Einsparungen

Gerüchte um Kürzung der Familienbeihilfe

Lukas Kapeller, 11. August 2010, 12:07
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    Grüne Musiol: "Altersgrenze für Familienbeihilfe zu senken wäre eine Katastrophe."

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    ÖVP-Familiensprecherin Steibl: "Gerüchte und Sommerlochgeschichten."

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    Kürzungen bei Familien: Staatssekretärin Marek plädiert für einen "Mix aus Maßnahmen".

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    Heinisch-Hosek: "Werden über alles tabulos diskutieren."

Die 13. Familienbeihilfe könnte abgeschafft werden, die Altersgrenze empfindlich sinken - Die zuständigen Ministerien dementieren nicht, bestätigen aber auch nicht

Wien - Wenn die Bundesregierung Ende des Jahres mit Verspätung ihr Budget vorlegt, wird es auch für die Familien enger. Der Budgetposten "Familie" soll 2011 rund 235 Millionen Euro weniger kosten. Bis zum Jahr 2014 werden die Leistungen für Familien um fast 1,5 Milliarden Euro gekürzt.

Auf der Hand läge, dass die Regierung bei der Familienbeihilfe spart (Kostenpunkt: 3,4 Milliarden Euro/Jahr). Die "Salzburger Nachrichten" berichten etwa von Plänen, die Familienbeihilfe für Studenten nicht mehr bis zum 26. Geburtstag, sondern zwei oder drei Jahre kürzer auszuzahlen. In Blogs und auf Twitter rechnen Betroffene schon mit Schlimmerem: Die ÖVP setze sich dafür ein, die Familienbeihilfe ab dem 18. Lebensjahr generell abzuschaffen, lautet ein Gerücht.

Grüne: "Trauen Regierung alles zu"

Was ist dran an den wilden Gerüchten? Sind die Ängste der Familien wirklich begründet?

"Für möglich muss man bei dieser Regierung alles halten", sagt die grüne Familiensprecherin Daniela Musiol zu derStandard.at. Angesichts vieler Studenten, die dann ihr Studium selbst finanzieren müssten oder gar nicht abschließen könnten, hielte Musiol das "für eine Katastrophe. Wenn das kommt, wird es massive Proteste geben, unter anderem auch von uns."

"Wahlkampfzuckerl" nur kurzer Genuss

Auch die - erst kürzlich eingeführte - 13. Familienbeihilfe könnte dem Sparstift zum Opfer fallen. "Das war damals offenkundig ein Wahlkampfzuckerl", erinnert sich Musiol an den Beschluss im September 2008. "Es wäre demaskierend, dieses jetzt zurück zu nehmen." Trotzdem traut sie es der Regierung zu.

"Das sind alles nur Gerüchte, die herumgeistern", sagt ÖVP-Familiensprecherin Ridi Steibl auf Anfrage von derStandard.at. Abschaffung der 13. Familienbeihilfe? Steibl: "Da weiß ich nichts davon." Auch angebliche Geheimpläne, dass studierende Kinder die Familienbeihilfe nur mehr bis zum 23. Geburtstag bekommen, sind für sie "Sommerlochgeschichten". Es werde "im Ministerium verhandelt, was es für Möglichkeiten gibt", so Steibls lapidare Antwort.

Kein Dementi zu Belastungen

Das Hochkochen der Gerüchte liegt freilich auch daran, dass es von SPÖ und ÖVP kein klares Dementi zu massiven Belastungen gibt. Im zuständigen Ministerium gibt man sich seit Wochen zugeknöpft. Einzelvorschläge zur Budgetsanierung will Familienstaatssekretärin Christine Marek (ÖVP) nicht kommentieren. Ein wenig kryptisch verspricht sie einen "Mix aus Maßnahmen" zum Sparen. "Es steht alles zur Debatte, und es wird alles diskutiert - und eine Interpretation daraus, dass die 13. Familienbeihilfe gestrichen wird, wäre falsch", erklärte sie Ende Juli der Austria Presse Agentur.

Über die Sparmaßnahmen verhandelt mit Marek die Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Ob die SPÖ-Ministerin mit einer Senkung der Altersgrenze bei der Familienbeihilfe leben könnte? "Es gibt viele Gerüchte, die ich nicht kommentieren will", sagt Heinisch-Hosek zu derStandard.at. Und auf Nachfrage, ob nicht gerade ärmere Studenten darunter leiden würden? "Es ist für die betroffene Gruppe immer ein Wahnsinn. Wenn man die 13. Familienbeihilfe abschaffte, würde das zum Beispiel Familien mit vielen Kindern besonders hart treffen", will sie sich auf Details derzeit nicht einlassen. Aber: Man werde mit der ÖVP "über alles tabulos diskutieren". Konkretes folge im Herbst.

Keine öffentlichen Sparvorschläge

"Zum Thema Sparen hören Sie von mir Null", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) bereits im Mai zum STANDARD auf die Frage: Wäre es akzeptabel, die 13. Familienbeihilfe zu streichen? Und nach mehrfachem Nachfragen: "Der ÖVP ist bekannt, was ich von der Kürzung der Familienbeihilfe halte."

Ein Streichen der Familienbeihilfe ab dem 23. oder 24. Geburtstag etwa würde Studenten aus ärmerem Elternhaus das Leben auf jeden Fall erschweren. "Die können dann halt nicht studieren", warnt Musiol. "Wenn die SPÖ da mitgeht, dann weiß ich nicht, wie sie überhaupt noch argumentieren will, dass sie was für Menschen unterschiedlicher Herkunft tut."

Spätes Budget hält Gerüchte am Köcheln

Die Gerüchte und Ängste mancher Familien gingen jedenfalls "auf die Kappe der Regierung", sagt Musiol. Laut Verfassung müsste die Regierung spätestens zehn Wochen vor Jahresende und damit am 22. Oktober dem Nationalrat den Entwurf zum Budget vorlegen. Doch die Regierung hat bereits angekündigt, ihr Budget - unter anderem inklusive neuen Belastungen für Familien - erst am 9. Dezember zu präsentieren.

Hintergrund: Am 26. September ist steirische Landtagswahl, und am 10. Oktober wählt Wien. Musiol: "Ab 11. Oktober wird dann permanent über das Budget diskutiert werden." (Lukas Kapeller/derStandard.at, 11.8.2010)

Kommentar posten
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chris151
00
26.10.2010, 10:48

Haha Sommerlochgeschichten!

Oktober 2010 Realität!

aber schön die Wahl abgewartet

terrorzwerg
 
00
19.9.2010, 22:48

Leider bin ich Politisch nicht sehr bewandert , aber warum redet keiner über Kürzung der Politiker Gehälter , oder ihrer Pensionen ? Die sollten einmal nur ein halbes Jahr mit einen Durchschnittsgehalt eines Arbeiters leben müssen . Ich mein aber nicht die utopischen Zahlen die überall aufgeführt werden . Ich bin einen alleinerziehende Mutter zweier Schulpflichtiger Kinder und in der Krankenpflege tätig . Trotz meines für eine Frau schönen Gehaltes muss ich mir um den 15. des Mon. Gedanken machen wie ich meine Kinder den Rest des Mon. ernähren soll . Da ich Arbeiten gehen gibts auch keine Zuschüsse . Da wollens noch was kürzen ? Ich finde das als Frechheit . Man wird bestraft fürs Kinder in die Welt setzen !!!!! Danke Österreich !!!!!!!!!!!

Freigeistin1
00
17.8.2010, 09:56

Das Jahr hat 12 Monate. Genauso gehört das Jahressechstel endlich reformiert!

Weiters sollten endlich die DG-Beiträge ebenfalls am Gehaltszettel stehen, damit DN mal sehen, was sie alles an den Staat abliefern müssen und weshalb viele leider so wenig netto haben.

Iris Meier
00
16.8.2010, 11:57
abspecken

bei den 22 sozialversicherungen, bezirkssschulräte, pensionen der Landesbeamten, der nationalbank, abfangjäger verkaufen,

Mike Webman
00
11.8.2010, 20:32
Feigmann und Prölli...

...stehen vor dem Offenbarungseid und werden nach den Herbstwahlen mit ihren SchwarzRotstiften vor allem im Sozialbereich zusammenstreichen was geht:
Pflegegeld, Familienleistungen...
Wer die großkoalitionären Blutzer der SPÖVP wählt, darf sich hinterher nicht einmal beschweren !

baby jane hudson
03
11.8.2010, 18:48
das bild von der marek

das sagt mir alles
das sagt mir alles
das sagt mir alles

geschmacklos aufgebrezelt
hysterisch grinsend
ideenresistent

liebes oesterreich
00
11.8.2010, 17:58

Für was brauchen wir in Österreich NEUN Teilrepubliken? Bayern alleine ist grösser als unsere 9 Teilrepubliken samt Regierungsapparatschick und 50 Krankenkassen und 200.000 Beamten ?

gustav pfeiffer
17
11.8.2010, 17:50

sparen bei familien, forschung, ausbildung aber nichts auf die reihe bekommen von den heißen eisen wie verwaltungsreform, gesundheitsreform und den roten teppich für die wohlhabenden. -> indiskutabel

Freigeistin1
11
16.8.2010, 10:26

Ab wann ist man denn für Sie "wohlhabend"? Ich bin der Meinung dass die, die den Staat mit ihren Steuern am Leben erhalten, auch nicht weiter geschröpft werden dürfen.
Der Staat muss bei der Verwaltung und seinen "Leistungen" sparen.

aktuelle Epoche: DesInformationszeitalter
01
11.8.2010, 18:21

ja, diese beiden Parteien ergeben zusammen ganz klar eine Regierungsunfähigkeit.

Toni Blaher
 
11
11.8.2010, 17:28
Ja liebe Leute

Irgendwie müssen Eurofigther, Buwogzeugs, Homepages usw. auch bezahlt werden.

Habt doch ein Herz für die Reichen. 10% haben schließlich nur 2/3 des Volksvermögens.

Und bevor ichs vergesse. Die Regierung will das Budget natürlich erst so spät beschließen umd ordenlich arbeiten zu können. Nie und nimmer würden sie versuchen Wahlen auszuweichen.

naso
13
11.8.2010, 17:27
irgendwo her muss das geld kommen, ...

... das uns fpövp gekostet haben und noch weiter (schuldendienst!) kosten. alleine die diversen provisionen und beraterhonorae der schwarzen (in doppeltem wortsinn) jahre zu beginn dieses jahrhunderts würden wohl locker ausreichen um die familienbeihilfe nicht kürzen zu müssen.

Freigeistin1
20
16.8.2010, 10:28

Die 13. Familienbeihilfe gehört sofort weg, genauso wie das Jahressechstel.
Auch bei den Lohnnebenkosten muss gespart werden.
Ich danke Schwarz-Blau übrigens für die Einführung des Kinderbetreuungsgeldes - dies war wahrlich ein Meilenstein!
Unsere Tochter hätte sonst gar nichts bekommen und hätte durchgehend arbeiten müssen (selbständig).

xruxl
00
24.9.2010, 15:44

Man kann die 13. Familienbeihilfe gerne abschaffen, wenn die Familienbeihilfe dafür jährlich erhöht wird und zwar bitte im selben Ausmaß wie die Pensionen. Weil für Pensionisten wird alles teurer und für Jugendliche nicht oder wie?

Wiggerl Wien
01
11.8.2010, 18:30
Und die Schulden von Konsum bis Bawag ...

... sind schon vergessen, das waren die roten Freunde. Und das Schuldenmachen a la Ära Kreisky wirkt bis heute ins Geldbörsel der Steuerzahler.

naso
11
11.8.2010, 21:23
net immer die märchen nachplappern, auch wenn's natürlich gut ins rechte weltbild passen

konsum und bawag waren - mit verlaub gesagt - ein lercherlschaß gegen die schwarzblauen malversationen (natürlich gilt die ungustl- -pardon- unschuldsvermutung).
und abgesehen davon, dass in den 70er-jahren nicht nur in österreich schulden gemacht wurden, kann man Kreisky und seinen ministern jedenfalls nicht vorwerfen österreich zum wohle ein paar weniger "buberln" verschuldet zu haben.
wer zahlt denn für's HAA-desaster (noch die nächsten jahrzehnte)? und wer hat daran verdient?
pfiat di wiggerl.

Freigeistin1
10
24.9.2010, 16:37

Der Steuerzahler darf alleine jährlich (!) 2 Mrd. für die Öbb bezahlen!!!
Unter Kreisky hat der Vollkaskosozialismus begonnen-wo die Menschen verlernt haben, dass man ohne Leistung auch nichts bekommt!

Süffisant
71
11.8.2010, 16:56
langsam kommen alle drauf...

dass sich österreich faymanns wahlzuckerln nicht leisten kann! spät, aber doch!
http://diepresse.com/home/poli... /index.do?

Toni Blaher
 
00
11.8.2010, 17:28

Nein, man kommt langsam drauf, dass man für Superreiche zahlen muss. Danke liebe ÖVP. Danke Bankenrettung.

Lilith Boessse
 
00
11.8.2010, 17:24
hat den anschein, dass hier schon längst nicht mehr damit

gerechnet wird, dass die alteingesessenen österreicherinnen viele kinderleins kriegen. das sollen dann die zuwanderinnen erledigen, die sind mit selbst gekürzten familienbeihilfen und -leistungen eh zufrieden.

(bitte nicht falsch verstehen: ich bin nicht gegen zuwanderung!)

4simo
00
11.8.2010, 17:16
tschuldigung

da klopfen Sie aber schnell bei der övp an....
wegen selbiger haben alle, auch jene, die die familienbehilfe 1: 1 aufs sparkonto legen können, überhaupt erst eine bekommen.

tante kommunismus
10
11.8.2010, 17:07

Allein die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Medikamente verursachte Zusatzkosten von rund 350 Millionen Euro im Jahr.

--> für die JVP natürlich ein "volkstrauertag", wenn man steuern fürs gemeine volk gesenkt werden (noch dazu bei so nem unwichtigen bereich wie gesundheit). keine frage. für steuern fürs gemeine volk war man ja schon immer. immerhin ehrlich.

Revan
18
11.8.2010, 17:01

ich würde sagen langsam kommt man drauf dass man sich die neoliberale Politik der letzten 20 Jahre nicht mehr leisten kann:

Die Begünstigungen bei der Körperschaftssteuer auf die Gewinne der Kapitalgesellschaften (Gruppenbesteuerung, Steuersenkung). Die Entlastung des Kapitals (Abschaffung Vermögenssteuer, Kapitalverkehrssteuer und Bankenabgabe, Senkung Spitzensteuersatz, Einführung Privatstiftungen unter Lacina, Senkung Körperschaftssteuer, Gruppenbesteuerung unter Grasser, Abschaffung Erbschaftssteuer unter Molterer)...

Albrecht
00
11.8.2010, 16:44
Musol kennt sich nicht aus

Musol behauptet Kinder aus ärmeren Verhältnissen könnten nicht studieren:

Hier sieht man wie viel Ahnung die Grüne Abgeordete hat. Bezieht jemand derzeit ein Stipendium über die derzeitige Grenze der Familienbeihilfe hinaus(26/27) so wird dies automatisch um die wegfallende Familienbeihilfe aufgestockt. Bleibt diese Regelung würde sich somit für Stipendienbezieher nichts ändern.

xruxl
00
24.9.2010, 15:52

Die Einkommensgrenzen sind aber für die Studienbeihilfe wesentlich geringer (8000 statt 9000 Euro jährlich und bei der Familienbeihilfe werden noch dazu 13. und 14. Gehalt nicht berücksichtigt, bei der Studienbeihilfe schon). Und dass bei Überschreiten der Grenze die Differenz 1:1 abgezogen(Studienbeihilfe) oder die Beihilfe überhaupt ganz wegfällt (Familienbeihilfe) wird ist auch typisch für diesen leistungsfeindlichen Staat. Ich hätte bei meinem Nebenjob wohl auch mehr Gehalt ausverhandeln oder mehr Stunden können, aber nachdem dann Beihilfen wegfallen, zahlt sich das nicht aus. Würde zB nur die Hälfte der Überschreitung abgezogen hätte ich was davon (mehr Geld) UND der Staat (mehr Sozialversichungsbeiträge), aber bitte.

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