LibDems verlieren an Boden

10. August 2010, 15:34
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Zwei Drittel ihrer Wähler würde heute nicht mehr für sie stimmen - Befürworter von Koalitionsregierungen werden weniger

London - Die Popularität der britischen Liberaldemokraten, die erstmals seit Kriegsende in London mitregieren, ist Umfragen zufolge in der Zeit an der Macht deutlich gesunken. Laut einer Meinungsumfrage im Auftrag der Zeitung "The Independent" kommen die Liberalen von Parteichef Nick Clegg nur noch auf 16 Prozent Zustimmung. Bei der Parlamentswahl Anfang Mai hatten sie noch 23 Prozent der Stimmen erhalten. Zwei Drittel der Wähler, die im Mai für die Liberaldemokraten stimmten, würden sie jetzt nicht mehr wählen, ergab die Umfrage.

Nur noch 36 Prozent sind der Meinung, dass eine Koalitionsregierung einer Regierung mit absoluter Mehrheit vorzuziehen sei. Im Juni waren noch 45 Prozent dieser Meinung. Die Frage, ob es schwierig sei, zu beurteilen, wofür die Liberaldemokraten eigentlich stehen, beantworteten 73 Prozent mit Ja - verglichen mit 65 Prozent im Juni.

Verstimmte Wählerschaft

Die britischen Liberaldemokraten sind aus einer Verschmelzung der früheren Liberalen und der sozialdemokratischen SDP hervorgegangen. Sie stehen daher gemessen an ihren Grundsätzen politisch eher links der Mitte. Die derzeitige Koalition mit den konservativen Tories von Parteichef und Premierminister David Cameron und das strikte Sparprogramm der Regierung mit herben Einschnitten auch im sozialen Bereich haben offensichtlich die liberaldemokratische Wählerschaft verstimmt.

Die Tories als größerer Koalitionspartner haben seit Juni einen Prozentpunkt an Zustimmung verloren und kommen auf 39 Prozent. Der Wahlverlierer, die Labour-Partei, konnte zwei Punkte gutmachen und kommt auf 33 Prozent Zustimmung. Die Meinungsforscher haben in der Zeit vom 6. bis 8. August mehr als 1.000 Erwachsene telefonisch befragt und die Antworten gewichtet.(APA/dpa)

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