KPMG

Gutachten stand auch BayernLB zur Verfügung

10. August 2010, 19:11

Kranebitter schickte Konvolut nach München - Bank betont: Kreditrisiken wurden von KPMG nicht geprüft

Klagenfurt - Das Gutachten der KPMG über die Hypo Alpe Adria Bank aus dem Jahr 2007 sorgt weiterhin für Debatten. Während der ehemalige KPMG-Chef und jetzige Vorstandsvorsitzende der Hypo Alpe Adria Bank, Gottwald Kranebitter, jedes Naheverhältnis zum Investor Tilo Berlin bestreitet und betont, die KPMG habe ihre Expertise für Berlins Partner Kingsbridge erstellt, berichtet der "Kurier" in seiner Dienstag-Ausgabe, dass die KPMG im Jahr davor für Berlin ebenfalls einen Auftrag erledigt habe.

Demnach hat die KPMG für Berlin & Co die Gestaltung der Genussscheine ausgearbeitet, welche die Investoren für den Hypo-Einstieg zeichneten. Laut APA-Recherchen ging es dabei um die Frage der Vermeidung von Doppelbesteuerungen, speziell bei nicht-österreichischen Investoren. Kranebitter selbst will von diesem Auftrag nichts gewusst haben.

Kontakt Kranebitter

Die Expertise der KPMG-Prüfer umfasst mehr als 220 Seiten, drei Monate lang, von Ende Jänner bis Ende April 2007, waren die Prüfer in Klagenfurt, um die Hypo zu durchleuchten. Im Mai schließlich war die Due Diligence fertig, sie wurde, wie aus einem Schreiben hervorgeht, übrigens nicht nur an Kingsbridge und Berlin & Co übermittelt, sondern in vollem Umfang auch der Chefetage der Bayerischen Landesbank. Als "Kontakt" in dem Begleitschreiben an die Bayern war Kranebitter angeführt. In den vergangenen Monaten hatten bayrische Politiker immer wieder erklärt, die BayernLB sei beim Kauf der Hypo hinters Licht geführt worden.

Durchleuchtet wurden von KPMG nicht nur die Hypo International, sondern auch die Balkan-Töchter. Im gesamten Bericht finden sich keine gravierenden Warnungen, welche potenzielle Investoren zum Rückzug veranlassen hätten können.

KPMG prüfte Kreditrisiken nicht

Am Dienstag Nachmittag hieß es in einer Aussendung der Hypo Alpe Adria Bank, das Gutachten der KPMG aus dem Jahr 2007 habe sich auf den Business-Plan der Hypo beschränkt. Prüfung und Beurteilung der Werthaltigkeit von Kreditforderungen seien "auf Wunsch des Auftraggebers ausdrücklich ausgeschlossen" gewesen. Ein Naheverhältnis von Kranebitter zu Berlin wurde erneut bestritten.

Der von Kranebitter verantwortete Due Diligence Bericht sei "zur Gänze im Auftrag von Kingsbridge und damit nicht im Auftrag des Herrn Berlin erstellt" worden, hieß es weiter. Ansprechpartner für die KPMG-Bankenprüfer seien ausschließlich Mitarbeiter von Kingsbridge und einer Investmentbank gewesen. Die Rechnung dafür sei an Auftraggeber Kingsbridge geschickt worden, betonte eine Hypo-Sprecherin bezüglich der Gerüchte, die Rechnung sei von Berlin & Co bezahlt worden. (APA/red)

Benno Berghammer
00
16.8.2010, 11:49
Warum Kranebitter Hypo-Boss ist....

Ist doch ganz einfach zu erklären. Er und sein Team kenne die Hypo seit 2007 sehr gut durch diverse Prüfungsaufträge. Allerdings muss man sich doch sehr über die Auftraggeber wundern, wenn sie den Wirtschaftsprüfer mit der Durchführung der Due Diligence beauftragen, der die Bank bereits geprüft hat und somit in einem Abhängigkeitsverhältnis zu seinem Bankauftraggeber in Kärnten steht. Klassischer Ziel- und Interessenkonflikt. Warum Kranebitter zum Aufpasser erklärt worden ist, vom Bankgeschäft versteht er ja nicht wirklich was, liegt an seinem durch die Prüfungen erworbenen Wissen. Da der sich nicht erst in die Problemfälle einarbeiten muss bietet er einen nicht zu unterschätzenden Startvorteil. Der Steuerzahler wird's schon richten.

a number only
00
11.8.2010, 16:48

Darf man eine Due Diligence, die über drei Monate gedauert hat und die eine Prüfung der Werthaltigkeit der aushaftenden Kredite in der wichtigsten Geschäftsregion explizit exkludiert, als Schwachsinn bezeichnen, auch wenn es eine so "renommierte" Firma wie die KPMG gemacht hat? Wenn ja, dann tue ich es hiemit! Bleibt nur mehr die Frage nach den Kosten...

also dann ...
00
11.8.2010, 14:59
welch ein affen-theater ... es wird gelogen, dass sich die balen biegen .

kranebitter
- war der kontaktmann...
- und dass er daher von der "due dilligence" nichts wusste, nicht involviert war...
ist ein hanebüchener blödsinn.

überdies ist ein bus.plan,
- der nicht mal die kreditrisiken berücksichtigt
- und als kaufunterlage für eine bank über mehr als 2 mrd dient.
bwl schwachsinn der sonderklasse !

dass hr. kranebitter
o h n e auch nur 1 tag kenntnisse im bankmanagement oder gar über einschlägige führungserfahrung verfügt ...
und trotzdem von ditz = schüssel-mann...
bestellt wird, zeigt die "enge verwobenheit"
klar und deutlich auf !

http://diepresse.com/home/wirt... t/index.do

standardantwort
00
11.8.2010, 07:51

Unternehmen lässt due diligence im Vorfeld einer möglichen Bank-Beteiligung machen und gibt den Prüfern explizit den Auftrag, die Werthaltigkeit von Kreditforderungen des wichtigsten Ertragsbringers der Bank (in diesem Fall die Koratien-Tochter) nicht zu prüfen?!?
Das ist entweder "originell" oder es steckt mehr dahinter...

nur so zum nachdenken
00
10.8.2010, 20:34

1. "Kranebitter selbst will von diesem Auftrag nichts gewusst haben, war aber als Kontakt zur BayernLB angeführt". Uje wie soll denn sowas gehen???
2. Es ging nur um die Frage der Vermeidung von Doppelbesteuerungen? Und dafür waren die Prüfer drei Monate in Klagenfurt, um die Hypo zu durchleuchten???
3. Plötzklich sprechen wir von einer im Mai fertigen Due Diligence, die an die drei genannten Adressaten übermittelt wurde?! Eine Due Diligence wird übermittelt?
4. Gerade spricht der Bericht von der Due Diligence und dann: "Durchleuchtet wurden von KPMG auch die Balkan-Töchter: Eine Überprüfung der Werthaltigkeit von Kreditforderungen wollten die Auftraggeber ausdrücklich nicht.
Der ganze Artikel ist ein bissl verwirrend...

opfer der schwarzblauen Regierung
00
10.8.2010, 20:02

was ist das bitte für eine "due dilligence"-prüfung, wenn die kreditrisiken nicht bewertet werden?

Jup posts
00
11.8.2010, 09:14
Wenn Sie Baecker sind

und ein Grosskunde sagt, er kauft 1000 halbe Semmeln (aber nicht 500 Semmeln geteilt in die Haelfte) und sonst nix - Verkaufen Sie es ihm, ja oder nein, wenn sie die Kosten inkl Marge haben?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.