Ein Drittel mehr zivile Opfer als im Vorjahr

10. August 2010, 14:21
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UN legen Bericht in Kabul vor - Immer mehr Kinder unter zivilen Opfern

Kabul - Im ersten Halbjahr dieses Jahres sind in Afghanistan 31 Prozent mehr Zivilisten getötet worden als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen gehen drei Viertel der Toten und Verletzen auf das Konto der Aufständischen. "Die menschlichen Kosten dieses Konflikts steigen unglücklicherweise", sagte der UN-Sondergesandte Staffan De Mistura in Kabul. Die UN seien sehr besorgt, weil es zu viele zivile Opfer seien, sagte er. Dieser Bericht sei ein Weckruf.

Dem UNAMA-Bericht (United Nations Assistance Mission in Afghanistan) zufolge kamen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 1.271 Afghanen ums Leben und 1.997 wurden verletzt - die meisten durch Sprengstoffanschläge. Für 76 Prozent der Opfer seien die Aufständischen verantwortlich. Im Vorjahr lag diese Zahl noch bei 53 Prozent. "Wenn sie die Zukunft Afghanistans mitgestalten wollen, können sie dabei nicht über die Leichen so vieler Zivilisten gehen", sagte De Mistura. Die Aufständischen würden im gesamten Land stärkere und raffiniertere Sprengsätze benutzen, fügte er hinzu.

386 Todesopfer der NATO und ihrer Verbündeter

Den NATO-Streitkräften und ihren afghanischen Verbündeten werden in dem UN-Report 386 Todesopfer zur Last gelegt. Damit wäre ihr Anteil von 30 auf zwölf Prozent gefallen. Der Hauptgrund dafür sei der Verzicht auf Luftangriffe. Trotzdem seien 69 der 233 von internationalen Truppen getöteten Zivilisten bei Luftangriffen ums Leben gekommen und 45 verletzt worden.

Laut UN stieg die Zahl der gezielt von Aufständischen getöteten Personen um 95 Prozent. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres seien außerdem 176 Kinder getötet worden und damit 55 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. 74 der Kinder seien bei der Explosion selbst gebauter Bomben ums Leben gekommen. (APA/apn)

  • Zwei der tausenden Opfer des Kriegs in Afghanistan.
    foto: epa

    Zwei der tausenden Opfer des Kriegs in Afghanistan.

  • Staffan De Mistura präsentiert den Bericht.
    foto: epa

    Staffan De Mistura präsentiert den Bericht.

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