1.500 Euro Schadensersatz für Zwang zum Religionsunterricht

10. August 2010, 13:36
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Kind musste gegen den Willen der Eltern an Stunden teilnehmen

Weil ein Kind gegen den Willen seiner Eltern am Religionsunterricht teilnehmen musste und kein alternatives Angebot bestand, ist eine Grundschule in Padua zu einem Schadenersatz in Höhe von 1.500 Euro verurteilt worden. Ein Gericht der norditalienischen Stadt gab einer entsprechenden Klage der Eltern in zweiter Instanz Recht, wie die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" laut Kathpress am Dienstag berichtete. Für den Schadenersatz muss die Schule gemeinsam mit dem Unterrichtsministerium aufkommen, das ebenfalls verurteilt wurde.

Die Richter sahen demnach in der gegen den Willen der Eltern erfolgten Teilnahme der Schülerin am Religionsunterricht eine Verletzung der Religionsfreiheit. Später, als das Kind nach Protesten des atheistischen Paares vom Religionsunterricht befreit worden sei, habe es die Schule nach Auffassung des Gerichts versäumt, für ein alternatives Unterrichtsangebot zu sorgen. Dies stelle eine Einschränkung des Rechts auf Unterricht sowie eine Diskriminierung der Schülerin gegenüber ihren Mitschülern dar, befanden die Richter. (APA)

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