Fachhochschul-Ausbau hat für ÖVP weiter "Priorität"

10. August 2010, 15:00
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Verwaltungsreform in Zeit der Budgetkonsolidierung Voraussetzung für Ausbau der FH-Plätze

Salzburg/Wien - Die Fachhochschulen (FH) haben für Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) "auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Priorität", betonte ÖVP-Wissenschaftssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager am Dienstag in einer Aussendung. Immerhin würden die Mittel bis 2013 weiter auf 230 Mio. Euro steigen und bis 2011/2012 zusätzliche 500 Studienplätze geschaffen.

"Immer noch Ziel, auf 35.000 Plätze auszubauen"

Karl habe auch noch immer das Ziel, die Studienplätze bis 2015 auf 35.000 auszubauen. Dazu brauche es jedoch zusätzliche Mittel. Diese sollen laut Cortolezis-Schlager einerseits durch eine konsequente Verwaltungsreform, andererseits durch die Schaffung einer gemeinsamen Rahmenfinanzierung mit den Ländern und Trägern der Fachhochschulen sowie die rasche Wiedereinführung der Studiengebühren an den FH aufgetrieben werden.

Kritik aus Salzburg

Als sehr bedenkliches und völlig falsches Signal bezeichnete Salzburgs Bildungsreferentin Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) am Dienstag den von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) angekündigten Stopp beim Ausbau von Fachhochschulen. "Es wäre ein großer Fehler, die Erfolgsgeschichte der Fachhochschulen einzubremsen", so Burgstaller in einer Aussendung. "Österreich wird seine gute Position in der EU nur halten können, wenn kräftig in Bildung und Forschung investiert wird."

Die sehr praxis- und berufsorientierte Ausbildung an den Fachhochschulen sei ein großes Plus, das man nicht leichtfertig einem Einsparungsziel opfern dürfe, meinte die Landeshauptfrau. Die große Nachfrage durch Studierende einerseits, aber auch die sehr hohen Chancen der Absolventen auf dem Arbeitsmarkt andererseits seien für Salzburg Grund genug, weiter in die FH-Standorte zu investieren.

Burgstaller fordert mehr Koordination

Burgstaller verlangte vom Bund eine verbesserte Koordination der Ausbildungsangebote und -standorte: "Was wir nicht brauchen, ist ein Wildwuchs quer durch alle Bundesländer." Die Landeshauptfrau verwies in diesem Zusammenhang auf ihre Initiative in der Landeshauptleute-Konferenz, eine bundesweite Bedarfserhebung durchzuführen und darauf aufbauend einen österreichweiten Entwicklungsplan für die FH-Ausbildung für Gesundheits- und Pflegeberufe zu erstellen. "Die nachhaltige Deckung des Bedarfs bei den Pflegeberufen erfordert auch eine überregionale Betrachtung und vor allem Koordination."

Auch Leitl gegen Ausbau-Stopp

Kritik am vorläufigen Stopp des Ausbaus bei den FH-Plätzen übte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. Es sei ein "falsches Zukunftssignal", wenn es erstmals seit 15 Jahren aus rein budgetären Gründen keine neuen vom Bund finanzierten Studiengänge im Fachhochschulsektor gebe. "Damit treffen Befürchtungen zu, dass bei Bildung und Forschung gespart wird, weil bei der Bürokratie- und Verwaltungsreform nichts weitergeht", so Leitl. (APA)

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