.8.2010, 17:18

Regie gut, Film macht Spaß, obwohl schlecht besetzt wurde. Liam Neeson, Patrick Wilson und Jessica Biel überzeugen nicht. Ansonsten wie gehabt Gewalt verhehrlichend, eine Army- und Waffenlobbywerbung.

DD1981
03
11.8.2010, 16:57

Herr Rebhandl...Sie müssen nicht alles verstehen :)

AlBundyFan
 
03
11.8.2010, 16:45
also ich mußte erst nachsehen

was klandestin überhaupt bedeutet....ich habe das wort noch niemals vorher gehört.

und ich glaube nicht, daß das wort irgendwelchen HS-abrechern oder skatern am skaterplatz geläufiger ist als mir.

die aussage "2010 muss man niemandem mehr erklären, was eine klandestine Aktion ist" ist also völlig falsch.

Neuer Nick neues Glück
00
19.8.2010, 05:30

Der Begriff "klandestin" zieht sich einer Grippewelle gleich durch alle Medien. Vor bestimmt 10 Jahren war das der "Spiegel", in dem plötzlich alles, was früher als geheim oder gar konspirativ bezeichnet worden wäre, nur mehr klandestin war.
Unsere Zeitung hier hinkt qualitativ halt eine Dekade hinterher und hat das Wort jetzt erst für sich entdeckt.

au contraire
01
11.8.2010, 19:14

Same here.

Und ich bin kein Hauptschulabbrecher, ein Skateboard besteige ich nur, wenn mich die unbändige Lust nach einem Besuch auf der Unfallstation befällt.

Nathan Drake
04
11.8.2010, 14:27
Der Film hielt das, was man sich erwartete

Ich empfand den Film als nettes Tribut an meine Generation, die mit diesen Serien aufwuchs. Ich fage mich allerdings, was der Autor unter Remake versteht?

Remake ist fuer mich Filme wie Ladykillers, Todeszug nach Yuma, Ocean's Eleven (wenn auch besser als das Orginal).

Sogesehen muesste jeder James Bond mit neuer Besetzung ein Remake sein... (und auch dort gab es eins: Sag niemals nie (war kein United Artists) aka Feuerball).

Kendall Von Tharn
21
11.8.2010, 16:08

dazu hätte recherchiert werden müssen, was ja meistens beim standard nicht gemacht wird. der film ist eigentlich ein prequel.

bezahltes posting
00
14.8.2010, 01:41

eigentlich ist es KEIN prequel

Kendall Von Tharn
00
18.8.2010, 10:57

lt. dem regisseur schon

geilhuber
01
11.8.2010, 14:06

ich liebe es , wenn ein Film funktioniert...

eleon
06
11.8.2010, 10:59

essentielle frage: stirbt diesmal einer?

in sämtlichen a-team folgen ist ja kein einziger trotz wahnwitziger kugelhagel gestorben.

weiters finde ich, dass man sich einen film anschaun sollte bevor man über ihn urteilt. ausser twilight.

a ad - das kann man auch anders sehen
10
11.8.2010, 22:15

Aber natürlich nicht. Maschinenpistolenduelle auf kürzeste Entfernung wie gewohnt ungefährlich, die Physik funktioniert im Zeichentrickwelt-Modus, sollte doch mal wer getroffen werden, dann ist die Wunde in der nächsten Szene vergessen und wird nie wieder erwähnt. A-Team halt. :-)

Sixtus Jetzein
02
11.8.2010, 07:54
Man hat sich ja immer gefragt wofür das 'A' eigentlich steht

Jetzt weiß man es!

a ad - das kann man auch anders sehen
68
11.8.2010, 00:08

Was isn das für eine Kritik!? Eine Inhaltsangabe und der Satz "es ist ein Totalschaden", ohne es irgendwie zu begründen.

Ich fand den Film gut gelungen. Er ist - wie das Vobild - oberflächliche Action, was anderes will der Film nicht sein. Was es sein wollte, fand ich aber kreativ und unterhaltsam, dem Vorbild treu, in Szene gesetzt.

Wer was anderes erwartet (gar einen politischen Film über Söldnertruppen?) ist selbst schuld und misst den Film an den falschen Maßstäben.

Renquist
03
11.8.2010, 18:46
zwangsverriss halt

ich hab mich auch köstlich amüsiert (die panzer szene ! woohoo :)

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